Berggreen wehrt sich gegen Unterstellungen

Jörg Schneider. Mainz.
Emil Berggreen, der letzte Neuzugang des FSV Mainz 05 in der gerade abgelaufenen Transferperiode, muss bei seinem neuen Klub nach einer Verletzung noch einige Zeit ein Aufbau-Training absolvieren, bis der Däne den Konkurrenzkampf aufnehmen kann. Gegen Vorwürfe, er habe seinen geplatzten Wechsel zum Hamburger SV nicht verdaut und seinen Abgang bei Eintracht Braunschweig durch Verletzungen forciert, wehrt sich der 22-Jährige aber vehement. „Das ist einfach nicht wahr. Ich habe immer alles gegeben und nie eine Verletzung vorgetäuscht“, sagte Berggreen am Dienstag.

Spezial-Training für Neuzugang Emil Berggreen mit 05-Reha-Coach Axel Busenkell: Tore schleppen nach getaner Arbeit. Foto: Jörg SchneiderDas Aufwärmprogramm absolvierte der Neuzugang noch mit dem gesamten Kader, dann ging’s rüber zum Spezial-Training mit Reha-Coach Axel Busenkell. Emil Berggreen, der 22-jährige neue Mittelstürmer, den der FSV Mainz 05 kurz vor Ablauf der Transferperiode von Eintracht Braunschweig verpflichtet hat, kommt nicht aus der Vorbereitungsarbeit beim Zweitligisten zum Bruchweg, sondern direkt aus einem Reha-Zentrum in Dänemark. „Ich hatte im rechten Knie Probleme und habe drei Wochen lang am Muskulatur-Aufbau gearbeitet, um langsam ins Mannschaftstraining reinzukommen“, sagt der Däne im Gespräch mit den Medien. Der Medizincheck beim Bundesligisten war offenbar trotzdem kein Problem, die 05er verpflichteten den 194 Zentimeter langen Angreifer, nachdem klar geworden war, dass Florian Niederlechner für anderthalb Jahre an den SC Freiburg ausgeliehen wird.

Trotz etlicher Missklänge und Unterstellungen aus Braunschweig, wo der Profi immer wieder im Verdacht stand, den im Sommer geplatzten Wechsel zum Hamburger SV nicht verdaut zu haben und aufgrund angeblicher Verletzungen seinen Transfer in die Bundesliga forciert zu haben. Vor allen Dingen die Anhänger des Zweitligisten gehen hart ins Gericht mit dem Neu-05er. „Das ist einfach nicht wahr, dass ich mich nicht richtig verhalten habe“, sagt Berggreen. Es gebe sehr viele Gerüchte in Braunschweig und Anfeindungen von enttäuschten Fans. „Ich kann diesen Hass, den ich da erlebe, nicht verstehen. Ich habe immer alles gegeben dort. Ich habe nie eine Verletzung vorgetäuscht. Es macht doch auch keinen Sinn, zu sagen, ich spiele absichtlich nicht. Das ist doch mein Business.“ Er müsse sich doch zeigen. Der Profi hatte bereits im vergangenen Sommer bis zuletzt auf eine Freigabe für die Bundesliga gepocht, weil der HSV ein 1,6-Millionen-Euro-Angebot abgegeben hatte, doch der Klub verweigerte den Wechsel. Jetzt soll Berggreen gute zwei Millionen Euro Ablöse gekostet haben. In 13 Zweitligaeinsätzen in der laufenden Saison erzielte er fünf Treffer und gab vier Vorlagen.

„Ich glaube, wir können es richtig einschätzen“, sagt Martin Schmidt. „Wir haben alles durchleuchtet, was wir von ihm kennen. Die medizinische Seite, die sportliche Seite und die menschliche Seite.“ Der 05-Trainer hat sich im Vorfeld mit dem Spieler zu einem Kennenlern-Gespräch getroffen und über viel Punkte geredet. Nachdem sich Florian Niederlechner aufgrund der größeren Perspektiven und in Erwartung von mehr Einsatzzeiten für den im Angriff momentan ersatzgeschwächten SC Freiburg entschieden habe, sei man auf der Suche nach Ersatz schnell auf Berggreen gekommen. „Weil wir den seit Sommer im Kopf hatten. Damals kam der Wechsel nicht zustande. Jetzt haben wir Florian mit einem Spielertypen ersetzt, den wir so bisher nicht hatten“, sagt Schmidt. „Emil ist groß, kopfballstark, ein Strafraumstürmer, der auch seine Stärken in den Standards offensiv wie defensiv hat. Wir sind nun mit drei Neunern taktisch breit aufgestellt da vorne.“ Der Neuzugang wisse, dass er aus der Reha komme und dass es einige Wochen brauchen werde, bis der Spieler bei 100 Prozent liege. „Wenn er spielbereit ist, soll er die anderen zwei richtig kitzeln.“

Für ihn sei Mainz 05 eine große Möglichkeit, betont der 22-Jährige. Der Klub habe eine große Tradition darin, Talente und Spieler aus den unteren Ligen nach vorne zu bringen und zu fördern. Darunter auch Stürmer. „Ich will einer davon sein, der hier seine Chance nutzt.“ Selbstbewusst ist der dänische U21-Nationalspieler auf jeden Fall, der erst in der vergangenen Woche über das 05-Interesse von seinem Berater informiert worden sei, wie er sagt. „Ich habe eigentlich gut gespielt in Braunschweig. Ich hatte nur nicht genügend Spiele hintereinander, weil ich immer wieder Probleme hatte und wegen Verletzungen raus war. Aber das ist Vergangenheit. Ich will da nicht mehr zurückblicken.“ Er habe sich selbst Ziele gesetzt in Mainz, über die er aber nicht öffentlich reden wolle. „Ich werde immer versuchen, mein Bestes zu geben auf dem Platz. Und ich kann hart arbeiten.“ Der Stürmer will seine Stärken hier schnellstens einbringen. „Ich bin ein Torjäger, ich bin kopfballstark und einer, der einen guten Abschluss hat. Ich will in den Strafraum, kann aber auch den Ball halten“, sagt er.

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