Auch ohne Effizienz Gruppensieger

Christian Karn. Mainz.
Drei Tage nach den Koreanern hat auch Shinji Okazaki das Viertelfinale der Asienmeisterschaft erreicht. Auch die Japaner schlossen ihre Gruppe ohne Gegentor und Punktverlust ab, im letzten Spiel gab es am Dienstag gegen Jordanien einen nur etwas mühevollen 2:0-Sieg. Okazaki bereitete dabei das Führungstor vor. Am Freitag um 11.30 Uhr deutscher Zeit spielt der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 mit seinen Kollegen in Sydney gegen die Mannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.

Verglichen mit dem holprigen 1:0 gegen Irak machten die Japaner beim 2:0 gegen Jordanien einen großen Schritt zurück zu ihrer gewohnten Spielstärke. Was fehlte, war lediglich eine gewisse Effizienz vor dem Tor. Keisuke Honda traf schon in der 24. Minute zur Führung, aber erst in der 82. Minute entschied Shinji Kagawa die Partie endgültig. Zwei weitere Tore wurden allerdings jeweils früh in der ersten und in der zweiten Hälfte aberkannt, zumindest das zweite war regulär.

Aus ähnlicher Position wie in dieser Szene gegen Werder Bremen bereitete Shinji Okazaki Japans Führungstor gegen Jordanien vor.Über den vermeintlichen Führungstreffer des Frankfurters Takashi Inui kann man zumindest diskutieren. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Honda den Ball erst hinter der Grundlinie zurückgespielt hat (10.). Die Japaner kontrollierten das Spiel in dieser Phase vollkommen, machten Druck. Innenverteidiger Masato Morishige (FC Tokyo, 15.) und Honda mit einem fies aufspringenden Topspin-Freistoß (17.) hatten weitere Möglichkeiten. In der 20. Minute schlug der jordanische Torhüter, Rekordnationalspieler Amir Shafi, eine tückische Flanke des Inter-Milan-Linksverteidigers Yuto Nagatomo vor dem AC-Milan-Rechtsaußen Honda weg. Und in der 24. Minute stand dieser wieder da, wo er immer steht: Inui steckte den Ball links zu Okazaki durch, dessen Schuss Shafi nur zur Seite abwehren konnte. Rechts im Fünfmeterraum, etwas seitlich vom Tor, schob Honda den Ball ins offene Netz. Gegen Irak hatte der Star der Japaner aus nahezu gleicher Position nur den Pfosten getroffen, diesmal war es das 1:0 durch den Mann, der vor zweieinhalb Jahren schon einen Hattrick gegen Jordanien geschossen hatte.

Zwei schlechte Pässe in der japanischen Abwehr brachten nun auch den Gegner mal vors Tor, aber die Verteidiger regelten das ohne Mühe (28.). Und Japan ließ nicht nach, ließ sich von der Härte der weniger boshaften als übereifrigen Jordanier nicht beeindrucken, baute durchaus geduldig auf, aber immer mit dem Gedanken, noch ein Tor schießen zu wollen. Bei Morishiges hartem Kopfball bekam der Torhüter blitzschnell die Hände nach oben (29.), Okazakis Schuss ging ans Außennetz (37.). 

Sekunden nach Wiederanpfiff warf sich Shafi mutig in Okazakis Schussversuch, verletzte sich beim Zusammenprall, konnte aber weiterspielen. Der sonst starke usbekische WM-Schiedsrichter Ravshan Ermatov zeigte dem Mainzer völlig zu Unrecht Gelb. Yasuhito Endo, der ewige Nationalspieler von Gamba Osaka schoss über das Tor (55.), Okazakis vermeintliches 2:0 zählte wegen einer knappen Abseits-Fehlentscheidung nicht (60.).

Und die Japaner brauchten inzwischen einen zweiten Treffer. Jordanien war nicht völlig hilflos, auch durch einen Doppelwechsel zur Halbzeit besser im Spiel. Das war auffällig in allen drei Gruppenspielen: In der zweiten Hälfte erlaubten die Japaner regelmäßig dem Gegner 20, 25 gute Minuten - überstehen diese aber. Lassen dabei wenig zu. Und haben auch in diesen Phasen ihre Chancen. Hondas Schuss war aber zu harmlos (70.), Okazaki lauerte in der 72. Minute vergeblich, weil der Torwart Kagawas Schuss nicht prallen ließ, sondern festhielt. Der Dortmunder beseitigte schließlich in der 82. Minute die Zweifel am dritten Sieg, indem er den harten Querpass von Yoshinori Muto zum 2:0 einschoss. Hondas Pfostenschuss in der 89. Minute war der Schlusspunkt in einem Spiel, in dem den Japanern auch unabhängig vom Ergebnis der Konkurrenz - Irak schlug Palästina 2:0 - ein Unentschieden zum Gruppensieg genügt hätte.