Das 05-Kalenderblatt: 1. bis 4. Juli

Christian Karn. Mainz.
Auch in dieser Woche hat die nullfünfMixedZone wieder tief in die Vereinschronik gegriffen, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche weiteren Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Auf dem Platz war noch nicht viel los, lediglich diverse Amateurteams wurden teils zweistellig abgeschossen - und dabei ein modernes Bundesligastadion eröffnet. Außerdem haben zwei Verteidiger aus der Regionalligazeit Geburtstag.

1. Juli

Am heutigen Samstag haben drei Ex-05er Geburtstag, eine Hauptrolle hat keiner der drei gespielt.

Friedel Muuhs wechselte 1954 von Victoria Hamburg zu den 05ern. Im linken Mittelfeld setzte sich der damals 26-Jährige nicht durch; nach einem Jahr und nur sieben Einsätzen verließ Muuhs die 05er wieder.

Manfred Böhm, der heute vor 75 Jahren zur Welt kam, spielte 1961 und 1962 ebenfalls nur sieben Mal in der Oberliga mit. Dabei bereitete der Linksverteidiger immerhin ein Tor vor.

Folker Liebe, Jahrgang 1964, heute also 53 Jahre alt, kam 1985 aus Rüsselsheim nach Mainz, als die Oberliga nicht mehr die höchste, sondern nur noch die dritte Liga war. Auch er kam, ehe er nach einem Jahr wieder zum SC Opel wechselte, auf genau sieben Spiele - alles Einwechslungen - und zwei Tore.
 

2. Juli

Am Sonntag stehen für die 05er keine besonderen Jahrestage an.
 

3. Juli  

Am Montag dagegen wird Klaus Rieger 74 Jahre alt. Der defensive Mittelfeldspieler kam 1969 als Nachfolger des langjährigen 05ers Manfred Zimmer vom VfR Bürstadt an den Bruchweg. Drei Jahre lang war Rieger Stammspieler beim FSV Mainz 05. Zunächst gehörte ihm das linke Mittelfeld. Nach dem Karriereende des legendären Linksverteidigers Heinz Wassermann spielte Rieger bereits 1970/71 häufig in der Abwehr, 1971/72 fast nur noch hinten links.

Schon 1972 verließ Rieger die 05er wieder; der Defensivmann war einer aus der Zwischenmannschaft, mit der die 05er ihren Generationswechsel der frühen 1970er überbrückten. In 82 Regionalligaspielen hatte er vier Tore geschossen; für Wormatia Worms absolvierte Rieger weitere 47 Spiele (1 Tor). Mit der Wormatia qualifizierte er sich 1974 für die neue 2. Bundesliga, aber er kam nicht mehr mit in die neue Spielklasse, sondern wechselte (wie Wassermann 1970) zum VfR Groß-Gerau.

Zur gleichen Zeit wie Rieger spielte auch Hennes Schneider für die 05er. Der Verteidiger wird am Montag 66 Jahre alt. Der Ginsheimer Schneider rückte 1969 von den Junioren ins Regionalligateam auf. Stammspieler wurde er, weil der damalige 05-Trainer Erich Gehbauer im März 1970 den Libero demontierte: Der fast 32-jährige Carlo Storck, jahrelang Abwehrchef und damals Rekordspieler der 05er, machte gegen den FV Speyer ein ungewohnt schwaches Spiel; bereits nach 17 Minuten wechselte ihn Gehbauer aus. Schneider, bis dahin viermal eingewechselt und schon einmal Vertreter von Storck, blieb in diesem Spiel noch auf der Bank. Jürgen Salowski, Storcks Einwechselspieler, schoss nach "Bimbo" Bopps Anschlusstor das 2:2, aber nach Riegers Platzverweis verloren die 05er 2:3.

Storck jedenfalls spielte nie wieder als 05-Libero, nur noch gelegentlich im Mittelfeld. Ab dem folgenden Spiel übernahm der 18-jährige Schneider die anspruchsvolle Position bis zum Saisonende. 1970 holten die 05er einen neuen erfahrenen Libero, den 26-jährigen Walter Ziehmer vom Regionalliga-Absteiger SV Weisenau, der lange bei den 05ern blieb, erst als Spieler, später als Co- und Jugendtrainer. Weil aber die 05er in jener Saison große Defizite im Angriff hatten, mussten in der Hinrunde einige Mittelfeldspieler in der Spitze aushelfen und Ziehmer im Mittelfeld; Schneider etablierte sich doch wieder monatelang als Libero. Und als ihn Ziehmer im Winter wieder verdrängte, musste gleichzeitig der Kapitän und Vorstopper Helmut Müllges seine Karriere wegen einer langwierigen Oberschenkelproblemen beenden - wieder wurde ein Platz frei für Hennes Schneider.

Ein historischer Treffer: Florian Heller überwindet Gonsenheims Marvin Bylsma zum 1:0 des FSV Mainz 05 gegen die Mainzer Stadtauswahl - das erste Tor in der Coface Arena. Foto: imagoEndgültig wurde der Ginsheimer Libero, als auch Ziehmer 1971/72 seine Verletzungsprobleme hatte. Wie gut funktionierte, zeigte vor allem das 5:0 gegen den FK Pirmasens, bei dem der neue 05-Trainer Bernd Hoss dem Gegner das Mittelfeld überließ, erst vor dem eigenen Strafraum die Bälle erobern und dann schnell nach vorne kombinieren ließ. Die drei Spitzen rochierten ständig, Schneider und der Rechtsverteidiger Herbert Scheller stürmten mit, Pirmasens hatte keine Chance. So dass die Frage unbeantwortet bleibt, aber dennoch im Raum steht: Was wäre möglich gewesen, hätte sich Schneider nicht schon mit 22 Jahren in den Amateurfußball zum SV Weisenau verabschiedet - und weiterhin zu den Mainzer Hofsängern.

Was Hennes Schneider an seinem 60. Geburtstag gemacht hat, wissen wir nicht. Vielleicht war er tatsächlich in der Coface Arena. Denn die wurde an diesem Tag, am Montag vor sechs Jahren, mit einer Gala und einem 8:0 der 05er gegen eine Mainzer Stadtauswahl eröffnet. Florian Heller schoss das erste Tor im neuen Stadion.
 

4. Juli

Bis auf ein paar Testspiele gegen Amateurteams steht auch am 4. Juli nichts in den 05-Archiven.

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