Aufstieg im internen Ranking

Jörg Schneider. Mainz.
Beim 1:1 im Testspiel des FSV Mainz 05 gegen den FSV Frankfurt nutzten vor allem die U23-Akteure Philipp Klement und Alexander Hack ihre Chance, sich in der Mainzer Kader-Rangliste weit nach vorne zu schieben. Hack ist inzwischen die Nummer drei bei den Innenverteidigern. Klement entwickelt sich mehr und mehr zur Ergänzung für Yunus Malli – weitere Bundesligaeinsätze sind nur eine Frage der Zeit.

Nur drei Klubs in der Bundesliga verfügen über eine zweite Mannschaft, die sich unter professionellen Bedingungen im Wettbewerb messen kann. Im Gegensatz zu den U23-Teams von Werder Bremen und dem VfB Stuttgart, die einen Abstiegsplatz belegen, gehört die Nachwuchs-Mannschaft des FSV Mainz 05 sogar zu den Top-Adressen in der Dritten Liga. Die Elf von Sandro Schwarz steht mit 20 Punkten nach zwölf Spieltagen auf Platz vier. Die Talentförderung am Bruchweg zahlt sich aus. Auch in perspektivischer Hinsicht, denn einige aus dem Mainzer Nachwuchs drängen inzwischen verstärkt in den Bundesligakader.

Philipp Klement, Suat Serdar und Devante Parker haben in der laufenden Saison bereits Kurzeinsätze im Team von Martin Schmidt hinter sich, schafften es wie Alexander Hack wiederholt auf die Ersatzbank des Bundesligisten. Insgesamt sieben Akteure aus dem Drittligateam trainieren in dieser Länderspielpause mit den 05-Profis. Beim 1:1 im Testspiel am Bruchweg gegen den FSV Frankfurt unterstrichen vor allem Klement und Hack erneut ihre Ambitionen und zeigten dem 05-Trainer, dass sie bereit sind für größere Aufgaben. „Die beiden muss man ganz klar herausheben“, sagte Schmidt, der zwar unzufrieden war mit dem Ergebnis, der jedoch etliche Erkenntnisse aus der Partie gegen den Zweitligisten gewann.

Alexander Hack (links) hat sich auf Platz drei der Innenverteidiger-Rangliste bei Mainz 05 vorgearbeitet. Foto: Jörg SchneiderBeispielsweise die, dass Klement im Moment derjenige ist, der Yunus Malli ersetzen kann, sollte der 05-Top-Torjäger und Offensiv-Ankurbler mal ausfallen. Schmidt geht sogar noch weiter, sieht den 23-Jährigen als Ergänzung zu Malli in Spielen, die festgefahren sind oder gegen tief stehende Abwehrreihen, die mit viel eigenem Ballbesitz bespielt und ausgehebelt werden müssen. „So, wie auf Schalke, wo wir mit Philipp hinter Yunus in der Schlussphase spielerisch stärker sein wollten.“ Beim 1:2 in Gelsenkirchen hatte Klement mit seinen fußballerischen Fähigkeiten als offensiver Part auf der Doppelsechs viel dazu beigetragen, dass die Mainzer im Endspurt nahe am Punktgewinn waren und nur daran scheiterten, dass sie ihre herausgespielten Großchancen nicht nutzten. Im Testspiel gegen den FSV lobte Schmidt nun einmal mehr Klements Spielfreude, dessen technische Qualität am Ball, die gut getimten Pässe in die Lücke, die sonst kaum einer der 05er so spielen kann. Dazu aber auch die Tiefenläufe und das Anlaufverhalten des U23-Spielers.

Unter der Woche hatte der 05-Coach zudem Klements Stärke bei Standard-Situationen hervorgehoben. Eine Qualität, die bei den 05ern durch den Weggang von Johannes Geis etwas gelitten hat. Gegen den FSV Frankfurt zirkelte der Linksfuß den Ball aus 18 Metern in bester Geis-Manier an den rechten Pfosten. „Da hat man gesehen, dass ich keinen Quatsch erzählt habe“, kommentierte Schmidt die Situation. Klement war insgesamt der auffälligste 05er in dieser Partie. Sein Spiel kommt an beim Publikum, das die Vorstellung des 23-Jährigen mit großem Applaus bei dessen Auswechslung nach einer Stunde honorierte.

Beister: Option mit mehr Wettkampfpraxis

Alexander Hack hat sich heimlich, still und leise auf Platz drei im Ranking der Mainzer Innenverteidiger hinaufgearbeitet. Henrique Sereno, der als Ersatzmann und eigentlicher Back-up für Niko Bungert und Stefan Bell geholt worden war, wird sich gewaltig strecken müssen, um an dem 22-Jährigen aus der U23 vorbeikommen zu wollen. Gegen den FSV überzeugte Hack mit konsequentem Abwehrspiel, mit Kopfballstärke und mit seiner Qualität, punktgenaue Flachpässe im Spielaufbau ins Zentrum spielen zu können. Nur einmal verspekulierte sich der 1,93 Meter lange Verteidiger im Stellungsspiel nach einem langen Ball, setzte jedoch nach und holte sich die Kugel zurück. „Insgesamt hat er das alles super gelöst“, sagte Schmidt.

Ein weiterer Lichtblick in der ansonsten eher durchwachsenen Vorstellung der Stammspieler und der 05-Profis, die sich für einen Stammplatz bewerben, war das Wettkampf-Comeback von Maximilian Beister. Der aus Hamburg gekommene Außenstürmer spielte eine Halbzeit lang (Schmidt: „Das hat gereicht nach zweieinhalb Monaten ohne Wettkampfpraxis“) und legte einen überzeugenden Auftritt am Flügel hin. Nicht nur wegen seines schönen Treffers zum Ausgleich. Beister hatte etliche gute Aktionen, setzte seine Schnelligkeit ein, wirkte ballsicher und dribbelstark. „Man hat mehrmals gesehen, wie er in die Räume reingefunden hat. Maxi hat gezeigt, dass er zu einer Option wird auf der Außenbahn“, sagte Schmidt. Dennoch muss Beister Geduld und viel Trainingsarbeit aufbringen, um zur festen Größe werden zu können. „Man sieht, dass ihm Spielpraxis fehlt. Er braucht noch ein paar Wochen, bis er in Top-Form ist.“

► Alle Artikel zur Saisonarbeit

► Zur Startseite