Auf dem Level, um Spiele zu gewinnen

Jörg Schneider. Mainz.
Niko Bungert ist der alte und neue Kapitän, Gaetan Bussmann hat am Dienstag sein erstes Mannschafstraining dieser Vorbereitung absolviert, Levin Öztunali muss wegen einer Magen-Darm-Erkrankung um seinen Einsatz am Samstag in Lüneburg bangen. Das sind die personellen Themen beim FSV Mainz 05 in der Woche vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal. Der Trainer betonte am Dienstag zudem, die Mannschaft sei auf dem Level, dass sie Spiele gewinnen könne. „Wir sind auf dem Level, auf dem wir sagen können, wir wissen, wo wir stehen. Wir haben Entwicklungsschritte genommen. Das reicht definitiv aus, um ein solches Pokalspiel zu bestreiten und zu gewinnen“, erklärte Sandro Schwarz.

Mit welcher Startformation Sandro Schwarz das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit bestreiten wird, darüber kann bis Samstag noch ausgiebig spekuliert und diskutiert werden. Der Trainer des FSV Mainz 05 lässt sich diesbezüglich nach wie vor nicht in die Karten schauen. Zumindest die Kapitänsfrage hat der 38-Jährige Anfang der Woche jedoch bekanntlich beantwortet: alles bleibt beim alten. Wie schon in der Vorsaison übernimmt Niko Bungert das Amt des Spielführers beim Bundesligisten. Stefan Bell bleibt Vize-Kapitän. Die 05-Profis wählten darüber hinaus neben den beiden Kapitänen Fabian Frei, Daniel Brosinski, Danny Latza, René Adler sowie Pablo De Blasis in den künftigen Mannschaftsrat.

„IGaetan Bussmann ist wieder fit, hat das Mannschaftstraining aufgenommen und sollte bald wieder ein verlässlicher Faktor in den Personalplanungen seines Trainers sein. Foto: Ekkie Veyhelmannch wollte das Ganze drei, vier Wochen lang beobachten“, sagte Schwarz am Dienstag nach dem Vormittagstraining. „Niko Bungert erfüllt von seinem Profil her die Kriterien, die uns wichtig sind für einen Kapitän. Auf dem Platz und außerhalb des Platzes. Er hat eine hohe Identifikation mit dem Verein. Niko war letztes Jahr in einer schwierigen Situation, hat aber auch, wenn er nicht auf dem Platz stand, die Gruppe geführt. Wir haben diesen Gruppenführer gesucht und schnell gefunden. Niko hat das letztes Jahr gut gemacht, zusammen mit Stefan Bell. Wir haben da keinen Anlass gesehen, die Dinge zu verändern“, betont der Coach. „Wir haben alles ganz offen kommuniziert und alles auch mit denen besprochen, die dafür ebenfalls in Frage hätten kommen können. Die Wahl des Mannschaftsrates haben wir dem Team überlassen, das eine gute Entscheidung getroffen, alles abgedeckt hat.“

Bungert, der die Kapitänsbinde vor einem Jahr vom nach Leverkusen abgewanderten Julian Baumgartlinger übernommen hatte, geht jetzt in seine zehnte Saison als 05-Profi. „Ich bin froh über das Vertrauen, dass der Trainer mir damit ausspricht, obwohl ich während der Vorbereitung drei Wochen lang verletzt war“, sagt der 30-Jährige im Interview auf der 05-Homepage. „Es ist eine schöne Bestätigung meiner Arbeit und ich bin glücklich, die Binde für meinen Verein Mainz 05 weiter tragen zu dürfen. Wir haben hier ein tolles Teamgefüge, so dass die Mannschaft mir die Aufgabe insgesamt sehr einfach macht. Zudem funktioniert die Kommunikation mit dem Trainerteam absolut reibungslos.“

Der Kapitän ist inzwischen wieder fester Bestandteil der täglichen Trainingsarbeit. Die hat inzwischen auch Gaetan Bussmann wieder aufgenommen. Der Franzose absolvierte am Dienstag sein erstes Mannschaftstraining in dieser Vorbereitung. „Wir haben das Training an ihn angepasst, damit er direkt viele Zweikämpfe führen kann“, sagt Schwarz lachend. Denn auf dem Programm standen am Morgen kleine intensive, aggressive Spielformen, um mit dem nötigen Feuer in die Woche zu kommen. „Gaetan hat ein gutes Reha- und Aufbautraining absolviert. Jetzt freuen wir uns, dass er mit seiner Zweikampfschärfe wieder dabei ist.“ Wann Bussmann ein Thema für den Spielkader wird, weiß der Trainer noch nicht. „Er ist durch sein Programm mit Axel Busenkell läuferisch sehr weit. Wir werden das jetzt beobachten im Mannschaftstraining. Dann sehen wir mal.“ Nicht dabei ist weiterhin Jean-Philippe Gbamin. Der Mittelfeldspieler betreibt noch immer sein Aufbautraining nach einer hartnäckigen Gesäßmuskelverletzung. „Noch ist nicht absehbar, wie lange das geht. Er macht gute Fortschritte. Das kann auch fix gehen. Vielleicht in den nächsten drei Wochen“, so Schwarz. Auch für den Wiedereinstieg von Alexander Hack nach überstandenem Bänderriss gibt es keine seriöse Prognose. Levin Öztunali fehlte wegen einer Magen-Darm-Erkrankung. Für das Pokalspiel könnte es eng werden beim Rechtsaußen. „Das hängt auch davon ab, wann er wieder ins Teamtraining einsteigt“, betont der Coach.

Der Schwerpunkt dieser Trainingswoche liege auf gruppen- und mannschaftstaktischen Dingen. „Alles das, was wir am Samstag in Lüneburg brauchen. Auch Torabschlüsse, um uns ein gutes Gefühl dafür zu holen, Tore zu machen. Am Freitag gibt’s noch einmal ein knackiges Abschlusstraining, da packen wir auch Standards mit rein. Dann geht’s los“, sagt der 38-Jährige, der zwölf Tage vor dem Bundesligastart offenbar da ist, wo er hinwollte. „Wir sind auf dem Level, dass wir Spiele gewinnen können. Wir wissen trotzdem, dass es ein Entwicklungsprozess ist, Dinge besser zu machen. Wir sind auf dem Level, auf dem wir sagen können, wir wissen, wo wir stehen. Wir haben Entwicklungsschritte genommen. Das reicht definitiv aus, um ein solches Pokalspiel zu bestreiten und zu gewinnen.“ Er halte der Mannschaft ganz sicher keine Ansprache, in der er erzählen werde, dass er schon die verrücktesten Dinge erlebt habe mit Mainz 05 im Pokal. „Wir reden darüber, wie wir das Spiel erfolgreich bestreiten können. Dass wir ein haushoher Favorit sind, wissen wir, auch dass wir genauso auftreten wollen und dass es um das Ergebnis geht. Die Hürde wollen wir nehmen.“  

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