Abschließend ineffizient

Christian Karn. Mainz.
Mit zwei Einsätzen in drei Testspielen schlossen die Nationalspieler des FSV Mainz 05 die letzte Länderspielwoche des Jahres 2016 ab. Jonas Lössl wurde beim 1:1 Dänemarks in Tschechien nicht gebraucht. Levin Öztunali hatte beim 0:1 der deutschen U21 in Polen wenige Szenen. Der Startelf-Debütant Karim Onisiwo war dagegen beim 1:1 Österreichs gegen die Slowakei einer der auffälligsten Spieler, aber auch im Nationaltrikot fehlte dem Angreifer die Effizienz.

Alle Spiele

Do., 10. November:
15.00: ITA - U20 0:1
18.00: U21 - TUR 1:0
18.45: FRA U21 - CIV 5:1
19.00: Karbach - 05 0:3

Fr., 11. November:
20.45: DEN - KAS 4:1

Sa., 12. November:
17.00: NGR - ALG 3:1
18.00: TUR - KOS 2:0
18.00: AUT - IRL 0:1

So., 13. November:
13.00: U18 - IRL 3:2
15.30: U19 - CZE 1:2

Mo., 14. November:
14.00: U18 - NED 2:1
18.00: U20 - POL 4:0
20.45: FRA U21 - ENG 3:2

Di., 15. November:
18.00: AUT - SVK 0:0
18.30: POL - U21 1:0
20.30: CZE - DEN 1:1

Gerade mal 60 Kilometer sind es von Bratislava nach Wien, abgesehen vom Sonderfall Vatikan gibt es keine anderen zwei Hauptstädte in Europa, die so nah beieinander liegen wie die der Slowakei und Österreichs. So gesehen war deren Test-Länderspiel in Wien ein Derby - interessiert hat es allerdings kaum jemanden. Das große Ernst-Happel-Stadion war weitgehend leer. Obwohl der ÖFB Tickets für fünf Euro anbot, obwohl vor dem Spiel der ehemalige Teamkapitän (und Ex-05er) Christian Fuchs verabschiedet wurde, waren keine 15.000 Zuschauer da. Die große Euphorie, von der der damalige Mainzer Julian Baumgartlinger nach der überragenden EM-Qualifikation und vor dem verpatzten Turnier gesprochen hatte, ist offenbar nichts mehr übrig, wobei die Mannschaft auch nach dem EM-Aus wenige Argumente geliefert hat. In der WM-Qualifikationsgruppe ist Österreich mit einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen Vierter hinter Wales, Serbien und Tabellenführer Irland.

Karim Onisiwo lieferte beim Startelfdebüt im ÖFB-Team durchaus Argumente für weitere Nominierungen. Am 0:0 änderte jedoch auch der 05er nichts. Foto: imagoUnd wer nicht hingegangen ist, hat wenig verpasst. Die österreichische Mannschaft musste ohnehin auf ein paar Leistungsträger verzichten; Torwart Robert Almer ist schwer verletzt, der wichtige Zehner Zlatko Junuzovic hatte abgesagt. Der Bayern-Profi David Alaba und der Mittelstürmer Marc Janko blieben auch zunächst draußen; Nationalcoach Marcel Koller wollte ein paar neue Spieler ausprobieren.

Einer davon war Karim Onisiwo. Der Mainzer, der bisher in der A-Auswahl des ÖFB nur einmal eingewechselt worden war, stand erstmals in der Startelf, begann vorne rechts im 4-2-3-1, war in der zweiten Hälfte zunächst Mittelstürmmer, ab dr 70. Minute bis zu seiner Auswechslung (84.) Linksaußen. Auf keiner seiner drei Positionen konnte Onisiwo am 0:0 etwas ändern.

Vier Szenen hatte Onisiwo, die aus dem Mittelmaß des trägen Spiels herausragten, drei davon binnen zehn Spielminuten. Das war sein guter Lauf in die Spitze in der 37. Minute; die Flanke von Marko Arnautovic kam jedoch zu nah ans Tor, Torwart Jan Novota kam dem 05er entgegen, der das Beste daraus machte, dem Torwart den Ball überschoss. Der Junuzovic-Vertreter Lukas Hinterseer brachte den Nachschuss zwar aufs Tor, aber nicht am absichernden Verteidiger vorbei. Das war außerdem ein Lauf am Linksverteidiger vorbei und ein Querpass zu Martin Harnik, der ebenfalls am Innenverteidiger hängenblieb (40.). Das war ein exzellentes Dtibbling gegen drei Mann an der Seitenlinie, dem ein Foul haarscharf neben dem Strafraum folgte; der Freistoß war jämmerlich (47.). Und es war schließlich in der 67. Minute ein schwierig zu nehmender, dadurch schwacher, leicht haltbarer Seitfallzieher. Es war wieder die bekannte Problem des Angreifers: Bei allem Aufwand, bei allen guten Szenen, die der 05er immer wieder hatte, kam am Ende wieder nichts heraus. Wie im 05-Team war Onisiwo einfach nicht effizient. Immerhin: Seine Kollegen hatten solche Szenen kaum, die Slowaken hatten sie mit Ausnahme eines Freistoßes in der 74. Minute überhaupt nicht.

Und auch Levin Öztunali hatte sie nicht. Der U21-Nationalspieler, der bei den 05ern grandios in die Saison gestartet ist, im zweiten Siebenerblock allerdings etwas an Schwung verloren hat, verlor das Testspiel in Polen 0:1. Das Tor fiel in der 57. Minute nach einer Freistoßflanke, bei der die DFB-Abwehr am langen Pfosten in Überzahl dem Stürmer Dawid Kownacki zu viel Platz ließ. Öztunali, der eine Chance von Leroy Sané eingeleitet hatte, wurde nach einer guten Stunde ausgewechselt, sein Ersatzmann Timo Baumgartl sah in der Schlussphase die Rote Karte.

Außerdem spielte Dänemark gestern im Testspiel gegen Tschechien 1:1. Jonas Lössl wurde nicht eingesetzt. Die Länderspielwoche ist damit für die 05er abgeschlossen, ab sofort geht es ums Bundesligaspiel am Samstag gegen den SC Freiburg.

► Alle Artikel zum internationalen Fußball

► Zur Startseite