Bungert fit fürs Halbfinale beim VfB

Jörg Schneider. Mainz.
Weil dem FSV Mainz 05 aufgrund der Sperren von Leon Balogun und Alexander Hack im Saison-Endspurt so langsam die Innenverteidiger ausgehen, kommt die Entwarnung bei Niko Bungert gerade richtig. Der 29-Jährige hat beim Zusammenprall mit Sven Schipplock beim 0:0 gegen den HSV nur eine Prellung der Nase erlitten, kann heute am Bruchweg wieder mit dem Team trainieren und sich auf die Partie am Samstag beim VfB Stuttgart vorbereiten. Henrique Sereno hat unterdessen wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel die Saison vorzeitig beenden müssen.

Henrique Sereno steht seit Saisonbeginn in Diensten des FSV Mainz 05. Der portugiesische Verteidiger ist neben dem derzeit am Comeback arbeitenden Elkin Soto und dem Winter verpflichteten und seitdem verletzten Emil Berggreen sowie den Ersatztorhütern der einzige Profi, der auch ohne Verletzungsgründe in dieser Runde noch keinen Bundesligaeinsatz hatte. Daran wird sich bis zum 34. Spieltag auch nichts mehr ändern. Der 30-Jährige musste die Saison vorzeitig beenden. Sereno zog sich im Abschlusstraining für das Heimspiel der 05er gegen den Hamburger SV einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu und fällt ein paar Wochen aus. Entwarnung gibt es dagegen bei Niko Bungert, der am heutigen Dienstag mit dem Team die Vorbereitungen auf das letzte Auswärtsspiel, das die Mainzer am Samstag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart bestreiten, aufnimmt.

Blutig, aber nichts gebrochen: Niko Bungert hat sich im Spiel gegen den HSV eine Nasenprellung zugezogen. Beim Wochen-Trainingsstart ist der 05-Innenverteidiger dabei. Der Innenverteidiger hatte sich beim 0:0 gegen den HSV in der ersten Halbzeit bei einem Zusammenprall mit Mittelstürmer Sven Schipplock eine heftig blutende Verletzung an der Nase zugezogen, musste längere Zeit behandelt werden. Nach den anschließenden Untersuchungen steht nun fest, die Nase ist nicht gebrochen, nur geprellt, der Cut auf dem Nasenrücken heilt wieder. Der 29-Jährige kann heute ins Training einsteigen. „Ich war selber erschrocken“, sagte Bungert nach der Partie in der Coface Arena. „So eine Situation hatte ich auch noch nicht allzu oft. Dass ich so viel geblutet habe. Ich habe aber recht schnell gemerkt, dass es  zwar wehtut, dass aber nichts richtig kaputt ist.“ Gegen die Schmerzen gab’s in der Pause ein Medikament. Die blutbefleckten Klamotten wechselte Bungert an der Seitenlinie. „Die Hose sogar zweimal“, erzählte er später.

Die Tatsache, dass Bungert nicht erneut ausfällt, dürfte Martin Schmidt mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Denn der Routinier und dessen Nebenmann Stefan Bell sind die einzigen derzeit zur Verfügung stehenden Innenverteidiger des Bundesligisten. Leon Balogun ist bekanntlich wegen seiner Tätlichkeit im Derby gegen Eintracht-Innenverteidiger Carlos Zambrano gesperrt und hofft, dass in der heute in Frankfurt angesetzten mündlichen Verhandlung das Strafmaß eventuell auf zwei Spiele verkürzt wird. Dann könnte Balogun im Finale gegen Hertha BSC wieder dabei sein. Bleibt das DFB-Sportgericht bei seiner Sperre von drei Spielen, dann ist auch für den 27-Jährigen die Saison zu Ende. Alexander Hack sah beim 2:3 der U23 am Samstag in Aalen die Rote Karte und ist für zwei Spiele gesperrt. Bungert und Bell müssen also in Stuttgart ran. Beide zeigten gegen den HSV eine solide Abwehrleistung, auch wenn sich Bungert diesen Stellungsfehler leistete, der Schipplock die Riesenmöglichkeit zum Führungstreffer eröffnete. Doch Loris Karius im 05-Tor rettete überragend. Bungert bedankte sich sofort bei seinem Keeper und wunderte sich später selbst über seinen Fehler. „Ich war eigentlich mit meinem Spiel zufrieden, aber diese eine Szene hätte einfach nicht passieren dürfen. Zum Glück war Loris da.“

Er sei froh, mal wieder auf dem Platz gestanden zu haben. „Das hat Spaß gemacht. Ein Spiel, in dem man Zweikämpfe ohne Ende führen muss, war genau das richtige für einen Innenverteidiger zum Wiedereinstieg“, sagte der 05-Profi. Die Partie gegen die Hamburger war erst die vierte Bundesligapartie für den 29-Jährigen in dieser Rückrunde und der zweite Einsatz über 90 Minuten. Dazu kam ein Spiel im Mainzer Drittligateam. Bungert hat in diesem Jahr bis jetzt ständig mit Verletzungen zu tun. „Ich war die letzten beiden Spiele wieder nicht im Kader, weil ich mir das Knie wieder leicht überdehnt hatte. Diese Dinge haben sich durch die ganze Rückrunde gezogen. Es waren immer wieder Kleinigkeiten, die mich für zwei oder drei Spiele zurückgeworfen haben“, sagte der 05-Profi. Angesichts der fehlenden Spielpraxis war Bungerts Vorstellung im Heimspiel absolut in Ordnung. „Niko hat trotz des Handicaps mit der angeschlagenen Nase ein gutes Spiel gemacht. Ich war sehr zufrieden mit ihm. Solche Fehler passieren halt mal in diesen Kampfspielen. Das gehört dazu“, sagte der 05-Trainer.

Der Routinier ist nun heiß auf das Finale und will seinen Teil dazu beitragen, dass die Mannschaft wieder in die Spur kommt. „Ich glaube kämpferisch und vom Teamgeist her kann man uns keinen Vorwurf machen. Die Leichtigkeit aus den vergangenen Wochen hat uns gefehlt. Vielleicht ist das normal in der Situation“, sagte der Routinier. „Das Ergebnis wurmt uns schon. Nach den zwei Niederlagen, die unglücklich waren und uns nicht gerade den nötigen Rückenwind gegeben haben, war es aber wichtig, dass wir uns mal wieder stabilisiert haben. Darauf lässt sich aufbauen. Wir haben noch zwei Spiele und stehen immer noch gut da. Wenn wir es am 34. Spieltag fix machen, dann freuen wir uns alle. Wenn wir es noch schaffen könnten, den sechsten Platz zu erreichen, wäre das die absolute Krönung.“

► Alle Artikel zum Trainingsbetrieb

► Zur Startseite