05er ziehen die Option bei Jhon Cordoba

Jörg Schneider. Mainz.
Vor dem Derby am Sonntag bei Eintracht Frankfurt hat Christian Heidel bereits wichtige Personalentscheidungen bekannt gegeben: Der FSV Mainz 05 wird die nach der Saison fällige Option für Jhon Cordoba in jedem Fall ziehen, selbst wenn sich der Bundesligist dazu entschließen sollte, den Mittelstürmer nicht zu behalten - was allerdings nicht wahrscheinlich ist. Ob Christian Clemens in Mainz bleibe, liege einzig in der Entscheidung von Martin Schmidt. Wenn der Trainer den Rechtsaußen im Kader haben wolle, werde der Klub am 30. April die Option ziehen. Außerdem wird der an den FSV Frankfurt ausgeliehene Besar Halimi im Sommer seinen Dienst bei den 05ern antreten.

Jhon Cordoba bleibt in jedem Fall Profi beim FSV Mainz 05. Der Bundesligist wird die nach der Saison fällige Option für den Mittelstürmer ziehen. Das erklärte Manager Christian Heidel am Freitag.In der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Derby am Sonntag bei Eintracht Frankfurt verweigerte Christian Heidel beharrlich jede Aussage, die den FC Schalke 04 zum Thema hatte. Der Noch-Manager des FSV Mainz 05 wollte nur über seinen aktuellen Klub reden, nicht aber über den Verein, bei dem der 52-Jährige im Sommer neu anfängt als Vorstand. Die Attacken vorn Horst Heldt, der dem 05-Manager sinnbildlich vorwarf, sich zu früh in Sachen einzumischen, die ihn noch nichts angingen und andere Themen – für Heidel nicht relevant. „Heute ist Pressekonferenz bei Mainz 05. Die auf Schalke war gestern“, sagte Heidel und schnitt alle Nachfragen ab. Dafür sagte der scheidende Transferchef einiges zur Personalplanung am Bruchweg. Das Wichtigste dabei: Heidel erklärte, dass der Bundesligist die nach der Saison fällig werdende Option bei Jhon Cordoba in jedem Fall ziehen werde. „Wir wären ja völlig bescheuert, wenn wir das nicht tun würden“, erklärte der 05-Manager. „Wir würden die Option auch dann ziehen, wenn wir zum Entschluss kämen, dass wir Jhon nicht behalten wollten.“

Das allerdings steht nicht zu erwarten. Denn die rund fünfeinhalb Millionen Euro, die Mainz 05 an den FC Granada überweisen muss, damit sich der Vertrag des Kolumbianers am Bruchweg automatisch um vier Jahre verlängert, sind gut angelegt. „Man muss ja dabei auch immer beachten, was der Spieler für einen Marktwert hat“, sagte Heidel. Der Marktwert des 22-Jährigen steigt derzeit mit jedem Bundesliga-Einsatz, vor allem aber dank der konstant guten Leistungen des Mittelstürmers. Das Paket, das die 05er schnüren müssen, ist umfangreich. Zu der Ablösesumme dürfte mindestens noch einmal eine ebenso große Gehaltssumme kommen. „Der Junge ist jung und hat schon für viel Furore gesorgt“, so Heidel. Will heißen, ein Cordoba, der plötzlich auf dem freien Markt auftauchen würde, wäre ein begehrtes Objekt im In- und Ausland. „Man muss sich nur vorstellen, wir lassen ihn zurückgehen, und eine Woche später wechselt er für zehn  oder mehr Millionen irgendwo hin.“  Man könne den 05ern abnehmen, dass sie sich diese Investition leisten könnten, betonte der Manager. Auch die im Fall von Christian Clemens. Die Entscheidung darüber, ob der Rechtsaußen in Mainz bleibt oder zum FC Schalke 04 zurückgeht, muss bis 30 April fallen.

Clemens: Entscheidung des Trainers

„Das ist eine rein sportliche Entscheidung“, sagte der 52-Jährige. „Martin Schmidt muss entscheiden, ob er den Spieler im Kader haben will. Wenn das so ist, ziehen wir die Option.“ Er selbst habe mit dieser Geschichte nur so viel zu tun, dass er dann einen Brief an seinen künftigen Klub schreiben müsse, in dem er den Vollzug mitteile. Und natürlich muss der Noch-Manager die dann fälligen rund zwei Millionen Euro Ablöse für Clemens überweisen. Ansonsten sieht es zurzeit danach aus, als sollte Rouven Schröder, der Nachfolger Heidels auf dem Managerposten am Bruchweg, die 05-Transfergeschäfte erstmals mehr oder weniger alleine steuern. Der Ex-Bremer Sportvorstand, der im Moment in der 05-Geschäftsstelle ein provisorisches Büro bezogen hat und in alles eingearbeitet wird, tritt am 16. Mai sein Amt offiziell und auch öffentlichkeitswirksam an. „Momentan haben wir täglich Kontakt“, sagte der 05-Trainer diese Woche. „Wir haben jede Woche einen jour fix zum Thema Kaderplanung mit Christian und Rouven. Da wird alles, was im Moment relevant ist, abgearbeitet. Da geht es um alle Spieler, die da sind, um diejenigen die ausgeliehen sind. Und wir sprechen übers Scouten. Wen wir scouten, wer wohin geht, welche Spieler wir uns weiter angucken“, berichtete der 05-Trainer. „Da gibt’s Kontakte, wo den ausgeliehenen Spielern und den Vereinen Optionen aufgezeigt werden. Spieler, an denen Christian schon dran war oder bei denen er den Berater lange kennt, da führt er die Gespräche weiter. Spieler, die wir neu in die Gedankengänge aufnehmen für die Zukunft, an die geht Rouven ran. Er ist in jeden Schritt eingebunden. Es läuft optimal im Moment.“

Dennoch spricht vieles dafür, dass die Personalentscheidungen, die demnächst getroffen werden (mit Ausnahme von Clemens und Cordoba) überwiegend nach der Saison und in der Vorbereitung abgewickelt werden.  „Es gibt im Moment keine Anfragen für unsere Spieler. Da wir im Moment faktisch keine Gespräche führen mit jemandem wegen eventueller Abgänge von Leistungsträgern, die ersetzt werden müssen, gibt es derzeit auch nichts in Sachen Neuzugängen. Wir haben die längste Sommerpause seit Jahren, da ist noch viel Zeit. Außerdem haben wir einen kompletten Bundesligakader, der eine Saison abschließt irgendwo zwischen Platz fünf und vielleicht neun, wenn’s ganz schlecht laufen sollte. Da gibt es keinen Druck.“ Wenn irgendwann Bewegung in den Markt kommen wird, wenn beispielsweise Yunus Malli dann doch von seiner Ausstiegsklausel, die bei rund 9,5 Millionen Euro liegen soll, Gebrauch machen sollte, oder wenn andere Leistungsträger mit Veränderungswünschen ans 05-Management herantreten sollten, dann sei man vorbereitet. „Das wird aber dann wahrscheinlich nicht mehr meine Baustelle sein, sondern die von Rouven und Martin“, sagte Heidel.

Zu tun haben Schröder und Heidel dennoch genug. Die Situation der ausgeliehenen Spieler muss geklärt werden. Klar ist bisher nur eine Personalie: „Besar Halimi wird im Sommer bei uns anfangen“, erklärte der Manager. Der 21-jährige Mittelfeldspieler, der an den FSV Frankfurt ausgeliehen ist, habe sich gut entwickelt und solle sich in der Vorbereitung in Mainz im Bundesligakader versuchen durchzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die übrigen Leihspieler, Niki Zimling (derzeit verletzt), Todor Nedelew, Maximilian Beister, Dani Schahin oder Robin Zentner zu den 05ern zurückkehren werden, ist eher unwahrscheinlich. „Fakt ist, sie haben alle Vertrag bei Mainz 05“, sagte Heidel. „Unserer Aufgabe in den nächsten Wochen ist, das alles abzuarbeiten. Rouven Schröder hat da schon mit einigen gesprochen.“

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