Baumgartlinger und Malli: Heidel drängt

Jörg Schneider. Mainz.
Der Trainer hat in der vergangenen Woche den Anfang gemacht und am Bruchweg drei Jahre verlängert. Jetzt kommt weitere Bewegung in die Kaderplanung des FSV Mainz 05. Der Bundesligist hat die Option bei Joo-Ho Park und Robin Zentner gezogen und die Verträge nun automatisch um zwei Jahre verlängert. Dagegen läuft die Zeit von Sami Allagui in Mainz ab. Christian Heidel hat die Option für den von Hertha BSC ausgeliehenen Spieler nicht gezogen. Der 05-Manager drängt zudem auf eine Entscheidung von Julian Baumgartlinger und Yunus Malli.

Durch die gezogene Option verlängert sich der Vertrag von Joo-Ho Park (rechts) automatisch um zwei Jahre. Dass Joo-Ho Park über die Saison hinaus in Mainz bleiben würde, das hat der Manager des FSV Mainz 05 schon vor Wochen angekündigt. Nun hat Christian Heidel die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen und die Option für den Südkoreaner gezogen, dessen Vertrag sich nun automatisch um zwei Jahre verlängert. Für rund 400.000 Euro war der Linksverteidiger seinerzeit vom FC Basel gekommen. Die Bedingungen lauteten zwei Jahre fix, für den Fall, dass  der Spieler nicht seine Militärzeit absolvieren muss, war eine Option für zwei weitere Jahre mit den Schweizern ausgehandelt.

Park ist inzwischen bekanntlich vom Wehrdienst befreit. Heidel muss nun einen Nachschlag von 150.000 Euro nach Basel überweisen. Dass der 05-Manager so lange gewartet hat mit dieser Personalie, hängt mit dem Inhalt des Arbeitspapiers zusammen. Parks Vertrag gilt nur für die Bundesliga. Hätte Heidel die Option vorzeitig gezogen und die 05er wären abgestiegen, wäre der Nachschlag fällig gewesen, und der Spieler hätte im Sommer ablösefrei wechseln können. „Wir glauben, dass wir jetzt das Risiko einschätzen können und Joo-Ho bis 2017 bei uns bleibt“, sagt der 51-Jährige.

Auch bei Robin Zentner verlängert sich der Kontrakt um zwei Jahre automatisch. Der Fall des Torhüters ist dennoch anders gelagert. „Wir sind in Gesprächen, um Robin mittelfristig an uns zu binden“, sagt Heidel, „Dafür mussten wir aber zunächst die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.“ Im Klartext bedeutet das, Heidel will den 20-Jährigen länger als 24 Monate im Klub halten und kündigte an, dass der jetzt verlängerte Vertrag wieder aufgelöst wird zugunsten eines neuen Papiers mit längerer Laufzeit. „Ich denke, dass wir da in den nächsten Tagen soweit sind.“

Die 05er setzen also auf den Nachwuchs-Keeper. Auch deshalb weil der Nummer zwei im 05-Tor, Stefanos Kapino, Wechselabsichten nachgesagt werden. „Robin ist auf einem sehr guten Weg. Er ist Stammtorhüter im Drittligateam und war bereits im Sommer sehr auffällig bei den Profis“, sagt Heidel. „Er ist ein Torwart, dem die Zukunft gehört, den werden wir weiter entwickeln.“

Ja oder Nein: 05-Manager Christian Heidel will bald eine Entscheidung von Yunus Malli (links) und Julian Baumgartlinger. Bei Sami Allagui hat der 05-Manager die Option erwartungsgemäß nicht gezogen. Der Grund ist einfach: Der Stürmer spielt zu wenig, um eine Weiterverpflichtung, die eine Millionen-Ablöse erfordern würde, zu rechtfertigen. „Deshalb ziehen wir die mit Hertha BSC und Allagui vereinbarte Option nicht.“ Das sei dennoch keine definitive Entscheidung gegen Allagui. „Ich will nicht ausschließen, dass man sich nochmal zusammensetzt, falls beide Seiten das wollen.“ Doch die sportliche Perspektive spricht eher gegen den Stürmer, der im vergangenen Sommer aus Berlin zurückkam, aber bisher nur auf 17 überwiegend kurze Einsätze im 05-Team kam.

Unterdessen nähert sich die Entscheidung, ob Julian Baumgartlinger und Yunus Malli in Mainz bleiben oder sich verändern. „Wir sind da jetzt sicherlich in der finalen Phase, in der es eine Entscheidung geben muss“, sagt der Manager. „Bei Baumgartlinger geht es nur noch um ein Ja oder ein Nein. Alles andere ist besprochen. Bei Malli verhält es sich ähnlich. Wir haben uns für beide entschieden. Wir wollen sie gerne behalten. Wenn sie sich gegen uns entscheiden sollten, müssen wir das akzeptieren.“

Doch Heidel drängt nun auf ein endgültiges Wort der Spieler – was er bisher vermieden hat. Denn falls die Positionen vakant werden, muss der Klub zügig mit potenziellen Nachfolgern abschließen. Die gibt es offenbar. „Wir haben jetzt durch unsere Tabellenposition mehr Sicherheit und dadurch einen kleinen Zeitvorsprung gegenüber den anderen Klubs, die mit uns im selben Teich fischen, aber hinter uns stehen“, sagt der 05-Manager. „Diesen Vorsprung wollen wir gerne nutzen.“

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