Beweisaufnahme in Ingolstadt

Jörg Schneider. Mainz.
Die Bundesliga startet mit einer Englischen Woche in die heiße Saisonphase. Der FSV Mainz 05 steht am Sonntag beim Tabellenvorletzten FC Ingolstadt vor dem nächsten Schlüsselspiel. Danach folgen die Partie zu Hause gegen Leipzig sowie das Auswärtsspiel in Freiburg. Drei Begegnungen, in den sich vieles zum Besseren regeln ließe, falls die Leistung stimmt. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Mannschaft stark genug ist, da unten rauszukommen. Und in Ingolstadt wird sie das beweisen“, sagt Rouven Schröder.

Sportdirektor Rouven Schröder ist überzeugt davon, dass den 05ern in Ingolstadt ein positiver Auftritt gelingt. Foto: ImagoNach der Länderspielpause macht sich die Bundesliga bereit für die heiße Phase der Saison. Neun Spiele stehen noch auf dem Programm bis Ultimo, drei davon innerhalb der nächsten Woche. Für den FSV Mainz 05 geht’s am Sonntag wieder los mit dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt, es folgt die Partie am kommenden Mittwoch in der Opel Arena gegen RB Leipzig. Am nächsten Samstag schlägt die Mannschaft von Martin Schmidt dann beim SC Freiburg auf. Drei Spiele, in den sich einiges regeln ließe, drei Begegnungen aber auch, die durchaus eine Verschlimmerung der Situation herbeiführen können. Die 05er mit ihren 29 Punkten sind nicht die einzigen, die unter Druck stehen im Kampf gegen den Relegationsplatz. Die halbe Liga ist betroffen. Die Partie in Ingolstadt ist aber aus Mainzer Sicht dennoch mal wieder ein Schlüsselspiel, das aufzeigen wird, ob der dünne Vorsprung endgültig flöten geht und das Team hinten reinrutscht, oder ob den Mainzern ein erster, kleiner und wichtiger Befreiungsschlag gelingt.

Voraussetzung für alle positiven Überlegungen und Hoffnungen ist in jedem Fall eine klare Steigerung der Mannschaft. In allen Bereichen. Und vor allem gegenüber zwei der bisherigen Auftritte gegen Klubs, die zum Zeitpunkt des Duells mit den Mainzern auf einem Abstiegsplatz standen: Sowohl beim 0:2 zu Hause gegen Werder Bremen als auch beim 1:2 in Darmstadt bot das Schmidt-Team wenig an, was den Optimismus im Umfeld steigern könnte. Das soll nun anders werden. Zumindest mangelnde Bereitschaft wollen sich die 05-Profis nicht noch einmal vorwerfen lassen. „Die Stimmung im Moment ist natürlich geprägt von den letzten beiden Spielen und den Niederlagen“, sagt Rouven Schröder. „Aber wir bereiten uns gut und intensiv vor. Ich habe im Moment einen guten Eindruck von der Mannschaft. Jeder kennt die Situation und kann sie einschätzen.“

Martin Schmidt hat in der Pause, in der der 05-Trainer nur drei Spieler aus dem Stammkader für Länderspiele abstellen musste, sehr viel gesprochen mit seinen Profis, hat viele Dinge analysiert und intensiv am eigenen Spiel gearbeitet. Eigener Ballbesitz. Spielaufbau. Spiel in die Tiefe, Lösungsansätze, um wieder besser in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Passspiel. Torabschluss. Das alles stand in diversen Spielformen auf dem Dienstplan, nachdem die 05er im Heimspiel gegen Schalke 04 in Sachen Defensivverhalten, Zweikampf, Pressing und Laufleistung zwar eine gute Leistung gezeigt, aber beim 0:1 in der Arena keinen Weg gefunden hatten, um die Schalker Abwehr aus dem Spiel heraus entscheidend unter Druck zu setzen und gefährliche Torchancen herauszuspielen. Das Testspiel in der Länderspielpause gegen den Karlsruher SC (1:1) brachte in dieser Beziehung allerdings noch keinen großen Fortschritt. „Die Mannschaft muss sich mal wieder belohnen im Spiel nach vorne“, sagt der Sportdirektor. „Mal wieder gute Angriffe aufziehen, sich selbst zeigen, dass sie es kann, dass sie Tore schießen kann. Wir haben das ja nicht verlernt.“

Die Gemütslage beim Gegner ist von Optimismus und kämpferischem Trotz geprägt, obwohl die Stimmung in Ingolstadt eigentlich schlecht sein müsste aufgrund der prekären Tabellensituation und des Rückstandes von acht Punkten auf den Relegationsplatz. Doch die Leistungen der vergangenen Wochen waren besser als die Ergebnisse. Der Tabellenvorletzte fühlt sich stärker als es die Platzierung hergibt. Die Mannschaft stehe vor einer fantastischen Woche, in der sie eine Menge positiv regeln könne, verriet Maik Walpurgis dieser Tage dem Fachmagazin Kicker. „Mit Mainz und Augsburg haben wir zwei Mannschaften, die man direkt mit in den Abstiegskampf ziehen kann. Die waren über Wochen schon etwas gesichert. Das ist für diese Teams die große Gefahr, da wird der Druck enorm steigen. Wir haben zuletzt überwiegend gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte gespielt. Jetzt folgen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Da haben wir die Chance, jede Woche drei Punkte zu holen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen und gehe fest davon aus, dass wir unser Heimspiel gegen Mainz gewinnen werden", sagt der FCI-Trainer.

„Es ist legitim, dass die Ingolstädter das als eine Art Endspiel ausrufen“, sagt Schröder. „Doch das hat uns absolut nicht zu interessieren. Entscheidend ist, wie wir uns vorbereiten und wie wir mit dieser Aufgabe umgehen. Wir müssen auf uns schauen, bei uns bleiben und unser Möglichkeiten ausspielen. Der Gegner ist sehr kampfstark, hat ein starkes Pressingverhalten, hatte zuletzt gute Aktionen in seinen Spielen und gute Standards. Das wird sehr intensiv. Wir müssen uns auf ein Spiel, einstellen, in dem sie alles raushauen. Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere Mannschaft stark genug ist, da unten rauszukommen. Und in Ingolstadt wird sie das beweisen“, sagt Schröder.

 

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