05er mögen am liebsten Schoko-Eis

Jörg Schneider. Mainz.
Die wegen eines Formfehlers zu wiederholende Neuwahl der Wahlkommission verlief erheblich spannender als erwartet. Im Rahmen der außerordentlichen Mitgliedersammlung im VIP-Bereich der Opel Arena benötigten die 283 stimmberechtigten Mitglieder des FSV Mainz 05 insgesamt fünf Wahlgänge, um die vier noch zu vergebenen freien Plätze für dieses Gremium zu bestimmen. Nach 90 Minuten stand das Ergebnis fest: Klaus Hammer, Hans-Günter Mann, Gerd Krämmer und Karl-Hubert Oehl bilden zusammen mit dem im vergangenen November als einzigem rechtmäßig gewählten Dr. Udo Seyfarth künftig die Wahlkommission des Klubs.

Die Wahlkommission steht: Klaus Hammer, Karl-Hubert Oehl, Gerd Krämmer und Hans-Günter Mann (von links) bilden zusammen mit dem bereits im November gewählten Dr. Udo Seyfarth das fünf-köpfige Gremium. Foto: Jörg SchneiderBei der Wahl der bevorzugten Eis-Sorte waren die Mehrheitsverhältnisse ruckzuck ermittelt und völlig eindeutig. Die Mitglieder des FSV Mainz 05 mögen am liebsten Schokoladen-Eis. Gefolgt von Vanille, Erdbeere und Zitrone. So klar wie in diesem vorangestellten Probelauf zum Systemcheck der elektronischen Abstimmungsgeräte entwickelte sich das Ergebnis der Neuwahlen der Wahlkommission, die als einziger Punkt auf der Tagesordnung der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins im VIP-Bereich der Opel Arena stand, allerdings bei weitem nicht. Die Bestellung dieser Wahlkommission, über die die 05-Mitglieder bekanntlich wegen eines Fehlers bei der Vollversammlung im November vergangenen Jahres neu entscheiden mussten, geriet zu einer höchst spannenden Angelegenheit. Insgesamt fünf Wahlgänge waren notwendig, um die vier Kandidaten für die vier verbleibenden Plätze in diesem Gremium zu ermitteln. Nach anderthalb Stunden stand dann fest, dass Klaus Hammer, Hans-Günter Mann, Gerd Krämmer und Karl-Hubert Oehl zusammen mit dem im vergangenen November als einzigem rechtmäßig gewählten Dr. Udo Seyfarth künftig die Wahlkommission des Klubs bilden. Und nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, die Bewerbungen, die beim Verein eingegangen sind, zu prüfen acht Kandidaten zu bestimmen, die sie dann der nächsten Mitgliederversammlung am 25. Juni zur Wahl eines Aufsichtsrates vorschlagen. „Da kommt viel Arbeit auf Sie zu, weil sich Stand heute über 20 Kandidaten für die Wahl des Aufsichtsrates beworben haben“, sagte Jürgen Doetz, der 05-Vizepräsident, der die Versammlung am Dienstagabend leitete.

„Die Wahlkommission erfüllt eine sehr wichtige Funktion auf dem Weg zur neuen Vereinsstruktur“, sagte Doetz, „weil sie inhaltliche Kriterien prüfen muss und weil sie sehr stark ist, denn sie muss ihre Entscheidungen nicht erklären.“ Der Vorstands-Sprecher wünschte der Kommission ein gutes Händchen für ihre Aufgabe und „kluge, spannende, aber immer an den Vereinsinteressen orientierte Entscheidungen. An erster Stelle muss immer die Zukunft von Mainz 05 stehen, nicht einzelne Personen.“

Immerhin 283 Mitglieder waren an diesem Abend gekommen, um diesen wichtigen Schritt im Struktur-Prozess endgültig abzuschließen und die Fehler vom November auszubügeln. Sie mussten aus sieben Kandidaten vier Bewerber auswählen und ihnen ihr Vertrauen aussprechen. Neben Hammer, Krämmer, Mann, und Oehl stellten sich Werner Koch, Horst Trautzer und Dr. Jochen Schürmann zur Wahl. Im ersten Wahlgang erhielten nur Hammer und Mann die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen und folgten Seyfarth in die Wahlkommission. Danach wurde es spannend. Im zweiten Wahlgang schaffte keiner der verbleibenden Kandidaten die einfache Mehrheit. Das führte zu einer Unterbrechung der Versammlung. Satzungsgemäß musste sich der Ältestenrat des Vereins beraten und der Versammlung einen veränderten Wahlvorschlag unterbreiten.

Das war dadurch gegeben, dass Horst Trautzer seine Kandidatur zurückzog. Gleichzeitig beschloss die Versammlung satzungsgemäß, dass in den weiteren Wahlgängen, die kein Ergebnis bringen würden, jeweils der Bewerber mit den wenigsten Stimmen aus dem Wettbewerb ausscheiden müsse. Im dritten Wahlgang holte Gerd Krämmer die erforderliche Mehrheit. Nach dem ergebnislosen vierten Durchgang musste Schürmann ausscheiden, ehe sich schließlich in der fünften Abstimmung Oehl gegen Koch durchsetzte. Karl-Hubert Oehl war im Übrigen bei der November-Wahl noch gescheitert.

Damit hat Mainz 05 die letzte Hürde vor der entscheidenden Mitgliederversammlung am 25. Juni genommen, bei der dann der künftige Vorstand und der Aufsichtsrat gewählt werden. Weil der Fan-Vertreter satzungsgemäß dort gesetzt ist, stehen acht freie Plätze im Aufsichtsrat zur Verfügung. Die fünf-köpfige Wahlkommission kann die doppelte Menge der zu vergebenden Posten im Kontrollgremium zulassen. Bewerbungen für den Aufsichtsrat können noch zum 25. Mai an die Wahlkommission gerichtet werden.     

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