05er testen Belgier und den FC Köln

Jörg Schneider. Mainz.
Bis Samstag, 2. Januar können die Profis des FSV Mainz 05 ihren verdienten Weihnachts-Urlaub genießen. Dann beginnt am Bruchweg schon wieder die Arbeit für die Rückrunde. Das Vorbereitungsprogramm des Bundesligisten steht: Das Team von Martin Schmidt bezieht wieder ein Trainingslager in Marbella, bestreitet dort zwei Spiele gegen belgische Erstligisten. Eine Woche vor dem Start in Ingolstadt soll eine Testpartie gegen den 1. FC Köln folgen.

Am frühen Montagmorgen dieser Woche haben sich die Fußball-Profis des FSV Mainz 05 in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. In eine verdiente, knapp zweiwöchige Pause nach einem anstrengenden und turbulenten Bundesligajahr. Bereits am Samstag, 2. Januar, beginnt am Bruchweg dann die Vorbereitung auf die Rückrunde. Der Plan dafür steht im Großen und Ganzen fest: Nach den ersten Arbeitstagen in Mainz reisen Martin Schmidt und dessen Spieler in den Süden Spaniens, wo der Bundesligist wie in den vergangenen Jahren sein Winter-Trainingslager bezieht und vom 6. bis 11. Januar im Marbella Football Center an den Feinheiten für die zweite Halbserie arbeitet. Auf dem Programm an der Costa del Sol stehen zwei Testspiele gegen belgische Erstligisten. Standard Lüttich, der FC Brügge oder der SV Zulte Waregem stehen zur Auswahl. Gegen welche zwei Klubs die 05er am 9. und 10. Januar antreten, muss noch geklärt werden.

Nach der Rückkehr aus Spanien ist ein weiteres Testspiel am Bruchweg geplant. Die Mainzer haben sich mit dem 1. FC Köln auf eine Generalprobe eine Woche vor dem Rückrundenstart verständigt. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Am Samstag, 23. Januar geht’s dann zum Auftakt nach Ingolstadt.

Das gute Vorrundenergebnis von 24 Punkten auch in der Rückrunde zu bestätigen, sieht Martin Schmidt als große Herausforderung. Foto: Jörg Schneider„Unsere insgesamt gute Vorrunde muss Mut machen, um auch eine gute Rückrunde zu absolvieren“, sagt der 05-Trainer. 24 Punkte sind’s am Ende geworden nach einigen Höhen und Tiefen. Platz acht. Aufs ganze Jahr 2015 gesehen hat die Mannschaft 46 Zähler eingefahren. 42 davon seit Martin Schmidt im Februar als Nachfolger von Kasper Hjulmand die Verantwortung übernommen hat. „Diese 24 Vorrundenpunkte in der zweiten Saisonhälfte zu bestätigen, wird die größte Herausforderung sein“, sagt der Schweizer. „Daran müssen wir uns messen lassen. Ich will nicht sagen, dass wir wieder 24 Punkte holen, aber das, was wir in einem halben Jahr schaffen, müssen wir auch über eine ganze Saison hinkriegen. Das wird unsere Zielsetzung sein.“ Und das dürfte schwer genug werden.

Denn der Trainer muss einkalkulieren, dass sein Team auch im zweiten Runden-Abschnitt den einen oder anderen Ausreißer nach unten wie nach oben produziert. „Einige der Großen kitzeln, für Überraschungen sorgen und gegen die Klubs, die hinter uns stehen, punkten. Das ist der Ansatz“, sagt der 48-Jährige. Inhaltlich werde es darum gehen, die Qualität der Mannschaft weiterzuentwickeln. „Der Plan im Spiel ist immer verschieden, deshalb muss sich unser Spiel im Gesamten weiterentwickeln. Dazu müssen wir im mentalen  Bereich am meisten und am schnellsten Fortschritte machen. Beim 0:2 In Berlin haben wir nun gesehen, dass uns der Gegner von vorneherein im mentalen Bereich überlegen war. Mentalität. Psyche. Mit Drucksituationen umgehen können. Wichtige Spiele gewinnen können. Da müssen wir einfach stabiler werden.“

Das Team werde diese Entwicklungsschritte machen. Davon ist Schmidt überzeugt aufgrund der personellen Zusammensetzung seines Kaders. Solche Auftritte wie beim 1:3 zu Hause gegen Werder Bremen sollen im neuen Jahr nach Möglichkeit verhindert werden. „Das Spiel würde ich gerne noch einmal spielen“, sagt Schmidt. „Die Niederlage gegen die Bremer hatte überhaupt nichts mit eigenem Spielaufbau, mit dem System oder so etwas zu tun. Das waren sechs, sieben faule Minuten, wo du einen Blackout hast und drei Tore kriegst. So verlierst du Spiele. Du verlierst Spiele, indem Spieler eine Eins-ein-Situation falsch einschätzen. Das hat weniger für mich mit Ballbesitz- oder Umschalt-Fußball zu tun.“

Im fußballerischen und taktischen Bereich müsse die Mannschaft sowieso jeden Tag besser werden. „Ballannahme. Erster Kontakt. Ballmitnahme, Abspiele. Wir haben in Berlin gesehen, wir machen zu viele Fehler in diesem Bereich. Dann kommt es zu Ballverlusten, Kontern und Gegentoren. Bevor wir  da nicht besser werden, brauchen wir nicht über Ballbesitz zu reden und den Gegner an die Wand spielen zu wollen. Sondern wir müssen an diesen Dingen arbeiten.“

Und daran, die vorhandenen Stärken zu festigen, weiter auszubauen. „Auf der Habenseite steht bei uns unheimlich viel Tempo, Konterstärke. Balleroberung in der eigenen Hälfte mit Umschaltung“, betont der 05-Coach. „Diese Waffe müssen wir noch viel mehr schärfen und perfektionieren. Dann glaube ich, können wir wieder eine gute Rolle spielen. Alles andere wird dann nebenher ganz klar weiterverbessert.“ Das muss allerdings Zug um Zug im Spielbetrieb geschehen. „In der Vorbereitung von drei Wochen kannst du keine Weltmacht auf die Beine stellen. Da müssen wir schnellstmöglich an unseren wichtigsten Dingen arbeiten. Das wird Priorität haben in der Vorbereitung.“

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