05-Struktur nimmt wichtige Hürde

Jörg Schneider. Mainz.
Die geplante Strukturreform des FSV Mainz 05 hat eine wichtige Hürde genommen: Das Amtsgericht Mainz hat die neue Satzung genehmigt und ins Vereinsregister eingetragen. Die Satzung erhält damit Gültigkeit und gibt dem Verein die Möglichkeit, nun die nächsten Schritte anzugehen. „Wir nehmen jetzt zügig die Umsetzung der Satzung in die neuen Strukturen in Angriff“, heißt es in einer Stellungnahme des 05-Vorstandes.

Will nun zügig die Umsetzung der Satzung in die neuen Strukturen in Angriff nehmen: 05-Vorstands-Sprecher Jürgen Doetz. Foto: ImagoImmer wieder hatte es in den vergangenen Monaten Diskussionen um diese Satzung gegeben, die der FSV Mainz 05 im Rahmen der Mitgliederversammlung am 13. November vergangenen Jahres verabschiedet hatte. Beim Amtsgericht Mainz waren Beschwerden dagegen eingegangen. Die Ansicht unter anderem eines Juristen der Universität Osnabrück, die beschlossene Satzung weise inhaltliche und formale Mängel auf, teilten die für das weitere Procedere der Satzungsänderungen zuständigen Rechtspfleger offenbar nicht. Bereits Mitte Februar meldete der Klub, das Amtsgericht habe schriftlich mitgeteilt, dass der Verein die Satzung „formal und inhaltlich korrekt angemeldet" habe. Die durch Nachfragen erforderlich gewordenen Präzisierungen und Erläuterungen hatte der Verein anschließend vorgenommen und dem Gericht zukommen lassen. Nun herrscht Klarheit: „Das Amtsgericht Mainz hat am Donnerstag die von den Vereinsmitgliedern im vergangenen November beschlossene neue Satzung genehmigt. Im Zuge der damit verbundenen Eintragung ins Vereinsregister erhält die neue Vereinssatzung ihre Gültigkeit“, verkündete der Bundesligist am Freitag in einer Pressemeldung. „Ziel der neuen Satzung war eine zukunftsorientierte Anpassung der Vereinsstrukturen an die wirtschaftlichen und sportlichen Herausforderungen sowie die Gebote von Transparenz und Kontrolle, wie sie heute für Unternehmen zwingend notwendig sind.“

Im Kern regelt die neue Satzung, dass künftig ein Aufsichtsrat den Vorstand als zusätzliches Gremium kontrolliert und ein grundsätzlich ehrenamtlicher Vorsitzender von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Mehr als 97 Prozent der Mitglieder stimmten im November für die Einführung eines Aufsichtsrates als Kontrollgremium, dem bis zu neun Personen angehören können. Diese Mitglieder des Aufsichtsrates werden von der Wahlkommission vorgeschlagen und von der Mitgliederversammlung gewählt. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat eigenständig bis zu zwei Vertreter zusätzlich in dieses Gremium berufen. Außerdem werden die 05er eine Fanabteilung als Vertretung der Interessen aller Fangruppen gründen. Diese Fanabteilung entsendet ein Mitglied in den Aufsichtsrat, das von der Mitgliederversammlung bestätigt wird.

„Die notwendigen satzungsgemäßen Voraussetzungen zur Realisierung dieser Ziele sind geschaffen. Wir nehmen jetzt zügig die Umsetzung der Satzung in die neuen Strukturen in Angriff. Die Genehmigung der Satzung ist für uns auch ein selbstverständlicher Anlass, Präsident Harald Strutz sowie den Mitgliedern der Struktur-und Satzungskommission herzlich und aufrichtig für ihr großes Engagement bei der Durchsetzung der neuen Satzung zu danken“, heißt es in der Erklärung des 05-Vorstands, der nun Vorbereitungen treffen muss für eine außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der dann ein neuer Vereinsvorsitzender sowie die Mitglieder des künftigen Aufsichtsrates von Mainz 05 gewählt werden. Harald Strutz, der amtierende 05-Vorsitzende, hatte bekanntlich in der vergangenen Woche erklärt, dass er dann nicht mehr für dieses Amt kandidieren werde.

 „Mainz 05 hat mit dieser Satzung eine wichtige Hürde auf dem Weg in die Zukunft übersprungen, ohne damit die besondere Identität eines eingetragenen Vereins zu verlieren. Jetzt muss und wird der Verein beweisen, dass dies auch in schwierigen Zeiten erfolgreich funktionieren kann", sagte Vorstands-Sprecher und Vize-Präsident Jürgen Doetz.

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