5:0-Sieg: 05er erfüllen Aufgabenstellung

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat das abschließende Testspiel dieser Saison-Vorbereitung gewonnen. Eine Woche vor dem Auftritt im DFB-Pokal beim Regionalligisten in Unterhaching besiegte der Bundesligist vor 410 Zuschauern am Bruchweg den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt mit 5:0. Das Team von Martin Schmidt zeigte dabei über weite Strecken eine ordentliche Leistung mit jeweils zwei Treffern von Yunus Malli und Fabian Frei sowie einem Tor von Jhon Cordoba. Der 05-Trainer war zufrieden mit der Vorstellung, weil das Team vieles umgesetzt hatte, was er der Mannschaft als Aufgabenstellung mitgegeben hatte.

FSV Mainz 05 - FC Rot-Weiß Erfurt 5:0 (1:0)

Sonntag, 14. August 2016, 410 Zuschauer.

FSV Mainz 05: Lössl (46. Müller) - Donati, Bungert (46. Hack), Bell (74. Balogun), Brosinski - Serdar, Rodríguez (80. Bengtsson) - Clemens (62. De Blasis), Malli (67. Frei), Jairo (74. Holtmann) - Córdoba (74. Muto).

FC Rot-Weiß Erfurt: Domaschke (85. Knoll) - Pigl (85. Becker), Henneböle, Struß, Sumusalo - Uzan (58. Mähner), Pommer (84. Blasi), Kraulich (79. Wegmann), Benamar (85. Hausner) - Ihenacho (63. Lauerbach), Bieber.

Tore: 1:0 Malli (31., Foulelfmeter an Bell), 2:0 Córdoba (50., Rodríguez), 3:0 Malli (62., Jairo), 4:0 Frei (83., nach eigener Balleroberung), 5:0 Frei (de Blasis).

So schlimm ist es ja dann doch nicht geworden, wie die Ankündigung von Martin Schmidt nach der 0:2-Pleite am Donnerstag gegen den 1. FC Köln hatte vermuten lassen. Der Trainer des FSV Mainz 05 hatte betont, dass seine Mannschaft auch an diesem Sonntag sehr müde sein werde, weil die Hochbelastungsphase dieser Vorbereitung erst am Montag ende und der Schweizer wegen des abschließenden Testspiels nicht weniger mit seinen Profis trainieren wollte. Der Bundesligist zeigte jedoch eine ordentliche Leistung beim 5:0-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt vor 410 Zuschauer im Bruchwegstadion und überzeugte in einigen Dingen gegen einen Gegner, der allerdings nicht mit seiner besten Drittligaformation angetreten war.

Das spielte im Endeffekt keine Rolle. Die Partie verlief so, wie es zu erwarten war und in einer Richtung, die den Bundesligisten auch am kommenden Sonntag im Erstrundenspiel des DFB-Pokals beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching erwarten dürfte: Ein tief stehender, mit vereinten Kräften verteidigender Gegner, der sich wehrt und mit fußballerischen Mitteln im Ballbesitz bespielt werden muss. Die Unterhachinger werden im Heimspiel ähnlich auftreten, wahrscheinlich aber energischer und mit mehr Risiko den Erfolg im Konter suchen. Um diese Situationen zu simulieren, eignete sich die Prüfung gegen die Erfurter schon mal ganz gut.

Erfolgreich in ungewohnter Rolle: Fabian Frei erzielt hier das 5:0 per Kopf gegen die Erfurter. Zuvor hatte der Schweizer schon mit dem Fuß getroffen. Foto: Imago„Wir wussten, dass wir gegen einen Drittligisten dominieren müssen“, sagte der Coach nach der Partie. „Wir hatten uns als Ziel gesetzt, sehr konzentriert zu verteidigen, keine einzige Chance zuzulassen, immer wieder gute Raumaufteilung und eine Kontersicherung zu haben, weil wir sehr viel in des Gegners Hälfte waren. Dass wir nach Ballverlust immer Druck auf dem Ball haben, so dass der Gegner nach Balleroberungen nicht zum Umschalten kommt. Ich habe gefühlt keine Torchance der Erfurter gesehen. Ein paar Umschaltaktionen, die wir aber in unserer Hälfte ersticken  konnten. Von daher bin ich zufrieden, weil wir das in dem Bereich gut erfüllt haben“, erklärte der Trainer. Die zweite Aufgabenstellung in dieser Partie sei die Kreativität im letzten Drittel gewesen, die Eins-gegen-eins-Situationen zu suchen, Bälle durchzustecken, breit aufzuspielen. „Das haben wir gemacht und immer wieder Überzahl geschaffen. Irgendwann zermürbt das den Gegner. So muss es aussehen“, sagte der 49-Jährige, der seine Profis danach sofort in den Kraftraum schickte. Denn die Belastungsphase geht noch bis Montagmittag weiter. „Ich bin zufrieden mit der Leistung, zufrieden mit den Abläufen und den Zielen, die wir uns gesetzt haben“, betonte Schmidt.

Die Mainzer setzten von Beginn an um, was gefordert war gegen einen sehr willigen und gut organisierten Gegner, der sehr tief stand und vielbeinig verteidigte. Stefan Krämer, der Erfurter Trainer, hatte zwar über weite Strecken keinen Spieler aus dem Team auf dem Platz, das am Freitagabend ein 2:2 in Lotte geholt hatte, doch der Drittligist bereitete den Mainzern dennoch eine halbe Stunde lang etliche Mühe. Zwar hatte der gut aufgelegte und spritzig wirkende Yunus Malli in der Anfangsphase zwei veritable Chancen, doch es dauerte bis zur 29. Minute, ehe Stefan Bell im gegnerischen Strafraum mach einer Ecke gefoult wurde und Malli den Elfmeter zur Führung verwandelte.

Eine weitere Großchance vergab Daniel Brosinski, der erneut als Linksverteidiger überzeugte, nach Malli-Pass mit dem Pausenpfiff. Fünf Minuten nach dem Wechsel war es José Rodriguez, der mit Suat Serdar auf der Doppelsechs spielte, der einen genau getimten Schnittstellen-Pass spielte, den Jhon Cordoba in der Bewegung mitnahm und den Ball zum 2:0 ins Netz hämmerte. Malli erhöhte in der 64. Minute mit einem sehenswerten Treffer auf 3:0. Der Zehner nahm ein Anspiel am Strafraum mit, ging am Gegenspieler mit einer Körpertäuschung vorbei und zirkelte die Kugel ins lange Eck. Fabian Frei stellte schließlich mit zwei Treffern den Endstand her. Der Schweizer spielte in der Schlussphase hängende Spitze hinter Yoshinori Muto, versenkte in der 83. Minute einen abgeprallten Ball des Japaners zum 4:0. Das 5:0 besorgte Frei per Kopf nach genauer Flanke von Pablo De Blasis (87.).

Vor dem freien Tag am Dienstag gibt’s am Montagmorgen noch einmal eine harte Trainingsarbeit am Bruchweg, dann soll auch der zuletzt angeschlagene Jean-Pierre Gbamin ins Mannschaftstraining einsteigen. Danny Latza hingegen muss weiter auf sein Comeback warten. Der Mittelfeldspieler hat sich in den vergangenen Tagen bei einem Knochenmarködem-Spezialisten vorgestellt, um noch einmal Aufschluss über die anhaltenden Beschwerden im hinteren Adduktorenbereich zu erhalten. Wann der letztjährige Stammspieler tatsächlich ins Mannschaftstraining zurückkehrt, ist offen.

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