André Ramalho kommt fürs Mittelfeld

Christian Karn. Mainz.
Binnen einer Woche hat Rouven Schröder den zweiten Leverkusener Mittelfeldspieler den Rhein hinauf zum FSV Mainz 05 geholt. Zunächst auf Leihbasis, aber mit Kaufoption kommt der 24-jährige André Ramalho Silva an den Bruchweg. Der brasilianische Allrounder, der auch in der Innen- und Außenverteidigung spielen kann, war im vergangenen halben Jahr Stammspieler bei Bayer 04 und muss nicht der letzte Transfer der 05er am letzten Transfertag sein.

Im vergangenen Jahr noch Gegner, jetzt Kollegen: André Ramalho (links) und Jhon Córdoba. Foto: imagoDa geht es doch noch einmal rund beim FSV Mainz 05, so kurz vor Transferschluss. Einen Tag nach dem Kölner U19-Torjäger Jannik Meuse griffen die 05er noch einmal in einem der höheren Regale zu verpflichteten zunächst auf Leihbasis mit Kaufoption den Leverkusener Defensivspieler André Ramalho Silva. Der 24-jährige Brasilianer, der vor allem fürs defensive Mittelfeld vorgesehen ist und die Rückennummer 22 bekommt, muss dabei nicht mal der letzte Transfer der Mainzer in diesem Sommer sein. "Schauen Sie mal auf die Uhr", sagte 05-Sportdirektor Rouven Schröder der nullfünfMixedZone, "es ist halb drei." Da geht offenbar noch etwas.

Ramalho ist die Antwort auf Verletzung des Vorjahres-Stammspielers Danny Latza, der sehr früh aus der Saisonvorbereitung ausschied, kein einziges Testspiel absolvieren konnte, und wohl noch eine Weile fehlen wird. Weil ja außerdem Julian Baumgartlinger den umgekehrten Weg von Ramalho und dem vorige Woche verpflichteten Levin Öztunali ging und von Mainz nach Leverkusen wechselte, müssen die 05er ihr defensives Mittelfeld völlig neu aufbauen, was in Dortmund mit dem Jung-Profi Suat Serdar und dem kaum älteren, aber weit erfahreneren Neuzugang Jean-Philippe Gbamin schon ordentlich aussah, im Pokalspiel in Unterhaching und in einigen Vorbereitungsphasen weit schlechter funktioniert hatte.

"Wir haben wir uns noch einmal mit einem deutschsprachigen Spieler im defensiven Mittelfeld verstärken wollen", erklärt Schröder - bei den bisherigen Neuzugängen fürs Zentrum, dem Franzosen Gbamin und dem Spanier José Rodríguez ist die Sprachbarriere durchaus vorhanden. "Dadurch gewinnen wir zusätzliche Stabilität im Zentrum", sagt der Sportdirektor weiter. "André Ramalho ist dazu auch auf der Außenverteidiger-Position einsetzbar, er ist aggressiv, robust, laufstark, verfügt über ein gutes Stellungsspiel und ist dazu ein sehr guter Charakter und Teamplayer." Mit dem vom Trainer Martin Schmidt am Dienstag erst in Aussicht gestellten Transfer eines Außenverteidigers soll Ramalho explizit nichts zu tun haben.

Der aus der Stadt Ibiúna im Hinterland Sao Paulos stammende André Ramalho Silva kam erst vor einem Jahr nach Leverkusen, war dort in der Hinrunde der vergangenen Saison gegen Mainz 05, aber sonst kaum im Einsatz, in der Rückrunde dagegen (auch wegen der Verletzung von Ömer Toprak) Stammspieler in der Innenverteidigung. In den beiden Pflichtspielen der jungen Saison 2016/17 schaffte er es nicht in den Bayer-Spieltagskader. Zuvor hatte Ramalho sieben Jahre lang dem Red-Bull-Konzern angehört und für dessen diverse brasilianische und österreichische Teams gespielt, 2014 und 2015 mit der Salzburger Abteilung die österreichische Meisterschaft gewonnen.

Ob die 05er in den verbleibenden Stunden der Transferperiode noch einen Spieler abgeben, ließ Schröder noch einen Spalt weit offen. "Dann müsste das bereits vorbesprochen sein, was es nicht ist", sagte der Sportdirektor der nullfünfMixedZone. "Wenn, dann müsste es einen ganz, ganz großen Schnellschuss geben."

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite