Abschied: Junior Diaz sucht neuen Klub

Jörg Schneider. Mainz.
Junior Diaz wird den FSV Mainz 05 mit großer Wahrscheinlichkeit nach drei Jahren verlassen. „Er hat mir gesagt, dass seine Tendenz dahin geht, sich einen neuen Klub zu suchen. Wir glauben in Anbetracht aller Umstände, dass dies die richtige Entscheidung ist“, sagt Christian Heidel nach einem Gespräch mit dem Verteidiger, dessen Vertrag im Juni ausläuft. Im Rahmen einer Medienrunde zum Saisonabschluss sprach der Manager des Bundesligisten am Dienstag über weitere Personalplanungen. Unter anderem im Bereich des Trainerteams.

Nach drei Jahren am Bruchweg gehen Junior Diaz und die 05er in diesem Sommer getrennte Wege. Foto: Jörg SchneiderDas letzte Gespräch zwischen Manager und Profi gab’s am Pfingstmontag. Seitdem ist klar, Junior Diaz sucht einen neuen Verein und wird den FSV Mainz 05 über kurz oder lang in diesem Sommer verlassen. „Es zeichnet sich ab, dass Junior geht“, sagte Christian Heidel im Rahmen einer Medienrunde zum Saisonabschluss am Bruchweg. Die Perspektive, die der 05-Manager und dessen Trainer dem Linksverteidiger aus Costa Rica für die kommende Saison aufzeigten, werde nicht besser sein als in der jetzt zu Ende gegangenen Spielzeit.

„Niemand kann etwas Schlechtes über Junior sagen. Im Gegenteil“, so Heidel. „aber wir müssen ja fair zu ihm sein und ihm aufzeigen, wie groß die Möglichkeiten sind, dass er zum Einsatz kommt.“ Und diese Möglichkeiten sind, wie sie aufgrund dessen sind, dass sich in der 05-Abwehr personell wenig verändern wird. Abgesehen davon, dass Heidel auf der Suche nach einem zusätzlichen Innenverteidiger ist, der Nikolce Noveski ersetzt. Eine Personalie, die den Konkurrenzkampf in der 05-Defensive zusätzlich verschärfen wird.

„Das Problem für Junior ist auch, dass er mit seiner Nationalmannschaft am Gold-Cup teilnimmt und erst im Juli die Vorbereitung aufnehmen könnte. Er hat mir deshalb am Montagabend gesagt, dass seine Tendenz dahin geht, sich einen neuen Klub zu suchen. Wir glauben in Anbetracht aller Umstände, dass dies die richtige Entscheidung ist“, betonte der 05-Manager. „Junior wird 32. Er stellt sich nicht vor, hier zwei weitere Jahre auf der Bank oder der Tribüne zu verbringen.“ Die Tür sei nicht zu für den Profi, man könne immer reden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man sich nach nunmehr drei Jahren trenne, sei groß.

Einen gestandenen Innenverteidiger, dazu Verstärkungen für zwei weitere Positionen. Das ist Heidels Basis-Planung für diesen Sommer. Danny Latza vom VfL Bochum steht bereits als Neuverpflichtung fest. Vieles spricht dafür, dass Yoshinori Muto, der japanische Linksaußen vom FC Tokio, demnächst am Bruchweg anheuert. Vieles, was Heidel in dieser Transferperiode sonst noch unternimmt, wird davon abhängen, was mit Johannes Geis und Shinji Okazaki passiert.

„Für uns ist wichtig, dass keiner eine Ausstiegsklausel hat“, sagt der 51-Jährige. „Wenn einer wechseln will, müssen wir zustimmen. Und das tun wir nur, wenn wir darauf vorbereitet sind und das Kleingeld stimmt.“ Für den Fall der Fälle, den Heidel, wie er sagt, im Moment absolut nicht sieht, habe man Namen im Kopf. „Je näher wir aber dem Saisonstart kommen, desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Freigabe erteilen. Da müssten schon Angebote kommen, dass ich Atembeschwerden kriege. Und wir müssten klare Möglichkeiten haben, Ersatz zu holen.“

Offen ist nach wie vor die Frage, ob einer oder mehrere der  ausgeliehenen Spieler für die Vorbereitung auf die neue Saison eine Rolle im 05-Kader spielen. „Fakt ist, dass alle bei uns einen Vertrag haben. Sollte vorab nichts anderes entschieden werden, gehen wir davon aus, dass die Spieler zum Trainingsstart bei uns sind“, sagt Heidel. In allen Fällen seien die Berater der Profis bei ihm vorstellig geworden. „Das werden wir nun Schritt für Schritt abarbeiten.“

Polter: Bisher nicht wegen Wechsel vorstellig geworden

Einen Sonderfall nimmt dabei Sebastian Polter ein. Der Stürmer macht keinen Hehl daraus, dass er gerne bei Union Berlin bleiben würde. „Polter hat von allen ausgeliehenen Spielern die Situation am besten genutzt“, sagt der Manager,  der jedoch die Behauptung in diversen Hauptstadtmedien, der Zweitligist habe rund 1,5 Millionen Euro für den Torjäger geboten, dementiert. „Bis heute hat weder Sebastian Polter noch dessen Berater mir gesagt, dass er wechseln möchte.“ Das sei überhaupt die Voraussetzung, dass er über ein Union-Angebot nachdenke.

Berichte, dass Aias Aosman, offensiver Mittelfeldspieler vom Drittliga-Absteiger Jahn Regensburg beim Bundesligisten unterschrieben habe, wollte der 05-Manager ebenfalls nicht bestätigen. „Das ist ein Spieler, der für uns von Interesse sein kann für unser Drittligateam, den man auch als Perspektivspieler bezeichnen kann, aber da gibt es noch keine Entscheidung.“

Heidel und Schmidt haben angekündigt, noch ein Strategiemeeting am Bruchweg durchzuführen, bevor beide in Urlaub fahren. Dabei soll es auch darum gehen, dass die Besetzung von Schmidts Trainerteam noch nicht ganz abgeschlossen ist. „Martin soll sich sein Team so zusammenstellen, wie es für ihn vom Gefühl her am besten ist. Da gibt es noch die eine oder andere Veränderung“, sagt Heidel. Beispielsweise die Nachfolge-Regelung für Benni Weber. Der Co-Trainer Analyse wechselt bekanntlich zu Thomas Tuchel und Borussia Dortmund nach neunjähriger Dienstzeit in Mainz. „Wir haben das schon geregelt und werden es in Kürze öffentlich machen, aber es gibt noch ein paar Dinge zu bereden“, erklärt der Manager. Webers Weggang sei ein großer Verlust für Mainz 05, „aber wir glauben, dass wir eine Lösung gefunden haben, mit der wir das auffangen.“

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