Das 05-Kalenderblatt

Christian Karn. Mainz.
Auch in dieser Woche hat die nullfünfMixedZone wieder tief in die Vereinschronik gegriffen, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche weiteren Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Wir haben unter anderem die Geburtstage diverser Torhüter gefunden, einen Auswärtssieg fast wie im Comic und einen berühmten Freistoß, aber auch eine sehr schmerzhafte Niederlage. Das Ergebnis der Recherchen stellen wir Ihnen regelmäßig in einer Serie vor - im 05-Kalenderblatt.

29. April  

Markus Kreuz wird am Mittwoch 38 Jahre alt...Am heutigen Mittwoch wird Markus Kreuz 38 Jahre alt. Der Offensivspieler war in den 1990ern eines der wenigen Mainzer Talente, die in der Bundesliga Karriere machten. Der gebürtige Ingelheimer, der als 14-Jähriger vom VfL Frei-Weinheim in die 05-Jugend wechselte, spielte im Oktober 1995 mit 18 Jahren erstmals in der 2. Bundesliga - und verlor in Jena 1:6. In drei Jahren kam Kreuz nur auf zwölf Zweitligaspiele. Vollwertiger Profi wurde der Mittelfeldspieler von 1997 bis 2000 bei Hannover 96, anschließend spielte er für den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt vier Jahre lang in der Bundesliga. Über Rot-Weiß Erfurt, Real Murcia, die Offenbacher Kickers und den FSV Frankfurt sowie den damaligen österreichischen Zweitligisten Wolfsberger AC/St. Andrä fuhr Kreuz ab 2004 seine Karriere zurück. Von 2012 bis 2014 spielte der ehemalige U21- und A2-Nationalspieler für den TSV Schott, seitdem wieder für seinen Stammverein in Frei-Weinheim. Insgesamt bestritt Markus Kreuz 81 Bundesligaspiele (8 Tore) und 166 Zweitligapartien (18 Tore).

...Zsolt Löw 36 Jahre.Zwei Jahre jünger ist Zsolt Löw. Der ungarische Linksverteidiger wechselte 2002 vom Újpest FC zu Energie Cottbus. Über Hansa Rostock und die TSG Hoffenheim kam Löw im Winter 2008/09 zu Mainz 05 - gerade rechtzeitig, um den Stammspieler Peter Van der Heyden zu vertreten, der sich kurz darauf verletzte. Ein Jahr lang war Löw Stammspieler bei den 05ern, dann verletzte auch er sich, worauf wieder ein Winter-Neuzugang sofort einen Stammplatz hatte: der Ex-Nationalspieler Malik Fathi. Nach seinem Karriereende 2011 wurde der ungarische Nationalspieler Trainer in Österreich. Zu seinen Erfolgen als Profi zählen drei Aufstiege in Folge: Mit Hoffenheim 2007 in die 2. und 2008 in die 1. Bundesliga, mit den 05ern 2009 erneut in die höchste Spielklasse.

Weitere Ergebnisse am 29. April:

1973: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 1:1  
1978: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 3:0  
1979: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 4:2  
1985: FSV Mainz 05 - TuS Mayen 3:0  
1987: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 0:0  
1990: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 1:1  
1995: Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:0  

30. April  

Am Donnerstag jährt sich eins der legendären Mainzer Bundesligaspiele zum zehnten Mal: Wochenlang hatte der Bochumer Trainer Peter Neururer das Heimspiel seines VfL gegen die 05er zum Schlüsselspiel im Abstiegskampf ausgerufen, keinen Zweifel daran gelassen, dass er die Mainzer an diesem 31. Spieltag in der Tabelle überholen würde. Das war schon vor der Partie nicht mehr möglich; am 30. Spieltag hatten die 05er mit dem 2:0 gegen Hannover 96 den Vorsprung auf den VfL und damit auf den ersten Abstiegsplatz von zwei auf fünf Punkte vergrößert. Den Bochumer Optimismus schmälerte das nicht; im Stadionheft gab es gar einen Fußballcomic von Guido Schröter, in dem der VfL den FSV Mainz 05 mit 6:2 schlug.

Diese gingen mit einer gewissen Sorge in die Partie: Dimo Wache musste sein Comeback kurzfristig absagen, saß nur der Form halber auf der Bank. Christian Wetklo spielte, aber im Ernstfall wäre womöglich Tamás Bódog sein Ersatzmann gewesen.

Benjamin Auer brachte die 05er nach sechs Minuten in Führung. Vratislav Lokvenc glich 20 Minuten später aus. Und in der letzten halben Stunde nahmen die 05er den VfL komplett auseinander: Führung durch Michael Thurks kunstvollen Kopfball (60.). 3:1 durch Fabian Gerber (65.). 4:1 durch Toni da Silvas frechen Freistoß ins völlig offene kurze Eck - Torwart Christian Vander hatte eine Flanke erwartet (68.). 5:1, als der inzwischen völlig verunsicherte Vander Benjamin Weigelts Flanke ins eigene Tor abfälschte (77.). 6:1 durch Conor Casey (84.). Und heute noch glaubt manch ein 05er, Bódog wäre nur deshalb (als Feldspieler) eingewechselt worden, um den Bochumern das zweite Tor zu geben; beim 6:2 fälschte er den Ball zumindest ab. Die 05er waren so gut wie gerettet, der VfL hatte das ungewöhnliche Ergebnis aus dem Stadionheft - nur halt als Niederlage, nicht als Sieg.

Nach dem Schlüsselspiel im ersten Bundesliga-Abstiegskampf und dem bis heute höchsten Auswärtssieg feierten die 05er noch eine Stunde lang am Gästeblock mit ihren Fans. In der ersten Reihe stehen fünf der Torschützen: von links Michael Thurk, Fabian Gerber, Benjamin Weigelt, Toni da Silva und Conor Casey. Foto: imagoWeitere Ergebnisse am 30. April:

1933: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 5:4  
1950: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:1  
1960: FSV Mainz 05 - VfR Kaiserslautern 2:2  
1967: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 3:0  
1980: FC Ensdorf - FSV Mainz 05 0:2  
1983: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 4:2  
1986: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 1:0  
2000: SpVgg Greuther Fürth - FSV Mainz 05 2:0  
2004: VfB Lübeck - FSV Mainz 05 1:4  
2011: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:0  

1. Mai  

Wie groß er seinen Geburtstag feiert nach dem Rauswurf beim HSV, das wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass Josef Zinnbauer am Freitag 45 Jahre alt wird. Der schnelle Offensivmann spielte in der Hinrunde der Saison 1995/96 für die 05er, in der Regel als Einwechselspieler. Bei Markus Kreuz' Debüt, dem oben erwähnten 1:6 in Jena, schoss er mit dem 1:5 sein erstes Zweitligator, eine Woche später beim 4:2 gegen den Chemnitzer FC sein zweites und letztes. Parallel zu seiner anschließenden Karriere als Trainer im Amateurfußball verdiente Zinnbauer sein Geld als Finanzdienstleister; seine Firma hatte er schon als Profi gegründet. In der aktuellen Saison war Zinnbauer ein halbes Jahr lang Cheftrainer des HSV, den er defensiv zwar stabilisierte, aber nicht von den Abstiegsplätzen wegbekam.

32 Jahre alt wird am Freitag Florian Herzog, der in ihren ersten beiden Regionalligajahren (2003-05) Einwechselstürmer der 05-Amateure war, aber in 26 Spielen nur ein Tor schoss. Ein Torjäger war Herzog nur in der Oberliga beim SC Idar-Oberstein.

Weitere Ergebnisse am 1. Mai:

1976: FSV Mainz 05 - FC Augsburg 1:3  
1979: Eisbachtaler Spfr. - FSV Mainz 05 0:2  
1985: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 3:1  
1988: VfL Hamm/Sieg - FSV Mainz 05 0:0  
1993: FSV Mainz 05 - MSV Duisburg 1:1  
1994: FSV Mainz 05 - Waldhof Mannheim 2:1  
1998: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 0:1  
2010: VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 2:2  

2. Mai  

Noch eine Sekunde bis zur Unsterblichkeit: Gleich schlägt Elkin Sotos Freistoß gegen den FCK oben links ein. Foto: imago

Ein bei Mainz 05 berühmtes Freistoßtor wird am Samstag sieben Jahre alt. Der 1. FC Kaiserslautern war an jenem Freitagabend am Bruchweg und kurz vor Schluss stand es 1:1, als Schiedsrichter Günther Perl einen letzten Freistoß für die 05er pfiff. Milorad Pekovic und Marco Rose wollten schießen, aber den Ball nahm sich schließlich das Phantom: Elkin Soto, der seit fast eineinhalb Jahren in Mainz war, aber selten gesehen wurde wegen langer Verletzungen und einer langen Sperre.

Fünf Jahre später: Interview mit dem langjährigen Stammspieler Soto im Fanzine "Die TORToUR". Stichwort an den Kolumbianer: "Und dann gab es diesen Freistoß gegen Kaiserslautern..." Soto erstaunt: "Das wisst ihr noch?" Antwort der TORToUR: "Das weiß jeder Mainzer noch." Und Soto strahlte, flüsterte fast: "Dieses Tor war super. Ich habe es genossen!" Es war im Derby gegen den FCK das 2:1 in der 90. Minute, eins der Tore, die man sich merkt, wenn man dabei war.

Nicht dabei - jedenfalls nicht als Spieler - war an seinem 38. Geburtstag Marco Walker. Der Schweizer Ex-Nationalspieler, der von 1996 bis 2000 für den Bundesligisten TSV München 1860 und den Zweitligisten Tennis Borussia Berlin gespielt hatte, hatte seine Karriere schon mehr oder weniger beendet, als im Sommer 2003, kurz nach Saisonbeginn, das Angebot von Mainz 05 kam. Eine ganz große Rolle spielte Walker in der Innenverteidigung nicht; in der Hinrunde war er eine Zeitlang Stammspieler, aber dann kam Manuel Friedrich aus Bremen zurück und übernahm die Hauptrolle in der Abwehr. Und trotzdem trug Walker auf eine nicht unwesentliche Weise zum Aufstieg bei, indem er nämlich eine ursprünglich nordirische Eckballvariante, die über die Nationalmannschaft ihren Weg in die Schweiz gefunden hatte, erst den 05-Amateuren und dann den Profis beibrachte. Eine Woche nach dem fürchterlichen 1:3 in Fürth verhalf dieser Eckball, bei dem der Zielspieler durch das Tor und dann aus dem toten Winkel der Verteidiger zum Ball lief, zum 4:1 gegen den MSV Duisburg und zum Endspurt, der die 05er in die Bundesliga brachte.

Weitere Ergebnisse am 2. Mai:

1965: TSC Zweibrücken - FSV Mainz 05 4:1  
1971: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 2:3  
1978: Viktoria Herxheim - FSV Mainz 05 0:1  
1982: FSV Mainz 05 - FC Ensdorf 3:0  
1989: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 4:1  
1992: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Erfurt 3:1  
1995: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 2:0  
1997: FSV Mainz 05 - SV Meppen 3:0  
1999: FSV Mainz 05 - Energie Cottbus 0:0  

3. Mai  

Franz Schöneck, in den 1950ern 05-Torwart, würde am Sonntag 81 Jahre alt werden.Eine ganze Reihe Mainzer Torhüter hat Anfang Mai Geburtstag. Den Anfang macht Franz Schöneck, der am Sonntag 81 Jahre alt würde, seinen Geburtstag aber nicht erlebt: Schon 1998 verstarb der Torwart im Alter von nur 63 Jahren. Von 1952 bis 1959 gehörte Schöneck der Mainzer Oberligamannschaft an; vorher und nachher spielte er für den SV Weisenau. In den ersten beiden Jahren blieb der junge Torwart ohne Einsatz, von da an konkurrierte er mit dem sechs Monate jüngeren Otto Schedler um den Platz zwischen den Pfosten. Eine vollständige Saison spielte Schöneck nie; 1954/55 und 1957/58 bestritt er mehr Spiele als Schedler. Nach 51 Oberligaspielen verließ Franz Schöneck die 05er.

Weitere Ergebnisse am 3. Mai:

1964: Spfr. 05 Saarbrücken - FSV Mainz 05 2:1  
1967: FSV Mainz 05 - FC Homburg/Saar 2:1  
1970: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 1:0  
1975: SpVgg Greuther Fürth - FSV Mainz 05 1:0  
1987: FSV Mainz 05 - FSV Saarwellingen 1:0  
2006: VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 0:3  
2009: FSV Mainz 05 - TuS Koblenz 2:0  
2014: Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 3:1  

4. Mai  

Klaus Mank wird am Montag 71 Jahre alt. Der Torwart wechselte 1969 als Herausforderer des in die Jahre gekommenen Kurt Planitzer nach Mainz, spielte aber nur viermal und verließ die 05er nach einem Jahr wieder. Als Jugendtrainer von Eintracht Frankfurt wurde Mank dreimal Deutscher Meister: 1980 mit der U17, 1982 und 1983 mit der U19, unter anderem mit Thomas Berthold, Bernhard Trares und Manfred Binz. Zusammen mit Jürgen Grabowski war Mank 1983/84 kurzzeitig Interimstrainer der Eintracht-Profis in der Bundesliga.

Weitere Ergebnisse am 4. Mai:

1968: FSV Mainz 05 - SV Alsenborn 2:2  
1977: FSV Mainz 05 - SV Guntersblum 3:1  
1980: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 4:1  
1985: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 1:0  
1986: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 1:1  
1991: 1. FC Schweinfurt 05 - FSV Mainz 05 0:0  
2013: Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:2  

5. Mai  

Manfred Kipp, ein Drittel des 54-Tore-Sturms der Saison 1972/73 hat am Dienstag Geburtstag...Am Dienstag wird Manfred Kipp 68 Jahre alt. Der Linksaußen wechselte einst als veritabler Torjäger der Regionalliga Berlin (109 Treffer in 159 Spielen für den VfB Hermsdorf und Wacker 04) zu Eintracht Braunschweig, spielte aber in der Bundesliga gar keine Rolle und kam schon ein Jahr später, 1972, zum FSV Mainz 05. In seinem ersten Jahr in Mainz bildete Kipp (17 Saisontore) mit Rechtsaußen Herbert Renner (18 Tore) und Mittelstürmer Gerd Klier (19 Tore) den spektakulären 54-Tore-Sturm, der die 05er zur Südwestmeisterschaft 1973 und in die Bundesliga-Aufstiegsrunde schoss. Schon in der Rückrunde hatte Kipp allerdings nachgelassen; durch die Verpflichtung von Erwin Hohenwarter zur Saison 1973/74 war er fortan fast nur noch Einwechselspieler. Mit nur 27 Jahren wechselte Kipp eine Liga nach unten zu Hassia Bingen.

...ebenso der ewige 05-Torwart "Moppes" Petz.54 Jahre alt wird der Spieler mit der längsten Karriere bei Mainz 05: 17 Jahre liegen zwischen dem ersten und dem letzten Spiel von Manfred "Moppes" Petz. Der Torwart kam 1978 als Siebzehnjähriger von Kastel 06 an den Bruchweg und wurde 1980 als Nachfolger von Kurt Gass, der ebenfalls nach Bingen gewechselt war, so etwas ähnliches wie Stammkeeper der 05er. Völlig unumstritten war Petz nicht. In keiner einzigen Saison stand er von Anfang bis Ende im Tor. Anfang 1985 wurde er von Slobodan Sujica abgelöst. 1986/87, als der Jugoslawe keine Aufenthaltsgenehmigung mehr bekam, von Dieter Ingendae auf die Bank verdrängt, und dann kam Stephan Kuhnert nach Mainz. Dennoch spielte Petz in fast jeder Saison mindestens einmal, wenn auch 1989/90 nur elf Minuten in der bedeutungslosen letzten Partie als Feldspieler. Nur 1990/91 kam er zu gar keinem Liga-Einsatz, 1993/94 hingegen war Petz nach Kuhnerts Verletzung noch einmal Stammkeeper. 1995 schließlich wechselte Petz nach 206 Pflichtspielen für die 05er zum SV Wehen und wurde dort nach zwei Jahren kurzzeitig Trainer. Petz' weitere Karriere: Torwarttrainer bei Eintracht Frankfurt und den Stuttgarter Kickers, Cheftrainer der SpVgg Ingelheim, Torwarttrainer bei Fortuna Düsseldorf, Eintracht Trier und der SV Elversberg, Cheftrainer der U23 des VfL Wolfsburg, wiederum bis zum vergangenen Sommer Torwarttrainer bei Eintracht Frankfurt, seither Scout der Eintracht.

Insbesondere jährt sich aber am Dienstag einer der schwärzesten Tage der jüngeren 05-Vergangenheit: In der Saison 2001/02, der ersten vollen Trainersaison von Jürgen Klopp, waren die 05er lange Zeit die alles überragende Mannschaft der 2. Bundesliga. Mit Dimo Wache im Tor, dem alten Robert Nikolic und dem jungen Manuel Friedrich als überragender rechter Abwehrseite, Tamás Bódog und Peter Neustädter links innen und dem aggressiven Markus Schuler als Linksverteidiger, mit Niclas und Dennis Weiland, Sandro Schwarz, Jürgen Kramny und Christof Babatz im Mittelfeld, mit Umschaltspieler Christian Hock und mit dem großartigen Sturmtrio Andrey Voronin (8 Tore), Michael Thurk (12) und Blaise Nkufo (14) spielten die 05er alles in Grund und Boden - bis auf Hannover 96. Mit dem 4:1 gegen den direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld am 31. Spieltag schienen sie den Bundesliga-Aufstieg klar gemacht zu haben. Ein Autokorso rollte durch die Stadt, der Rest sollte Formsache sein. In Duisburg und gegen Fürth spielten die 05er aber nur unentschieden. Und dann kam das entscheidende Spiel bei Union Berlin. Der Berliner Boulevard hatte sich anhand eines frei erfundenen Klopp-Zitats für dieses Spiel einen Ossi-Wessi-Konflikt ausgedacht. Die Stimmung war feindselig in Köpenick, die 1:3-Niederlage der 05er nicht nur wegen des dadurch verpassten Aufstiegs, sondern auch durch die hässlichen Begleitumstände ein Schock.

Ein Jahr später wiederholte sich wiederum das Bielefeld-Spiel. Wieder war es der viertletzte Spieltag, kam ein direkter Aufstiegskonkurrent nach Mainz: Eintracht Frankfurt. Wieder - aber das sollte nicht spielentscheidend sein, sondern nur eine Parallele - war auch der Mainzer Lieblingsschiedsrichter dabei, der hoch angesehene Franz-Xaver Wack. Und wieder gewannen die 05er: Markus Beierle hatte die Eintracht in Führung gebracht, Christof Babatz und ein Eigentor von Beierle das Spiel gedreht, Alex Schur zum 2:2 ausgeglichen - und Benjamin Auer in der 89. Minute das 3:2 zum Derbysieg gegen die Eintracht geschossen. Die vermeintliche Vorentscheidung - aber dann verloren die 05er das kuriose Spiel in Ahlen (0:2 nach 11 Minuten, 3:2 bis in die 90., 3:4 bei Abpfiff). Das 5:1 gegen den VfB Lübeck und das 4:1 in Braunschweig reichten nicht zum Aufstieg, weil die Eintracht in der letzten Sekunde ihrer Saison das entscheidende Tor zu viel schoss.

Weitere Ergebnisse am 5. Mai:

1929: FSV Mainz 05 - VfR Mannheim 3:3
1963: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 4:0  
1984: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 7:2  
1996: SpVgg Unterhaching - FSV Mainz 05 0:0  
2007: VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 2:0  
2012: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 0:3  

6. Mai  

Am Mittwoch wird Niki Wiedmann 26 Jahre alt. Der Rechtsverteidiger spielte wegen Verletzungen von 2011 bis 2013 nur zwölfmal für die Mainzer Regionalligamannschaft und wechselte dann in die Bayernliga zum TSV Rosenheim.

Weitere Ergebnisse am 6. Mai:

1973: FSV Mainz 05 - Röchling Völklingen 1:1  
1979: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 3:2  
1989: FSV Mainz 05 - Fortuna Düsseldorf 2:2  
1990: FSV Mainz 05 - SV Leiwen 2:0  
1995: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 1:0  
2001: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 1:0  
2006: FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 1:0  

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