Ausgeruht und motiviert in den Fünferblock

Jörg Schneider. Mainz.
Wenn Bayer Leverkusen am Sonntag in der Coface Arena aufschlägt, hat die Werkself zwei schwere Spiele in der Zeit absolviert, in der sich die Profis des FSV Mainz 05 ausruhen und gezielt vorbereiten konnten. Bayer 04 unterlag am Sonntag dem BVB und erwartet heute Abend Sporting Lissabon in der Europaliga. Die 05er, die am vergangenen Samstag 2:3 in Hoffenheim verloren, wollen den Vorteil nutzen und im Heimspiel damit beginnen das umzusetzen, was in der Vorrunde nicht gelang: mehr als drei Punkte holen aus dem nun anstehenden Fünferblock, in dem auf die Schmidt-Elf drei der Top-Klubs der Liga warten.

Gegen Gladbach und Schalke durfte Martin Schmidt die geballte Faust zeigen als Zeichen des Erfolgs. Am Sonntag kommt nun die nächste Spitzenmannschaft in die Arena: Bayer Leverkusen. Foto: ImagoZumindest in einem Punkt hat der FSV Mainz 05 einen deutlichen Vorteil gegenüber dem kommenden Gegner. Als die Mannschaft von Martin Schmidt am vergangenen Sonntagmittag ihr Auslauftraining beendete und sich mit den ersten Analysen der 2:3-Niederlage vom Vortag bei der TSG Hoffenheim beschäftigte, stand Bayer 04 Leverkusen erst vor dem Auftakt einer reichlich strapaziösen Woche, in der die Werkself vor dem Gastspiel am 23. Spieltag in der Coface Arena noch zwei äußerst schwere Aufgaben vor der Brust haben würde. Das Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund, das der Tabellenvierte dann mit 0:1 verlor sowie das Europaliga-Rückspiel gegen Sporting Lissabon heute Abend. Zwei höchst intensive Begegnungen vor dem Treffen mit den ausgeruhten und auf den Punkt vorbereiteten 05ern.

„Das ist für die auch kein leichter Ansatz. Sie kommen aus einer harten Englischen Woche, und dann wartet auf sie so ein Brett bei uns“, weiß Martin Schmidt. Denn wie bei den Heimsiegen gegen die zwei anderen Top-Teams aus Mönchengladbach und Schalke wird der Mainzer Ansatz auch gegen die Leverkusener wieder darin liegen, den Gegner mit enormer Laufleistung, massiver Zweikampfführung und unbedingtem Behauptungswillen zu bearbeiten. Diese Partie wird auch einer Spitzenmannschaft alles abverlangen. Nach einem solch anstrengenden Programm im Vorfeld sowieso. Dazu kommt, dass die Rheinländer so etwas wie der Lieblingsgegner der 05er sind. Gegen keinen aktuellen Bundesligisten haben die 05er öfter gewonnen als gegen Bayer 04 – siebenmal. Für den 05-Trainer ist allerdings eine andere Statistik wichtiger: Der Schweizer hat seine beiden bisherigen Duelle mit diesem Gegner verloren. 0:1 in der Vorrunde in der BayArena, 2:3 in der Rückrunde der vergangenen Saison in Mainz. Eine Partie und eine Niederlage, die bei dem 48-Jährigen damals im April jedoch so etwas wie eine Initialzündung auslöste. „Da habe ich mir nach dem Spiel gesagt, auf diese Qualität der Leverkusener im Lauf- und Sprintbereich möchte ich mit meiner Mannschaft auch kommen. Das war der Ansporn, um auf diesem Sektor zuzulegen. Körperlichkeit. Schnelligkeit, Ausdauer. Power.“ Im ersten Auftritt dieser Saison in Leverkusen sei sein Team noch nicht griffig genug gewesen. „Da hat uns was gefehlt. Diesmal wollen wir es packen“, sagt Schmidt.

Für die 05er ist diese Partie am Sonntag ein weiteres Zielspiel. Der Auftakt einer Zwischen-Etappe, die den Weg weist, wohin die Mainzer nach dem bisherigen guten Rückrunden-Verlauf wirklich steuern. Leverkusen, dann am nächsten Mittwoch das Auswärtsspiel beim FC Bayern München, anschließend das Derby in der Arena gegen Darmstadt 98, gefolgt von zwei Auswärtsspielen in Dortmund in Bremen. „Jetzt kommt für uns ein Block, in dem wir in der Vorrunde ganze drei Punkte geholt haben“, sagt Schmidt. Ein 3:2-Erfolg bei den Lilien und vier Niederlagen. „Da ist die Herausforderung ganz klar. Wir wollen mehr Punkte aus dieser Spielserie als im Herbst.“ Der 05-Trainer will diesen nun kommenden Block als Gesamtpaket betrachten, erst danach ein Zwischenfazit ziehen und nicht nach den einzelnen Spielen. „Wir sind uns bewusst, wie schwer die Aufgabe ist, die in den kommenden Spielen auf uns wartet, aber wir haben mit neun Punkten aus fünf Spielen gezeigt, dass wir im Fahrwasser sind und uns weiter verbessern können. Wir haben einen guten, knackigen Kader, mit dem wollen wir es angehen. Und wir haben zu Hause Wolfsburg, Mönchengladbach und Schalke geschlagen.“ Die 05er sind seit fünf Heimspielen ungeschlagen, siegten dabei viermal.

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