05-Trainer will das maximale Ergebnis

Jörg Schneider. Mainz.
Angst vor einem Fehlstart ist nicht vorhanden beim FSV Mainz 05, der nach der Auftakt-Niederlage gegen Hannover 96 am Samstag sein erstes Auswärtsspiel der neuen Bundesligasaison bestreitet. Und zwar beim VfB Stuttgart, dem zweiten Aufsteiger. „Unsere Motivation ist die Tatsache, dass wir die Möglichkeit wieder haben, ein Spiel zu gewinnen und uns vorher nicht irgendwelche negativen Konsequenzen ausmalen“, sagt Sandro Schwarz. „Wir wollen das Maximale für uns rausholen, das ist unser Antrieb im Vorfeld. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, sollte man uns das anmerken.“

Das erste Spiel der neuen Saison trotz klarer Überlegenheit mit 0:1 verloren, nun ein schweres Auswärtsspiel vor der Brust. Da sind die Gedanken an einen klassischen Fehlstart nicht fern. Der FSV Mainz 05 reist nach der unglücklichen Niederlage gegen Hannover 96 in der Opel Arena nun am Samstag zum VfB Stuttgart. Der zweite Aufsteiger in Folge, mit dem es die Mannschaft von Sandro Schwarz zu Beginn dieser Spielzeit zu tun kriegt. „Eine komplette Bundesligamannschaft, die ein Jahr in der Zweiten Liga gespielt hat“, wie der Trainer sagt. Angst vor einem drohenden Fehlstart hat der 38-Jährige allerdings nicht.

Ladehemmung zum Auftakt bei den 05-Stürmern. In Stuttgart soll's besser laufen für Yoshinori Muto und Viktor Fischer. Foto. Ekkie Veyhelmann„Das ist doch der Klassiker. Wenn du das erste Spiel verlierst, ist es grundsätzlich so, dass jeder denkt, es hat eine Auswirkung auf den gesamten Saisonverlauf und sagt, oh je, jetzt könnte es relativ schwierig werden. Jetzt haben wir das erste Spiel verloren. Das ist aber insofern kein Motivationsschub, dass wir sagen, jetzt gilt es unbedingt den Fehlstart zu vermeiden. Unsere Motivation ist die Tatsache, dass wir am zweiten Spieltag die Möglichkeit wieder haben, ein Spiel zu gewinnen und uns vorher nicht irgendwelche negativen Konsequenzen ausmalen. Es bleibt dabei, wir haben klar den Anspruch Spiele zu gewinnen. Und am Samstag gibt’s diese Möglichkeit beim VfB Stuttgart.“ Drei Punkte sollen es werden am besten. Wenn’s am Ende einer wird, dann hängt‘s von der Leistung in den vorangegangenen 90 Minuten ab, ob man damit zufrieden sein muss. „Wir gehen nicht mit der Einstellung ins Spiel, dass ein Punkt auch reichen könnte“, sagt Schwarz. „Wir wollen das Maximale für uns rausholen, das ist unser Antrieb im Vorfeld. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, sollte man uns das anmerken.“

Die 05er gehen davon aus, dass die Partie im prall gefüllten Neckarstadion anders verläuft als die vor einer Woche zu Hause. „Uns erwartet eine sehr aktive Mannschaft. Wir werden wohl mehr Räume kriegen als gegen Hannover 96. Die Stuttgarter haben aber eine sehr gute Qualität in ihrer Umschaltung. Da müssen wir gewappnet sein.“ Da geht’s in erster Linie mal um die Themen Vorwärtsverteidigung und Gegenpressing. Dazu um die Absicherung gegen Konter in der eigenen Vorwärtsbewegung. „Wir brauchen da zuerst mal absolut eine Top-Abwehrleistung, um selbst in Umschaltzüge zu kommen. Das wird der größte Unterschied sein zum ersten Heimspiel“, betont der 05-Trainer.

Konsequent weiter Torchancen produzieren

Und die Mainzer brauchen eine bessere Effizienz als im Auftaktspiel. „Was wir in der ersten Halbzeit gegen 96 praktiziert haben, auch eine zweite Halbzeit lang durchziehen“, sagt Schwarz. „Wenn wir sehr scharf sind im Umschaltverhalten, nach Ballverlust ins Gegenpressing kommen und aus den zweiten Bällen heraus Tempo aufziehen können ins letzte Drittel, dann haben wir unsere Torchancen. Wir wissen, dass es jetzt ein anderes Spiel wird. Wir haben aber in allen Testspielen und im Pokal unsere Tore gemacht, es ist eigentlich nicht das große Thema bei uns, dass wir die Hütte nicht treffen. Wir müssen nur konsequent weiter Torchancen produzieren.“ Dann müssten auch wieder Torerfolge möglich sein. „Stuttgart wird natürlich im ersten Heimspiel sehr energiegeladen sein und viel Euphorie reinbringen. Von daher wissen wir, dass wir von der ersten Sekunde an komplett dagegenhalten müssen. Das wollen wir tun“, so der Coach.

Die Umstände des geplatzten Transfers von Jairo Samperio nach Hannover hat der 05-Trainer inzwischen mit der Mannschaft kommuniziert. Der Spanier ist bekanntlich vom Training freigestellt, um sich einen neuen Klub zu suchen. Mittlerweile hat auch Aaron Seydel die Mannschaft verlassen und ist auf Leihbasis zum Zweitliga-Aufsteiger und kommenden 05-Pokalgegner Holstein Kiel gewechselt. Die Verpflichtung von etwaigen Nachfolgern kurz vor dem Ende der Transferperiode ist in der Mainzer Kaderplanung nicht vorgesehen. „Unabhängig von Jairo wären finanzielle Mittel da, um sich zu verstärken und noch was zu machen. Wir sind aber der Meinung, dass wir aktuell mit keinem Neuzugang planen müssen, weil wir diesem Kader vertrauen“, sagt Sportvorstand Rouven Schröder, fügt aber hinzu: „Aktuell. Man muss sich ja immer das Hintertürchen offen halten.“

Unterdessen hat die DFL entschieden, die neue Technologie des Videobeweises auch am zweiten Spieltag einzusetzen. Zum Auftakt gab es ja bekanntlich eine Reihe von Pannen, auch in Mainz. Die Technik funktionierte nur teilweise und auch nicht überall. Allerdings werde vorerst auf die virtuelle Abseitslinie verzichtet, was jedoch laut DFL keine entscheidende Einschränkung sei, da genügend Kameraperspektiven zur Verfügung stünden. Zudem soll am bevorstehenden Spieltag im Vergleich zur letzten Woche auch wieder ein durchgehender Funkkontakt zwischen Assistent und Schiedsrichter gewährleistet sein. Für den 05-Trainer steht dabei nur im Vordergrund, dass die Geschichte auch funktioniert. Und zwar in allen Stadien. „Ich glaube, es ist vor allen Dingen wichtig, dass es von Freitag bis Sonntag überall gleich ist. Es muss für alle Beteiligten einheitlich sein im Sinne des Wettbewerbs“, betont Schwarz.

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