Berggreen winkt das Debüt im 05-Trikot

Jörg Schneider. Mainz.
Das Publikum ist bekanntlich am Samstag aus organisatorischen Gründen nicht zugelassen, wenn der FSV Mainz 05 im Bruchwegstadion zum letzten Mal in dieser Vorbereitungsphase die Form und den aktuellen Leistungsstand seiner Profis überprüft. Gegner in diesem letzten Testspiel (15.30 Uhr) ist der holländische Erstligist Twente Enschede. Die Partie geht über dreimal 45 Minuten. „Ein Abschlusstest, in dem jeder auf seine Spielzeiten kommen soll“, sagt der 05-Trainer. Mittelstürmer Emil Berggreen könnte dabei sein Debüt im 05-Trikot geben.

Ein Woche noch bis zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison mit dem Pokal-Auftritt beim Nord-Regionalligisten in Lüneburg, acht weitere Tage bis zum Bundesligaauftakt zu Hause gegen Hannover 96. Noch immer genügend Zeit für den Trainer des FSV Mainz 05, seinen Kader auf den Ernstfall vorzubereiten und einzustellen. Seit einem Monat arbeiten die 05-Profis inzwischen hart und intensiv auf diese Termine hin. Am Samstag hat Sandro Schwarz nun die letzte Gelegenheit, die Leistungs-Fortschritte und die aktuelle Form seiner Spieler in einem internationalen Vergleich zu überprüfen. Der holländische Erstligist FC Twente Enschede kommt zum letzten Testspiel dieses Sommers ins Bruchwegstadion. Die Partie, die um 15.30 Uhr angepfiffen wird, geht bekanntlich aus organisatorischen Gründen ohne Publikum über die Bühne, wird jedoch vom vereinseigenen 05er.tv im Live-Stream auf YouTube übertragen.

Anders als die bisherigen sechs Testspiele geht die Begegnung mit den Holländern allerdings nicht über 90 Minuten. Beide Klubs haben sich auf eine Spielzeit von dreimal 45 Minuten geeinigt, um noch einmal möglichst allen Kader-Profis eine angemessene Einsatzzeit zu ermöglichen. „Ein Abschlusstest, in dem jeder auf seine Spielzeiten kommen soll“, sagt Schwarz. „Es ist für uns der nächste Entwicklungsschritt.“ Der 05-Coach sieht die Partie nicht als Generalprobe für den Pflichtspiel-Auftakt. Dafür sind die Anforderungen in Pokal und Bundesliga zu unterschiedlich, die Schwerpunkte anders verteilt. Es geht Schwarz auch nicht darum, eine Stammelf aufzustellen, die sich einspielen soll. Jeder einzelne im Kader soll noch einmal im Wettbewerb seine Form präsentieren, sich anbieten und dem Trainer zeigen. Von einer jetzt schon bestimmten und eng gefassten Stammformation für die Anfangsphase der Saison hält der 39-Jährige ohnehin nicht viel. „Es bleibt dabei“, sagt Schwarz, „alle, die im Moment im Training auf dem Platz stehen, sind in der Konkurrenz, weil sie in der Vorbereitung ihre Leistungsbereitschaft gezeigt und unterstrichen haben. Wir brauchen aber noch die Erkenntnisse aus diesem letzten Testspiel.“ Dass der Coach den Konkurrenzkampf bis zum Start hoch hält, bedeutet allerdings nicht, dass er noch keine klaren Vorstellungen hätte, wie sein Team aussehen soll in Lüneburg und dann gegen den Bundesliga-Aufsteiger. „Wir haben ein Gerüst und wissen, dass das eine oder andere anzupassen ist. Wir müssen ja nicht so tun, als gebe es keine gesetzten Spieler. Das wäre ja Schwachsinn. Das habe ich auch den Spielern gesagt. Diejenigen, die letzte Saison Verantwortung hatten und jetzt auch in der Vorbereitung nicht nachgelassen haben, haben natürlich eine hohe Wahrscheinlichkeit auf dem Platz zu stehen. Plus dem einen oder anderen neuen. Lüneburg ist eine andere Aufgabe als Hannover. Die taktischen Überlegungen und die Herangehensweise fließen mit ein in den Entscheidungsprozess.“

In den dreimal 45 Minuten gegen die Holländer kriege nun jeder genügend Spielzeit, um seine Leistung abzurufen und sich aufzudrängen. Im Prinzip, sei das jedoch in allen bisherigen Begegnungen so gewesen. „Wir haben das erste Testspiel sehr ernst genommen. Das ist jetzt nicht anders. Wir wollten in jedem Spiel die Dinge sehen, die uns wichtig sind für die Entwicklung des Kaders. Jetzt folgt der letzte Prüfstein. Danach geht es los. Es wird auch Zeit“, sagt Schwarz. Der Trainer fiebert seiner ersten Profi-Saison entgegen, auch wenn für ihn das Ganze noch relativ weit weg ist, wie er versichert. „Unser Fokus liegt im Moment echt darauf, das nächste Training so seriös zu planen, dass wir es top abliefern, dass das wir auch im letzten Testspiel in der Leistung bleiben und vernünftig abliefern. Wir denken jetzt noch nicht an Hannover.“

Emil Berggreen könnte am Samstag im Testspiel gegen Twente Enschede seinen ersten Kurzeinsatz für den FSV Mainz 05 absolvieren. Foto: Jörg SchneiderDas Pokalspiel in Lüneburg ist dagegen schon sehr präsent.  Jan-Moritz Lichte hat sich mit dem Gegner beschäftigt. Der Co-Trainer beobachtete den Regionalligisten, der momentan durch zwei Auswärtssiege, einem 4:1 beim BSV Rheden und einem 3:0 bei Eintracht Braunschweig II, die Nord-Tabelle anführt. „Wir gehen davon aus, dass dieser Gegner wahrscheinlich tiefer steht als eine Bundesligamannschaft. Die Schwerpunkte dürften da also etwas anders sein als gegen Hannover. Das fließt nächste Woche natürlich in unser Training ein. Wir müssen ja keine Gegner-Analyse machen, wenn wir dann was anders trainieren“, sagt der 05-Coach.

Als Grundvoraussetzung für einen guten Start muss nun nach der Hochbelastung der vergangenen Wochen die nötige Frische in die Körper der 05-Spieler. „Wir brauchen die Frische in unseren Aktionen, damit wir das, was wir gut machen, öfter gut machen. Aktiv gegen den Ball sein, Verantwortungsbewusstsein entwickeln, um Tore zu verhindern, im Tempo bleiben, im Zug drin bleiben“, sagt Schwarz. Wie kriegt man diese Frische? „Indem wir die Umfänge nach unten schrauben. Die Intensität der Trainingseinheiten bleibt gleich, du trainierst aber nur noch 70 Minuten statt 90 Minuten. In der nächsten Woche gibt es dann auch nur noch eine Doppeleinheit.“

Personell hat sich im Vorfeld der Samstag-Partie gegen Twente Enschede wenig getan. Nur Fabian Frei fehlte zuletzt im Kreis der fitten Profis wegen eines grippalen Infektes. Der Einsatz des Schweizers ist noch fraglich. Emil Berggreen könnte nach fast zweijähriger Abstinenz erstmals das 05-Trikot in einem Testspiel tragen. „Wir sind sehr zufrieden wie Emil auf den Trainingsplatz zurückgekommen ist. Mal sehen, ob er einige Minuten spielt gegen Twente.“ Gaetan Bussmann und Jean-Philippe Gbamin haben diese Woche ein Spezial-Programm mit dem Reha-Coach absolviert. Er sei froh, dass die beiden Franzosen mal wieder den grünen Rasen gesehen hätten, sagt der Trainer, doch eine Prognose wann die beiden Profis, die das komplette Vorbereitungsprogramm wegen Verletzung verpasst haben, ins Mannschaftstraining einsteigen können, falle schwer. Schwarz hat die Länderspielpause nach den ersten zwei Bundesligaspielen angepeilt. Unklar ist auch wann Alexander Hack und Marin Sverko, die ebenfalls immer noch ein Aufbautraining absolvieren, einsteigen können. „Sie sind aber alle eingebunden in unsere Videositzungen. Sie sollen die Dinge, die wir machen, anhand von Bildern mitbekommen. Wer nicht dabei sein kann, kriegt es individuell nachgeliefert.“

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