Allagui, Wollscheid, Jairo und de Blasis mit Berlin-Option

Jörg Schneider. Mainz.
Die Trainingsgruppe am Bruchweg wird langsam, aber sicher größer. Am Dienstagmorgen durfte Kasper Hjulmand Filip Djuricic wieder am Bruchweg begrüßen. Der Serbe ist von seinem Länderspieleinsatz gesund zurückgekommen Auch Sami Allagui absolvierte eine leichte Einheit mit der Mannschaft und ist für den 05-Trainer eine Option im Spiel gegen Allaguis bisherigen Klub Hertha BSC am Samstag in Berlin. Nur Ja-Cheol Koo fehlte verletzungsbedingt. Der koreanische Nationalspieler kam aufgrund einer Waden-Blessur ohne Länderspieleinsatz zurück nach Mainz. Die 05er hoffen, dass der 25-Jährige vielleicht am Donnerstag ins Training einsteigen kann. Sonst wird es eng für einen Einsatz im Auswärtsspiel.

1Gespräche im Training: Gibt Trainer Kasper Hjulmand seinem Neuzugang Sami Allagui die Chance, in Berlin gegen seinen bisherigen Klub zu spielen? Foto: Jörg Schneider 4 Feldspieler aus dem Bundesligakader tummelten sich am Dienstagmorgen im Mannschaftstraining des FSV Mainz 05. Filip Djuricic meldete sich gesund von seinem Länderspieleinsatz mit der serbischen Nationalmannschaft zurück. Und auch Sami Allagui, der wegen Leistenbeschwerden vorzeitig den Kader der Nationalelf Tunesiens verlassen hatte, absolvierte eine leichte Trainingseinheit. „Er hat es heute ein bisschen ruhiger angehen lassen“, sagt Kasper Hjulmand. „Es gibt immer noch ein leichtes Problem mit der Leiste. Unsere Physios waren aber der Meinung, er könne reduziert, mit wenig Belastung, trainieren. Deshalb haben wir ihn heute noch nicht alles mitmachen lassen. Wir werden am Mittwoch sehen, wie es bei ihm geht.“

Koo soll eventuell am Donnerstag trainieren

Sorgen bereitet allerdings Ja-Cheol Koo. Der Kapitän der südkoreanischen Nationalmannschaft ist ohne Länderspieleinsatz zurückgekommen. Koo hatte sich offenbar bereits im Spiel gegen Hannover 96 (0:0) in der Coface Arena eine Wadenblessur zugezogen, die nach wie vor kein Training zulässt. „Wir hoffen, dass er noch diese Woche ins Training zurückkommt. Vielleicht am Donnerstag. Wir hoffen natürlich, dass es bei ihm bis Samstag wieder geht.“ Doch das könnte eng werden.

14 Feldspieler bei der Arbeit. Das ist eine Anzahl von Spielern, mit der Hjulmand arbeiten, auch gezielt arbeiten kann. „Das ist eine gute Gruppe. Wir können viel machen im Training. Letzte Woche war es nur möglich eine große Einheit, das Trainingsspiel mit der U23, zu absolvieren. Jetzt geht wieder mehr“, so der 05-Coach. Der Däne ist nicht begeistert über diese Phase der Saisonarbeit. Hjulmand muss so etwas wie einen Neustart hinlegen mit vielen neuen Spieler für diverse Positionen. Doch der Coach kann im Prinzip zwei Wochen lang nichts einstudieren, den Gewöhnungsprozess innerhalb seines Kaders nicht forcieren, weil ein Großteil des Personals auf Achse ist.

Nach Berlin: Drei Spiele in sechs Tagen

„Ich kann nichts daran ändern und nichts machen. Natürlich können wir nicht so viele taktische Dinge tun, wie wir gerne möchten“, sagt der 42-Jährige. Er versuche halt, das Optimale herauszuholen. „Heute zum Beispiel haben wir viel mit der Viererkette gearbeitet. Die Spieler sind alle da.“ Bis auf den wegen eines Bänderrisses länger ausfallenden Nikolce Noveski. „Wir können auch einige grundsätzliche Dinge tun. In Berlin brauchen wir trotzdem die beste Qualität auf dem Platz.“ Das bedeutet für den Trainerstab am Ende der Woche, wenn alle Profis zurück in Mainz sind, genau hinzuschauen, wer wie lange gespielt hat, in welchem Zustand die Spieler zur Mannschaft zurückkehren und dann das nötige Fingerspitzengefühl besitzen. Ein Gefühl entwickeln, was am Samstag personell möglich sei. „Viel trainieren können wir für dieses Auswärtsspiel nicht.“

Hjulmand denkt aber schon weiter. Danach kommt’s erst richtig geballt: Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag, 20. September. Am Dienstag drauf (23. September) das Rein-Main-Derby bei Eintracht Frankfurt. Und am Freitagabend (26. September) schon das nächste Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim in der Coface Arena. Drei Spiele in sechs Tagen. „Wir haben nicht viel Zeit zu trainieren, um uns auf vier Spiele vorzubereiten“, sagt Hjulmand. „Wir können nur Generelles machen und an unseren Strukturen arbeiten. So müssen wir diese Spiele absolvieren.“ Ein neuer Neustart quasi und alles andere als eine entspannte Situation.

Viele Gespräche mit den Neuen

Doch der dänische Trainer ist immer positiv eingestellt. Es werde alles versucht, die nötige Qualität auf den einzelnen Positionen an den Start zu bringen. „Diejenigen, die hier waren, haben alle sehr gut trainiert“, sagt er. Auch die neuen Spieler. „Ich habe sehr viel mit ihnen gesprochen über unser Spiel. Sie sind hier zu lernen. Alle sind dabei sehr motiviert.“ Jairo, Pablo de Blasis, Philipp Wollscheid. Alle drei - und womöglich auch Jonas Hofmann, der noch bei der U21-Nationalmannschaft ist - seien eine Option für Berlin.

Natürlich auch Sami Allagui, der bis zum Samstag wieder komplett fit sein sollte. „Seine Qualitäten kennen wir, und er kennt sehr viel von unserem Spiel.“ Allagui ist natürlich besonders heiß auf die Partie gegen seinen bisherigen Klub. „Ich muss mit ihm darüber reden. Grundsätzlich aber sehe ich dieses Spiel wie alle anderen Begegnungen auch. Ich möchte mit den Spielern beginnen, die am besten in die Startelf passen“, so Hjulmand. „Ich denke nur daran, was für Mainz 05 das Beste ist, welches Gefühl ich bei den einzelnen Spielern habe. Dass Sami jetzt von der Hertha zu uns kam, spielt da für mich keine große Rolle.“

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