Auftakt zur Heimspiel-Serie

Jörg Schneider. Mainz.
Die Partie in der Opel Arena komplettiert heute Abend den 17. Spieltag und beschließt damit die Vorrunde in der Fußball-Bundesliga. Der FSV Mainz 05 empfängt um 17.30 Uhr den 1. FC Köln und hofft nach knapp dreiwöchiger Vorbereitungszeit auf einen erfolgreichen Start ins neue Wettkampfjahr und auf einen Sieg im ersten von vier anstehenden Heimspielen in den ersten fünf Begegnungen. „Das ist absolut eine gute Chance, hier Eigenwerbung für uns zu betreiben. Wir freuen uns darauf und wollen erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen“, sagt Sportdirektor Rouven Schröder.

Knapp drei Wochen hatte der FSV Mainz 05 Zeit, sich auf den Wettspielstart in der Bundesliga vorzubereiten und in Form zu bringen. Drei Wochen mit Training am Bruchweg, einem intensiven Trainingslager in Andalusien, mit einer Reihe von Testspielen. Die Zeit des Einspielens und der personellen Experimente auf den einzelnen Positionen ist nun zu Ende. Am heutigen Sonntag geht’s nun wieder um Punkte, wenn der 1. FC Köln um 17.30 Uhr in der Opel Arena vorstellig wird. Das Duell des momentan Elften gegen den Siebten beendet dann die Vorrunde und gibt die ersten Aufschlüsse über den weiteren Saisonverlauf in der Rückrunde.

Jairo Samperio - hier gegen den heute verletzten Matthias Lehmann - dürfte einer der Flügelstürmer in der neuformierten Mainzer Start-Offensive sein im ersten Heimspiel des Jahres gegen den 1. FC Köln. Foto: Ekkie VeyhelmannDie Stimmung innerhalb des Teams sei hervorragend, berichtete Martin Schmidt in der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. Seine Spieler freuten sich in erster Linie darüber, dass die Intensität im Training, die Maloche der Grundlagenausdauer und der Gesamtumfang nachgelassen habe und dass nun wieder gespielt werde. „Wir haben am vergangen Sonntag  die Vorbereitung beendet, am Montag regeneriert und ab Mittwoch waren Wettkampfbedingungen angesagt. Da begann die Spielvorbereitung auch mental. Der Druck im Kader ist groß, trotzdem ist das Miteinander gut“, sagt der 05-Trainer, der von einer „ausgewogenen Stimmung“ spricht. „Es gibt keinen, der frustriert ist, weil er nicht gespielt hat. Alle sind heiß auf den Start. Danach werden wir dann einen Fakt haben, wie es weiter geht.“

Schmidt hat angekündigt, dass er künftig stärker als in der Hinrunde auf eine Stammelf setzen wird, die je nach Gegner und taktischen Anforderungen nur auf einigen Positionen jeweils verändert werden soll. Das heißt für die 05-Profis: Wer gegen die Kölner beginnt, hat große Chancen, dies auch in den kommenden Wochen zu tun, sich die nötige Bundesliga-Form im Wettkampf zu holen und seinen Platz zu verteidigen. Die Partie gegen die Kölner bildet den Auftakt zu einer für die Mainzer günstigen Spielplan-Konstellation. Von den ersten fünf Begegnungen des neuen Jahres bestreiten die 05er vier im eigenen Stadion: heute gegen Köln, nächsten Sonntag gegen Borussia Dortmund, nach dem Auswärtsspiel in Hoffenheim kommen dann der FC Augsburg und der SV Werder Bremen nach Mainz. Eine gute Gelegenheit also, die Heimstärke auszuspielen und sich direkt zügig zu positionieren, den Abstand nach hinten zu vergrößern.

„Wir spielen lieber zu Hause als auswärts und haben hier in unserem Stadion eine gute Bilanz“, sagt Rouven Schröder, der 05-Sportdirektor. „Das ist absolut eine gute Chance, hier Eigenwerbung für uns zu betreiben. Wir freuen uns darauf und wollen erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen.“ Das nun anstehende Heimspielprogramm zeige, mit welcher Intensität das Team am Anfang in die Saison habe einsteigen müssen bei so vielen Auswärtsspielen, fügt Schmidt hinzu. „Es ist sicher kein Nachteil, häufig zu Hause zu spielen, aber wir werden jedes Spiel für sich betrachten und angehen. Mit Köln und Dortmund kommen zwei Gegner, die vor uns stehen. Dann mit Augsburg und Bremen zwei, die hinter uns sind. Wichtig ist, dass wir die Konstellation beibehalten und die Spiele, die man gewinnen muss auch gewinnt.“ Jetzt habe sich die Mannschaft umfassend auf Köln vorbereitet und wolle diese Partie gewinnen.

Kein leichtes Unterfangen, auch wenn die Bilanz zu Hause gegen den FC positiv ist. Von den bisherigen sechs Bundesliga-Heimspielen gegen diesen Gegner haben die 05er vier gewonnen. Es gab aber auch zwei Niederlagen. Die letzte im April dieses Jahres mit 2:3 nach 2:0-Führung. Das soll sich bei allem Respekt vor dem Gegner nicht noch einmal widerholen. „Man muss Köln in der Hinrunde sicher mit zwei verschiedenen Ellen messen. Die hatten einen Superstart, waren vorne dabei und hatten dann viel Verletzungspech. In dieser Zeit haben sie Punkte verloren. Jetzt sind sie wieder gut drin. Ich gehe davon aus, dass sich jetzt in diesem Jahr ein Top-Sechs-Gegner bei uns vorstellt“, sagt der 05-Trainer. „Wir sind uns deren Stärke bewusst und haben uns gut vorbereitet auf ihren Fußball, den sie unter Peter Stöger kontinuierlich weiterentwickelt haben. Ihre Herangehensweise im Moment muss zuerst verteidigt und ihn Schach gehalten werden. Dann können wir unsere Spielart drauflegen und hier daheim wie immer auf Sieg spielen. Die beiden Mannschaften waren in den letzten Jahren immer auf Augenhöhe. Zu Hause muss Mainz 05 aber immer der Favorit sein.“

Dem FC-Trainer dürfte die ihm zugedachte Außenseiterrolle gefallen, zumal Stöger die Chancen auf einen eigenen Erfolg in der Arena durch die aktuelle Situation in der 05-Offensive gestiegen sieht. Der Österreicher beschäftigte sich im Vorfeld mit der Mainzer Lage nach dem Weggang von Yunus Malli nach Wolfsburg und dem Fehlen des gesperrten Mittelstürmers Jhon Cordoba. „Es wird nicht leicht, aber wir brauchen nicht herum reden, dass Cordoba ein richtig guter Stürmer ist. Wenn er nicht da ist, wird er ihnen in irgendeiner Form fehlen. Dass Malli ein ausgezeichneter Fußballer ist, der Spiele entscheiden kann, da gibt es auch keine zwei Meinungen“, sagte Stöger den Kölner Medien. „Es bleibt am Ende des Tages übrig, dass sie vielleicht individuelle Qualität verlieren in dem Spiel gegen uns - das könnte man ausnutzen. Dann müssen wir aber trotzdem unsere Sachen richtig machen.“

Bei aller Spannung wie Schmidt im ersten Heimspiel seine Offensive besetzen wird und mit welcher Systematik die Mainzer ihr Spiel nach vorne betreiben, die große Frage wird sein, ob es dem Trainer schon gelungen ist, die Defensive zu stabilisieren und damit das größte Manko in den bisherigen Auftritten zu beheben. „Die Defensivstabilität ist ein Schwerpunkt, den wir uns für die Rückrunde gesetzt haben“, betont der 05-Trainer. „Der kann nach zweieinhalb Wochen Training nicht abgeschlossen sein. Das ist ein Prozess, der jetzt wachsen muss. Auch im Training. Da muss Kontinuität rein, dafür brauchst du die Spiele und Wettkämpfe.“ In der Vorbereitung stand die Defensivarbeit, das gesamte Spiel gegen den Ball, absolut im Vordergrund. „Wir arbeiten ständig daran. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen wollen“, erklärt der 49-Jährige. „Wir haben gesagt, 30 Gegentore waren zu viel. Daran wollen wir uns messen lassen. Wir werden dann sehen, wie gut wir gearbeitet haben. Das ist ganz klar ein Ansatz für die Rückrunde. Ohne zu meinen, wir würden uns hinten reinstellen und tief stehen. Unser Spiel ist, wie es ist. Wir müssen nur an der eigenen Raumaufteilung arbeiten, an der Rückendeckung bei Kontern. Daran schrauben wir, darin wollen wir uns steigern.“

 

 

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