05-Trio kann für die EM planen

Jörg Schneider. Mainz.
Die Europameisterschafts-Endrunde in Tschechien ist für das Trio des FSV Mainz 05 in greifbare Nähe gerückt. Johannes Geis, Jonas Hofmann und Yunus Malli gewannen am frühen Freitagabend mit der deutschen U21-Nationalmannschaft ihr Play-off-Hinspiel in der Ukraine mit 3:0 (1:0). Hofmann setzte dabei ein weiteres Ausrufezeichen: Der Neu-05er bereitete einen Treffer vor und erzielte das 2:0 für das Team von DFB-Coach Horst Hrubesch, das am Dienstag (18 Uhr) in Essen endgültig das EM-Ticket lösen sollte.

Johannes Geis (links) machte ein großes Spiel in der Ukraine, Yunus Malli hatte ein paar gute Szenen, musste sich jedoch in der Pause verabschieden. Foto: Jörg Schneider  Ähnlich souverän, wie sich die deutsche U21-Nationalmannschaft den Gruppensieg in der EM-Qualifikation gesichert hat, löste die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch auch die knifflige Aufgabe in der Ukraine. In Tscherkassy, einem Ort in der Zentral-Ukraine, etwa 175 Kilometer südöstlich von Kiew gelegen, zeigte dabei das Trio des FSV Mainz 05 im Play-off-Hinspiel ansprechende Leistungen. Allen voran Johannes Geis, der auf der Doppelsechs der absolute Chef im Mittelfeld war und ein großes Spiel ablieferte. Der 05-Profi überzeugte als Defensiv-Organisator, Balleroberer und ständig anspielbarer Zentrumsspieler. Der extrem zweikampfstarke Geis initiierte das Umschaltspiel der U21 mit öffnenden Diagonalpässen auf die Flügel oder mit Flachpässen durch die Mitte.

Von der Ausbeute her besonders auffällig war wieder einmal Jonas Hofmann. Der Offensivspieler, der sich mit dem Hoffenheimer Kevin Volland auf den Außenpositionen der vorderen Dreierreihe abwechselte, bereitete einen Treffer vor, erzielte das 3:0 und vergab am Ende noch die Chance zum 4:0. Nicht ganz so glücklich lief es für Yunus Malli. Der Zehner aus Mainz hatte in der ersten Hälfte einige gute Szenen, auch zwei gute Chancen für die deutsche Mannschaft, schaffte es jedoch nicht, dem Spiel weitere wichtige Impulse zu geben. Der 05-Profi, der nicht schlecht spielte, musste zur Pause für den Schalker Max Meyer raus, was sich als entscheidender strategischer Schachzug von Horst Hrubesch erweisen sollte.

Die Ukraine stellte das DFB-Team in der Anfangsphase vor etliche Probleme. Die deutsche U21 benötigte einige Zeit, um mit dem harten Pressing, der robusten, aggressiven Vorwärtsverteidigung der Gastgeber zurecht zu kommen. Aus dieser Phase resultierten die beiden einzigen größeren Chancen der Gastgeber. Doch die Gäste nahmen den Kampf an, verschafften sich Respekt und kontrollierten mit ihrer ruhigen, konzentrierten Herangehensweise und ihren besseren fußballerischen Möglichkeiten die Partie mehr und mehr. Malli hatte in der 15. Minute die erste Abschlussaktion im Zusammenspiel mit Volland. Nach 31 Minuten fiel dem 05-Zehner nach einer Geis-Ecke der Ball vor die Füße, doch Mallis Schuss blockte ein Verteidiger im letzten Moment.

Perfekte Flanke von Jonas Hofmann auf den Namensvetter

Dann kam die große Szene von Jonas Hofmann, der bis dahin wenig zu sehen war. Der 05er eroberte in der 35. Minute den Ball am gegnerischen Strafraum, zog in den 16er und flankte mit perfektem Timing auf den langen Pfosten. Dort wuchtete sich Namensvetter Philipp Hofmann vom 1. FC Kaiserslautern in die Höhe, köpfte zum Führungstreffer ein. Zwei überragende Aktionen brachten nach der Pause die Entscheidung zugunsten der DFB-Auswahl. Ein abgewehrter Ukraine-Freistoß kam aus der Abwehr heraus zu Meyer. Der Schalker trieb den Ball durchs Mittelfeld, spielte einen Traumpass durch die Verteidigungslinien, Kevin Volland lief in Position, umspielte den Torhüter und erhöhte auf 2:0.

Beim 3:0 setzte sich der junge Schalker auf Linksaußen durch, dribbelte zur Grundlinie und passte im richtigen Moment in den Rückraum, wo sich Jonas Hofmann absetzte und vollstreckte. Ein Klasse-Abschluss und das fünfte Tor für Hofmann in der U21. In der 83. Minute schob der 05er noch relativ freistehend einen Ball neben das Tor und verpasste seinen zweite Treffer in dieser Partie. Anschließend durfte sich Hofmann verabschieden, Leonardo Bittencourt von Hannover 96 ersetzte ihn.

Mit diesem souverän erarbeiteten und hoch verdienten 3:0-Erfolg hat sich das Hrubesch-Team eine optimale Ausgangslage geschaffen für das Rückspiel am Dienstag in Essen. Die Tür zur Europameisterschafts-Endrunde nächstes Jahr im Juni in Tschechien steht weit offen. Bei dieser EM geht es für die starke deutsche Auswahl nicht nur um den Titel, sondern auch darum, sich erstmals seit 1988 wieder für Olympische Spiele zu qualifizieren, die 2016 in Rio de Janeiro stattfinden.

 

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