05-Duo muss wohl auch auf Schalke passen

Jörg Schneider. Mainz.
Die Fußball-Profis des FSV Mainz 05 sind wieder im normalen Bundesliga-Modus. Nach der Länderspielpause und dem 2:2 im Heimspiel gegen den SC Freiburg haben am Bruchweg die Vorbereitungen für das Auswärtsspiel am Samstag beim FC Schalke 04 begonnen. Kasper Hjulmand war sichtlich erfreut darüber, mal wieder mit einem großen Kader arbeiten zu können. Sorgen bereiten dem Trainer jedoch nach wie vor Christoph Moritz und Julian Baumgartlinger. Für beide ist die Partie in Gelsenkirchen offenbar noch kein Thema.

Weiterhin nicht im 05-Training: Julian Baumgartlinger. Foto: Jörg SchneiderIm Fall von Julian Baumgartlinger weiß man am Bruchweg derzeit offenbar nur, dass man nicht weiß, wie lange sich die Verletzung des österreichischen Nationalspielers hinziehen wird. Der 25-Jährige  war bekanntlich wegen einer Sehnenreizung im Knie vorzeitig vom Länderspielzyklus abgereist und hatte im Heimspiel gegen den SC Freiburg (2:2) erneut pausieren müssen. Am Montag stellte sich Baumgartlinger bei einem Kniespezialisten in München vor zwecks genauer Untersuchung und Diagnose. „Es ist keine große Verletzung“, berichtete Kasper Hjulmand nach dem Vormittagstraining am Dienstag, bei dem Baumgartlinger ebenfalls fehlte.

„Es ist eine Überbelastung des Knies. Die Probleme sind da, eine Prognose, wie lange es dauern kann, ist schwierig. Wir wissen nicht richtig, wie es läuft bei ihm“, erklärte der 05-Trainer. Der Spieler müsse von Tag zu Tage sehen, was möglich sei. Ein Einsatz am Samstag, im Auswärtsspiel der 05er beim FC Schalke 04, allerdings wohl kaum. „Ich glaube nicht, dass Julian ein Thema ist für dieses Spiel.“

Wahrscheinlich verhält es sich bei Christoph Moritz ähnlich. Im Training sah man dem Mittelfeldspieler auch zum Start in die Arbeitswoche nicht an, dass Moritz seit mehr als drei Wochen unter massiven Rückenproblemen leidet, die einen Einsatz in der Bundesliga unmöglich machen. „Es geht im Training ganz gut, aber er fühlt sich nicht richtig frei“, sagt Hjulmand. Die Probleme seien jedoch nach den Einheiten sofort wieder akut. „Er kann trainieren. Es läuft auch ständig etwas besser, aber auch bei ihm fällt die Prognose schwer.“ Die Schwierigkeit ist offenbar, den richtigen Zeitpunkt für ein Comeback zu finden. „Ich muss als Trainer auch Geduld haben. Spielt Christoph zu früh wieder, ist die Gefahr groß, dass er einen Rückfall erleidet und noch länger ausfällt anschließend“, beschreibt der 42-Jährige die Problematik. Im Moment sei dieses Risiko einfach noch zu groß, auch wenn sich Moritz im Training gut präsentiert.

Philipp Wollscheid (links) ist wieder fit, Christoph Moritz trainiert zwar; doch die Rückenprobleme sind nach wie vor akut. Foto: Jörg SchneiderGute Nachrichten gibt es von Philipp Wollscheid, dessen Oberschenkelverletzung anscheinend komplett ausgeheilt ist. Der Innenverteidiger wagte am Dienstagmorgen den Praxistest. „Das sieht gut aus, er kann ohne Probleme trainieren“, sagt Hjulmand, der sich auch nochmal zur Verpflichtung von Pierre Bengtsson äußerte. Den Schweden hatte der Bundesligist am Sonntag bekanntlich ablösefrei vom FC Kopenhagen geholt und dem Nationalspieler einen Vertrag bis Juni 2018 gegeben.

Wie im Vorfeld vermutet, sieht der 05-Trainer Joo-Ho Park weniger als Außenverteidiger, sondern in der Rolle im defensiven Mittelfeld. „Mit Bengtsson und Junior Diaz haben wir künftig auf der linken Abwehrseite eine perfekte Kombination.“ Bengtsson, Stammspieler beim dänischen Abonnementsmeister, mit der Erfahrung aus vielen internationalen Spielen in den europäischen Wettbewerben und in der Nationalmannschaft, sei eine klare Verstärkung im 05-Kader.

„Er spielt immer, er trainiert immer. Er ist ein Qualitätsspieler mit einer gute Mentalität“, beschreibt der Coach den Schweden, der auf der linken Seite alle Positionen spielen kann. Von dem Neuzugang erhofft sich der 05-Coach zudem mehr Offensivimpulse über die linke Seite, denn Bengtsson habe oft genug auch als vorderer linker Flügelmann überzeugt. Stark im Passspiel und in den Standardsituationen. Dass sich der erfahrene Profi trotz aktueller Champions-League-Teilnehme, der Gelegenheit also, weiter auch international spielen zu können, für den Wechsel nach Mainz entscheiden habe, sei relativ logisch.

„Für ihn ist das der nächste Schritt. Er braucht nun die Wettkampfhärte und den Druck in der Bundesliga, um noch mehr an seine Grenzen zu kommen.“ Und dass der Vertrag des Spielers in Kopenhagen Ende Dezember auslaufe, sei in Skandinavien nichts Ungewöhnliches. Im Gegensatz zur Bundesliga und vielen anderen europäischen Ligen, würden Verträge im hohen Norden häufig dem Kalenderjahr angepasst, weil es in Dänemark oder Schweden üblich sei, dass es im Winter oft drei Monate lang keine Pflichtspiele gebe. Bengtsson steigt am 5. Januar 2015 in die Rückrundenvorbereitung der Mainzer ein.

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