Abschied von Bojan und Ramalho

Jörg Schneider. Mainz.
In der Trainerfrage gab es am Tag nach dem für den FSV Mainz 05 glücklich ausgegangenen Bundesliga-Finale keine Entscheidung. Dafür standen für zwei 05-Profis die Zeichen auf Abschied: André Ramalho geht nach einer Saison am Bruchweg zurück zu Bayer Leverkusen. Bojan Krkic verlässt die 05er und kehrt zu Stoke City zurück. „Bojan hat vor allen Dingen in den letzten Spielen gezeigt, was für ein toller Spieler er ist und warum wir ihn verpflichtet haben“, sagt Rouven Schröder. „Das Problem ist aber, dass er wirtschaftlich nicht in unseren Rahmen passt. Man muss vernünftig sein. Im Moment ist eine Verpflichtung einfach nicht darstellbar.“

Das Thema, das die Anhänger des FSV Mainz 05 derzeit am meisten beschäftigt, wird an diesem Sonntag nicht abschließend geklärt. Der Sportdirektor des Bundesligisten will sich derzeit zur Frage, ob Martin Schmidt die Mannschaft als Trainer auch in die neue Saison führt, noch nicht äußern. Man spreche miteinander, sagte Rouven Schröder, es gebe auch einen internen Fahrplan in dieser Geschichte, mehr gebe es aber zurzeit nicht zu sagen. Der Sportdirektor will sich in dieser schwerwiegenden und grundsätzlichen Entscheidung nicht unter Druck setzen und setzen lassen. Einen Tag nach der 0:2-Niederlage zum Saisonabschluss beim 1. FC Köln und dem Ligaverbleib auf Platz 15 der Tabelle endete jedoch das Engagement zweier Profis am Bruchweg.

So jubelte Bojan Krkic nach dem 4:2 gegen Eintracht Frankfurt, das den Ligaverbleib für die 05er darstellte. Am Sonntag verabschiedete Spiortdirektor Rouven Schröder den Spanier offiziell. Foto: Imago Schröder verabschiedete am Sonntag André Ramalho und Bojan Krkic. Der Klub hat sich entschieden, die Kaufoption für den Brasilianer, der im vergangenen Sommer als Leihspieler von Bayer Leverkusen an den Bruchweg gekommen war, nicht wahrzunehmen. „André hat einen guten Job bei uns gemacht. Wir haben ihn verpflichtet, um in der Breite im Hinblick auf die Europaligaspiele besser aufgestellt zu sein. Er hat in vielen Spielen gezeigt, wie wertvoll er sein kann für die Mannschaft, aber wir müssen die Wirtschaftlichkeit abwägen“, sagt der Sportdirektor. Im Klartext heißt das, der 25-Jährige ist dem Klub zu teuer. Die Kaufsumme soll sehr hoch sein. Die Rede war damals von knapp fünf Millionen Euro. Ramalho, der bei den 05ern zunächst als Sechser angefangen hatte, dann als Innenverteidiger eingesetzt war und zuletzt wieder auf der Doppelsechs ins Spiel gekommen war, ist eigentlich nie über den Status eines Ersatzspielers hinaus gekommen. Auch weil der Profi am Anfang mit Verletzungen zu kämpfen hatte und erst am zehnten Spieltag seinen ersten Einsatz für die Mannschaft hatte.

Auch für Bojan Krkic hieß es am Sonntag Abschied zu nehmen. Der Spanier nimmt sich zunächst etwas Urlaub und geht dann zurück zum englischen Premier-League-Club Stoke City. „Bojan hat vor allen Dingen in den letzten Spielen gezeigt, was für ein toller Spieler er ist. Er hat gezeigt, warum wir ihn verpflichtet haben“, sagt Schröder. „Das Problem ist aber, dass er wirtschaftlich nicht in unseren Rahmen passt. Man muss vernünftig sein. Im Moment ist eine Verpflichtung einfach nicht darstellbar.“ Die Engländer haben eigene Pläne mit dem Spielmacher, wollen den 26-Jährigen verkaufen. Und zwar zu in England üblichen Preisen. Ob es eine Möglichkeit gibt, den früheren Barcelona-Jungstar noch einmal auszuleihen, weiß derzeit niemand. Bojans 05-Intermezzo war nicht von der Qualität, dass der Marktwert des Profis deutlich gestiegen wäre. Krkic kam insgesamt auch nur auf elf Einsätze, davon zwei über 90 Minuten. Das könnte gegen einen Verkauf sprechen. Die einzige Chance für die Mainzer bestünde darin, dass der Techniker, der in den beiden letzten Spielen seine Qualitäten zeigte, selbst eine weitere Ausleihaktion anschieben würde. Das wiederum dürfte stark von der Trainerfrage abhängig sein. Bei Martin Schmidt spielte der Top-Mann nicht die Rolle, die er sich erhofft haben dürfte.

„Bojans Weggang ist ein Verlust für uns. Sportlich wie menschlich. Der Junge hat eine hohe Anerkennung im Team. Er passt 100 Prozent zu uns. Unter den jetzigen Voraussetzungen haben wir jedoch keine Chance ihn zu behalten“, sagt der Sportdirektor. „Es ist sehr schade, dass er geht. Da sind wir schon traurig“, betont auch Niko Bungert. „Bojan ist charakterlich ein unglaublich feiner Kerl. Er ist sehr beliebt in der Mannschaft. Bodenständig, freundlich, sehr offen. Er hat jetzt ein paar wichtige Spiele für uns abgeliefert und das halbe Jahr mit einem vernünftigen Ende hinbekommen“, so der 05-Kapitän. „Für Mainz 05 ist so ein Spieler was ganz Besonderes. Wer nicht sieht, dass er ein geiler Kicker ist, der hat keine Ahnung vom Fußball“, sagt Fabian Frei. „Es war für ihn anfangs nicht ganz einfach, weil hier ein anderer Fußball gespielt wird, als er es gewohnt war von seinen vorherigen Stationen. Es hat extrem viel Spaß gemacht, mit ihm zusammen zu spielen. Auch als Mensch ist er ein toller Typ, der am Boden geblieben ist, sich auch wirklich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Da kann man nur den Hut vor ziehen.“

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite