Das 05-Kalenderblatt: 11. bis 14. Februar

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es um den Aufstiegstorschützen, den Kühlschrank und den Waldhof-Schreck, außerdem um einen Meistertrainer und einen Kurzeinsatz.

11. Februar  

Robert Fleßers wird heute 29 Jahre alt. Der defensive Mittelfeldspieler kam 2008 21-jährig, nach 13 Jahren bei Borussia Mönchengladbach, zu den 05ern, sollte schon seine Rolle im Zweitligateam spielen, wurde am Ende aber nur zweimal eingesetzt. Fleßers war kein schlechter Kicker, aber für die höheren Ligen reichte es nicht. Nach einem Jahr war er schon wieder weg, spielte für die Drittligisten aus Ingolstadt und Ahlen, war von 2011 bis 2013 Stammspieler beim Wuppertaler SV und seither bei Rot-Weiß Oberhausen, jeweils in der Regionalliga.

Patrick Walther, von 2006 bis 2009 Mittelfeldspieler der 05-Amateure, wird 28 Jahre alt.

Ergebnisse am 11. Februar:

1951: VfL Neustadt/Weinstraße - FSV Mainz 05 1:0  
1968: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 1:1  
1979: FSV Mainz 05 - Röchling Völklingen 2:2  
2001: Arminia Bielefeld - FSV Mainz 05 4:1  
2002: Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:0  
2006: Hamburger SV - FSV Mainz 05 1:0  
2012: FSV Mainz 05 - Hannover 96 1:1  

12. Februar  

Aufstiegsjubel anno 2009: Markus Feulner hat soeben beim entscheidenden 2:0 in Fürth das vorentscheidende Führungstor geschossen. Elkin Sotos 2:0 bereitete er eine halbe Stunde später auch noch vor. Foto: imagoAm Freitag wird Markus Feulner 34 Jahre alt. Der Mittelfeldspieler hatte sich durchaus schon einen Namen im Profifußball gemacht, als er vor neuneinhalb Jahren zu Mainz 05 kam. Der Franke war sechs Jahre lang bei Bayern München ausgebildet worden, hatte dort als junger Profi ein paar Mal in der Champions League gespielt, beim 1. FC Köln weitere Bundesligaerfahrung gesammelt. Nach dem Abstieg des FC wechselte Feulner 2006 zu Mainz 05.

Die 05er brauchten damals einen Nachfolger für Toni da Silva, der in der beginnenden Saison tatsächlich mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister wurde. Feulner hätte der Kopf der 05-Offensive werden sollen; dass das nicht klappte, war nicht der entscheidende Faktor, aber ein Faktor für den Abstieg. Der Neue hatte eine gute Präsenz auf dem feld, eine sehr gute Technik, Zug zum Tor. Aber auf die Torgefahr musste man lange warten; im ersten Jahr schaffte Feulner nur drei Vorlagen und zwei eigene Treffer, diese am letzten und vorletzten Spieltag, als der Abstieg bereits nicht mehr realistisch zu verhindern war. Das Strategische fehlte dem Allroundspieler letztlich.

In der 2. Bundesliga war Feulner tatsächlich eine entscheidende Figur für die Mannschaft. Jürgen Klopp stellte ihn in seinem letzten Jahr als 05-Trainer noch auf offensive Mittelfeldpositionen, unter Jörn Andersen war der Franke immer noch gelegentlich ein Zehner, aber auch häufig ein Sechser mit Offensivqualitäten in der vorderen Viererkette. Und mit sieben Toren und 15 Vorlagen einer der Schlüsselspieler, unter anderem schoss er beim aufstiegsentscheidenden 2:0 in Fürth das erste Tor und legte Elkin Soto das zweite auf. Dennoch hätte man sich von Feulner immer eine etwas größere Standfestigkeit gewünscht; nicht bei allen Freistößen und Elfmetern, die er herausholte, war er wirklich gefoult worden.

Nach dem Aufstieg verließ Feulner die 05er. Bei Klopps Borussia Dortmund hatte er keine große Bedeutung; der BVB war eine Nummer zu groß für ihn. In Nürnberg spielte er eine bessere, aber keine Hauptrolle. In Augsburg wurde Feulner inzwischen zum offensivstarken Linksverteidiger umgeschult. Knapp 200 Bundesligaspiele hat er inzwischen absolviert; viele seiner Kategorie haben nicht so viele geschafft. Aber auch Feulners Karriere hätte noch größer sein können; das Talent war da.

Philipp Eisele, der 2003/04 ein Regionalligaspiel für die 05-Amateure bestritt, wird 32 Jahre alt.

Ergebnisse am 12. Februar:

1928: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 5:2  
1933: FSV Mainz 05 - Karlsruher FC Phönix 1:3  
1950: SG Weisenau - FSV Mainz 05 0:2  
1967: FSV Mainz 05 - SV Alsenborn 2:0  
1977: 1. FC Sobernheim - FSV Mainz 05 1:1  
1978: FC Rodalben - FSV Mainz 05 3:2  
1984: FSV Mainz 05 - FK 03 Pirmasens 2:1  
1989: VfL Osnabrück - FSV Mainz 05 2:1  
2000: Offenbacher Kickers - FSV Mainz 05 2:2  

13. Februar  

Der große Sven Demandt wird am Samstag 51 Jahre alt. Foto: imagoAm Samstag hat einer der bedeutendsten 05er der 1990er Geburtstag: Sven Demandt, neben Peter Neustädter und Jürgen Klopp eine der drei großen Mainzer Zweitligalegenden, wird 51 Jahre alt. Der Kölner, für Fortuna Düsseldorf 1989 Zweitliga-Torschützenkönig mit 35 Treffern, kam im Herbst 1994 von Hertha BSC zu den 05ern, die nach der schweren Verletzung von David Wagner keinen guten Stürmer mehr hatten. Auch Demandt war aber zunächst keine Hilfe, galt als Fehleinkauf. "Die Wade" wurde sein erster Spitzname in Mainz, denn die tat ihm weh, ließ im ersten Jahr nur elf Spiele zu. Demandt traf viermal, eine ordentliche Quote für einen Ergänzungsspieler zwar, aber er war eigentlich als Leistungsträger eingeplant. Zu Beginn seines zweiten Jahres in Mainz wurde der ständig verletzte und bereits 30-jährige Demandt folgerichtig vom neuen Trainer Wolfgang Frank aussortiert.

Völlig unerwartet aber tauchte Demandt in der Rückrunde wieder aus der Versenkung auf. Als Torjäger. Acht Tore in 14 Rückrundenspielen hielten die 05er im größten Abstiegskampf von allen in der Liga. Demandt war von nun an endlich körperlich stabil und wurde zum wichtigsten Mann in der Mainzer Offensive, zwar nicht der klassische Mittelstürmer, aber als intelligenter, spielender Angreifer, der das Auge für den entscheidenden Pass und einen legendären Torinstinkt mit sehr kurzem Abzug im linken Fuß hatte, nur vordergründig etwas ungelenk wirkte, tatsächlich auch ein guter Techniker war. "Wade" nannte ihn keiner mehr, "Kühlschrank" und "Fußballgott" wurden seine neuen Spitznamen. Im höheren Fußballeralter kam Demandt nicht mehr annähernd an seine Düsseldorfer Quoten heran, war aber Spezialist für wichtige Tore im Abstiegskampf und ist seit seinem Karriereende 2001 (im Alter von 36 Jahren) mit 55 Treffern in 179 Spielen für Mainz 05 der beste Zweitliga-Schütze der Vereinsgeschichte, mit 121 Zweitligatoren insgesamt hinter Theo Gries, Karl-Heinz Mödrath und Dieter Schatzschneider der beste der gesamten Liga. Nach seiner Karriere wurde Demandt Trainer, zunächst bei den Mainzer Junioren, dann in Solingen, jeweils im Nachwuchs von Rot-Weiss Essen und sieben Jahre lang Borussia Mönchengladbach, seit kurzem beim SV Wehen.

Ronny Weimer wird 50 Jahre alt. Der gebürtige Mainzer kam 1984 als 18-Jähriger von den Junioren der Offenbacher Kickers zurück in seine Heimatstadt, spielte als Linksverteidiger oder Manndecker mal von Anfang an, mal eingewechselt 21 Mal für die 05er und schoss sein einziges Tor bei jenem kuriosen 4:1 in Ludwigshafen, das die 05er zu neunt beginnen mussten, weil der Schiedsrichter mit den Stollen von Hans Keller und André Häuser nicht einverstanden war. Ehe die beiden ins Spiel kamen, traf der SV Südwest nach 23 Sekunden zum 1:0; Weimer schoss in der 19. Minute das Führungstor beim 4:1-Sieg. Auf Dauer setzte sich der junge Fußballer nicht durch. Bereits nach einem Jahr wechselte er zu Eintracht Bad Kreuznach; fast 20 Jahre lang kickte er im höheren Amateurfußball.

Helmut Schneider, Mainzer Spielertrainer in der frühen Nachkriegszeit und später mehrmaliger Meistertrainer in Dortmund, verstarb am Samstag vor 32 Jahren. Foto: imagoAm Samstag vor 32 Jahren verstarb in Mannheim einer der ersten großen deutschen Nachkriegstrainer. Helmut Schneider kam am 17. Juli 1913 in Altrip zur Welt. Als Spieler des SV Waldhof hatte Schneider zwischen 1934 und 1940 bereits viermal die Gauliga Baden bzw. Nordbaden gewonnen. Im September 1940 bestritt Schneider beim 13:0 gegen Finnland in Leipzig sein einziges Länderspiel. Nachdem er als Wehrmachtssoldat in den letzten Kriegsjahren in Franken stationiert war und für die SpVgg Fürth gespielt hatte, kam Schneider unmittelbar nach dem Krieg für ein weiteres Jahr nach Mannheim zurück. Von 1946 bis 1948 war er Spielertrainer bei den 05ern, die er in der neuen Oberliga stabilisierte. Seine weitere Karriere führte Schneider noch einmal nach Fürth, zum VfR Mannheim, zum jungen 1. FC Köln, nach Pirmasens, Dortmund und noch einmal Pirmasens, zum aufstrebenden FC Bayern München, nach Saarbrücken, Karlsruhe, Worms und zum Abschluss noch einmal nach Pirmasens und Dortmund.

Mit Fürth stieg Schneider in die Oberliga auf und wurde schon im ersten Jahr Südmeister. Mit dem FKP griff er bereits 1954 die Dominanz des 1. FC Kaiserslautern an. Mit dem BVB gewann er 1956 und 1957 die Deutsche Meisterschaft. Nach seiner Rückkehr in die Südpfalz wurde der FK Pirmasens - verstärkt durch den Dortmunder Meisterspieler Helmut Kapitulski - 1958, 1959 und 1960 Südwestmeister; auch das vierte Jahr beendete "die Klub" vor dem FCK. Mit den Bayern verpasste Schneider die Bundesliga-Qualifikation nur haarscharf: Nach dem Punkteschlüssel, der 1963 die 16 Startplätze für die neue Liga vergab, wäre der heutige Rekordmeister dabei gewesen. Weil aber der DFB in der Debüt-Saison nur einen Klub pro Stadt zuließ, die Meister der letzten Saison der fünfgleisigen Oberliga gesetzt waren und der TSV 1860 Südmeister wurde, mussten die Bayern in die Regionalliga.

Ergebnisse am 13. Februar:

1927: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 1:0  
1949: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 9:1  
1955: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 2:1  
1966: FSV Mainz 05 - SV Alsenborn 4:0  
1972: Phönix Bellheim - FSV Mainz 05 2:3  
1982: SpVgg Elversberg - FSV Mainz 05 1:1  
1993: Hansa Rostock - FSV Mainz 05 4:1  
2005: Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 2:0  
2010: Hertha BSC - FSV Mainz 05 1:1  
2011: 1. FC Köln - FSV Mainz 05 4:2  
2015: Borussia Dortmund - FSV Mainz 05 4:2  

14. Februar  

Am Sonntag vor 73 Jahren kam Karl-Heinz Schwarz zur Welt. Der Mittelfeldspieler aus der 05-Reserve wurde 1962/63 und 1963/64 dreizehn Mal in der ersten Mannschaft gebraucht.

Der kampfstarke, aber nicht effiziente Tomasz Jaworek (vorne) wird am Sonntag 46 Jahre alt.Tomasz Jaworek wird am Sonntag 46 Jahre alt. Jaworek war ein wuchtiger Mittelstürmer, der immer zum Tor wollte, aber einer aussterbenden Generation angehörte, den zentralen Angreifern, die wussten, wie man den Ball ins Netz schafft, aber sonst nicht richtig ins Spiel eingebunden werden konnten. Bei seinem Wechsel von Ruch Chorzów an den Bruchweg im Herbst 1992 war der Pole einer der vielen damaligen 05-Neuzugänge, die billig genug waren für einen noch nicht so ganz etablierten Zweitligisten, aber damit auch eigentlich nicht gut genug für die Liga.

Trotzdem war Jaworek ein populärer Spieler; sein Wille, sein Engagement, seine Aggressivität, kamen gut an beim Publikum, auch seine Kampfkraft, die im April 1993 in einem geradezu legendären Höhepunkt gipfelte: Nur Sekunden nach dem Abpfiff stand der spät eingewechselte Stürmer auf einmal auf dem Dach der Ersatzbank im alten Mannheimer Waldhof-Stadion, um sich aus einem Rudel von pöbelnden Hools einen zu greifen, der, so Jaworek, "Jürgen Klopp angegriffen" hatte. "Jürgen ist mein Freund", erklärte Jaworek, "wir sind eine Mannschaft, also ist es normal, dass ich ihn verteidige." Am Ende der Saison musste der Pole schon wieder gehen: Er war letztlich nicht gut genug, um einen der drei Ausländerplätze zu belegen, die einem damaligen Zweitligisten nur erlaubt waren. 23 Mal hatte er für die 05er gespielt, oft war er nur eingewechselt worden. Und er hatte nur zwei Tore geschossen, eins beim 2:2 gegen St. Pauli und eins beim 1:1 gegen Hannover 96.

29 Jahre alt wird Fabian Schönheim. Der Wechsel des Pfälzers vom SV Wehen zu den 05ern sorgte 2011 für eine gewisse Aufregung unter den 05-Fans - Schönheim hatte lange für den FCK gespielt und war damit in Mainz nicht so populär. Eine Rolle spielte der Defensivallrounder allerdings sowieso nicht; nur beim Heimsieg gegen die Bayern wurde er spät eingewechselt, um mit seiner Kopfballstärke zu helfen, den Vorsprung zu verteidigen. Nach einem Jahr verließ Schönheim die 05er wieder und wechselte in die zweite Liga zu Union Berlin. Dort ist der große, auch torgefährliche Profi, der sogar mal auf dem offensiven Flügel gespielt hat, ein wichtiger Mann; für die Bundesliga hat es einfach nicht gereicht.

Nicolás Castillo wird am Sonntag 23 Jahre alt. Der Chilene kam im Winter 2014/15 als Leihspieler vom Club Brügge nach Mainz, sollte zur Alternative für Shinji Okazaki aufgebaut werden, war das aber letztlich nie. Am zweiten Rückrundenspieltag debütierte Castillo in Hannover in der Bundesliga; wegen Verletzungen blieb der 27-Minuten-Einsatz sein einziges Spiel für Mainz 05 - in Testspielen war der Stürmer nie am Ball. Nach der Saison verzichteten die 05er auf eine Weiterverpflichtung. Castillo spielte auch beim italienischen Aufsteiger Frosinone Calcio keine Rolle und wechselte im Winter zurück nach Chile. Bei seinem Stammclub Universidad Católica in der Hauptstadt Santiago schießt er seitdem schon wieder Tore.

Ergebnisse am 14. Februar:

1932: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 2:2  
1937: FV Geisenheim - FSV Mainz 05 4:0  
1954: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 3:0  
1960: FK 03 Pirmasens - FSV Mainz 05 7:2  
1965: Südwest Ludwigshafen - FSV Mainz 05 3:1  
1971: Gummi Mayer Landau - FSV Mainz 05 0:0  
1976: SSV Reutlingen 05 - FSV Mainz 05 2:2  
2014: FSV Mainz 05 - Hannover 96 2:0  
 

15. Februar  

Am Montag vor 63 Jahren verlor Mainz 05 das Oberliga-Heimspiel gegen den FV Engers 07 mit 2:3 Toren - Schorsch Hagen und Jupp Amadori trafen zum 1:2 und zum Endstand. 1000 Zuschauer sahen die Partie am Binger Hessenhaus - nach den Ausschreitungen vom 25. Januar waren die 05er mit einer Platzsperre bestraft worden. Für zwei Mark pro Person wurden mehrere hundert Mainzer mit einem Sonderzug und Bussen nach Bingen gebracht.

Weitere Ergebnisse am 15. Februar:

1959: SV Weisenau - FSV Mainz 05 2:2  
1970: FSV Mainz 05 - SC Friedrichsthal 3:2  
1975: FSV Mainz 05 - TSV München 1860 1:3  
1981: SpVgg EGC Wirges - FSV Mainz 05 2:1  
1998: FSV Mainz 05 - SpVgg Unterhaching 1:1  
2009: VfL Osnabrück - FSV Mainz 05 1:3  

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