Das 05-Kalenderblatt: 2. bis 5. Februar

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Heute geht es um einen nur kurzzeitig glücklichen und um einen sehr erfolgreichen Trainer, um einen großen Torjäger und einen beliebten Dribbler, eine schmerzhafte Nachspielzeit und um die Außenverteidiger bei einem besonderen Erfolg.

2. Februar  

Nicht nur durch sein prächtiges Tor, auch durch die packenden Duelle mit Leroy Sané kam Gaetan Bussmann spätestens in seinem vierten Spiel in der Bundesliga an. Foto: imagoHeute wird Gaëtan Bussmann 26 Jahre alt. Der französische Verteidiger, einst U19-Europameister, stieg 2013 mit dem FC Metz in die Ligue 1 auf und 2014 wieder ab, am Ende der Sommertransferperiode 2015 wechselte er als Nachfolger von Joo-Ho Park zu Mainz 05. Ein halbes Jahr brauchten die 05er, um Bussmann auf Bundesliganiveau zu bringen; seit einem Jahr ist der Verteidiger auf der linken Abwehrseite zwar nicht absolut gesetzt, zählt aber doch zum Stamm. Bussmanns erstes Bundesligator, ein schöner Schuss gegen Schalke, ging etwas unter, weil auch Julian Baumgartlinger in jenem Spiel zum ersten Mal traf, seine Flanken könnten die Kollegen noch etwas besser verwerten: Für einen auf den ersten Blick eher destruktiven Verteidiger hat Bussmann durchaus gute offensive Momente.

21 Jahre alt wird Malte Moos, der in der der Mainzer U23 inzwischen vom Rechts- zum Linksverteidiger umgepolt wurde, 20 Jahre alt der ehemalige B-Junior Max Zeringer.

Ergebnisse am 2. Februar:

1936: SV Kostheim 12 - FSV Mainz 05 2:4  
1958: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 1:2  
1969: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 3:2  
2009: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 1:1  
2013: FSV Mainz 05 - Bayern München 0:3  
 

3. Februar  

Morgen wird Karl-August, genannt Charly Tripp 73 Jahre alt. Der Mittelstürmer war einer der Schlüsselspieler in der erfolgreichen 05-Mannschaft der mittleren 1960er. Der jüngere Tripp kam 1964 als 20-Jähriger vom VfL Marburg zu den 05ern, die bereits ein Jahr zuvor den Marburger Spielmacher Kurt Sauer (inzwischen 24 Jahre alt) geholt hatten, 1966 auch Charlys drei Jahre älteren Bruder, den Rechtsaußen Georg Tripp aus Offenbach verpflichteten.

Die Tripp-Brüder waren in den mittleren 1960ern die Torjäger des FSV Mainz 05. Vierter von links ist "Schorsch" Tripp, Dritter von links sein jüngerer Bruder Charly, der morgen 73 Jahre alt wird.Charly Tripp löste sofort den 25-jährigen Erwin Bader - mit 18 Saisontoren ein Leistungsträger des Vorjahres - als Mittelstürmer ab. Bader spielte nur noch viermal für die 05er, verließ dann den Verein, obwohl Tripp zunächst nicht an diese Quote herankam. Dennoch: elf Tore in 25 Einsätzen sind ordentlich für einen jungen Neuling in der Regionalliga. Tripps bedeutendstes Tor im ersten Jahr entschied eins der legendären 05-Spiele der Ära: Im Wiederholungsspiel des DFB-Pokal-Achtelfinales beim hohen Favoriten TSV München 1860 schoss der Stürmer in der 85. Minute nach einem Eckball von Sauer das 2:1.

Tripps großes Jahr bei den 05ern war die Saison 1965/66. In 30 Spielen traf der Hesse 24 Mal, dreimal schaffte er Hattricks: Beim 4:0 gegen den SV Alsenborn, der erst zwei Jahre später zur Südwest-Spitzenmannschaft wurde, beim 6:2 in Weisenau und beim 4:0 gegen den TSC Zweibrücken. Die personell ungeheuer stabile 05-Mannschaft - in einer Zeit, in der es noch keine Auswechslungen gab, absolvierten fünf Mann alle Spiele, zwei fehlten nur einmal, zwei nur fünfmal - wurden die 05er nach einem mäßigen Start durch eine selten unterbrochene Siegesserie Dritter, zwei Punkte fehlten zur Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde.

Dennoch trennten sich die Mainzer von ihrem erfolgreichen Trainer Heinz Baas. Dessen Nachfolger Kurt Zaro scheiterte, die Mannschaft kam nicht zurecht mit dem ehemaligen Italien-Profi, der anfangs verletzte Tripp schoss kaum Tore. Besser wurde es erst nach dem erneuten Trainerwechsel im November 1966. Schon im ersten Spiel unter dem 05-Idol Walter Sonnenberger gab es den nächsten Hattrick des Mittelstürmers, der am Ende auf 16 Treffer in 23 Spielen kam. Beinahe wäre er nach der Saison der erste 05er gewesen, der zum aufstrebenden Bundesligisten Bayern München gewechselt wäre; der Vertrag war bereits unterschrieben, der Transfer platzte in letzter Sekunde. Und der Mittelstürmer erreichte die alten Quoten nicht mehr, traf nur noch achtmal, wurde von seinem Bruder überflügelt, der sein erstes Jahr in Mainz wegen Verletzungen weitgehend verpasst hatte, im zweiten bereits 18 Saisontore schoss. Und im dritten ohne seinen Bruder spielte: Charly wechselte nach 109 Spielen und 61 Toren für die 05er - nicht zu den Bayern, sondern zur Nord-Spitzenmannschaft VfL Osnabrück. Mit dem VfL wurde er dreimal in Folge Meister seiner Regionalligastaffel, dann zweimal Vizemeister hinter dem FC St. Pauli, 1973/74 schließlich Dritter hinter den Hamburgern und dem Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig; den Aufstieg schaffte er jedoch nie. Auch seine Tore wurden seltener - aber 19 Treffer in 149 Partien belegen keinen Einbruch von Tripps Fähigkeiten, vielmehr wurde der Stürmer spätestens im zweiten Jahr beim VfL zum Libero umgeschult. Erst 1973/74 verlor er seine Hauptrolle bei den Niedersachsen. In der 2. Bundesliga wurde er nur noch zweimal aufgestellt, bereits im Herbst 1974 verließ Charly Tripp den Profifußball und wurde Spielertrainer beim Amateurklub VfL Kloster Oesede.

Am Aufstiegstag mit Mainz 05 saß Jörn Andersen strahlend auf dem Plexiglasdach des Spielertunnels am Bruchweg. Kurz vor dem ersten Bundesligaspiel trennten sich die 05er von ihrem norwegischen Aufstiegstrainer. Foto: imago54 Jahre alt wird Jörn Andersen. Der grimmige Wikinger schrieb 1989/90 Geschichte. Mit für seine Verhältnisse überragenden 18 Saisontoren für Eintracht Frankfurt wurde der große, athletische Norweger erster ausländischer Torschützenkönig der Bundesliga. Andersen war zwar technisch etwas limitiert, aber wuchtig, kopfballstark, ein Mittelstürmer mit Abstauberinstinkt, ein Torjäger allerdings auf dem höchsten Niveau selten; 67 Tore in 243 Bundesligaspielen sind ordentlich, jedoch hielt Andersen seine Quote nicht konstant. Als Trainer ist der einstige Nationalspieler eine der tragischeren Figuren. 2003/04 brachte Andersen Rot-Weiß Oberhausen trotz immenser Finanzprobleme - RWO hatte nicht mal einen Trikotsponsor - mit einer Mannschaft, der man diese Leistung nicht zugetraut hätte, sehr nahe an den Aufstieg in die Bundesliga, am Ende fehlten ein Punkt und elf Tore auf Mainz 05. Mit den Mainzern schaffte er 2009 diesen Aufstieg vor allem dank seines Siegeswillens. Auch auswärts waren immer drei Punkte Andersens Ziel, tatsächlich wurden die 05er Vizemeister mit viel mehr Pech, als die noch besser platzierten Freiburger hatten, mit einer geradezu absurden Serie von groben Schiedsrichterfehlern, auch mit selbst verschuldeten und geradezu unerklärlichen Punktverlusten am Bruchweg, aber auch mit einer Auswärtsbilanz, wie man sie im deutschen Profifußball ganz selten erlebt hatte: drei Niederlagen, drei Unentschieden, gewaltige elf Siege. Andersen war's, der dann, als es wirklich zählte, den ersten 05-Sieg in Fürth holte, Andersen war's, der die 05er unter anderem gegen Schalke 04 und den 1. FC Köln erstmals ins DFB-Pokal-Halbfinale und dort in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen in die Verlängerung brachte.

Allerdings hatte nicht nur der Ansatz zu dieser Partie die 05-Verantwortlichen nervös gemacht, Zweifel waren da, ob man Andersen die Bundesliga zutrauen dürfe. Tatsächlich wurde der Trainer zwischen dem Pokal-Erstrundenaus in Lübeck und dem ersten Spieltag entlassen, Thomas Tuchel kurzfristig befördert - und dessen Erfolge mit Mainz 05 stehen für sich.

Auch in seiner übrigen Trainerkarriere hatte Andersen wenig Glück. Nach der WM 2006 war er ein Kandidat für die Co-Trainer-Position der deutschen Nationalmannschaft unter Joachim Löw, er selbst sagt, er hätte den Job nicht bekommen, weil er Ausländer ist. 2006 verließ er Skoda Xanthi bereits vor dem ersten Spiel, weil der griechische Klub in der Saisonvorbereitung seine Zusagen nicht eingehalten habe. Bei AE Larisa, ebenfalls in Griechenland, war nach 22 Tagen und vier Niederlagen Schluss. Auch beim Karlsruher SC hatte Andersen keinen Erfolg. Zuletzt trat er in diesem Winter wegen mangelnder Perspektive und mit der Begründung, den Verein nicht weiter finanziell belasten zu wollen, beim inzwischen insolventen österreichischen Zweitligisten Austria Salzburg zurück.

24 Jahre alt wird Sebastian Gärtner, der in der ersten Drittligasaison der 05-U23 acht Spiele absolvierte.

Ergebnisse am 3. Februar:

1929: FSV Frankfurt - FSV Mainz 05 0:0  
1935: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 1:1  
1952: FSV Mainz 05 - SV Weisenau 4:3  
1957: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 2:2  
1963: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 2:1  
1974: Gummi Mayer Landau - FSV Mainz 05 3:0  
1980: FSV Mainz 05 - Südwest Ludwigshafen 3:2  
1985: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 3:2  
2002: FSV Mainz 05 - VfL Bochum 1:1  
2003: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 2:1  
2007: Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 0:0  
2015: Hannover 96 - FSV Mainz 05 1:1  

4. Februar  

Der ehemalige 05-Trainer Paul Oßwald (links, mit dem großen Fritz Walter) würde am Samstag 112 Jahre alt werden. Foto: imagoAm Samstag würde Paul Oßwald 112 Jahre alt werden. Der Thüringer war bereits mit Mitte 20 ein sehr erfolgreicher Trainer, gewann 1930 und 1932 mit Eintracht Frankfurt die Süddeutsche Meisterschaft und wurde 1932 Deutscher Vizemeister wegen eines 0:2 gegen Bayern München. In der Vorbereitung auf die WM 1934 war Oßwald Assistent des Reichstrainers Otto Nerz, nebenher betreute er die Südwestauswahl und war 1933/34 Trainer des FSV Mainz 05. In seiner weiteren Karriere wurde Oßwald 1938 Südwestmeister mit der Eintracht, 1949 und 1955 Südmeister sowie 1950 Deutscher Vizemeister mit den Offenbacher Kickers, 1959 schließlich endlich Deutscher Meister mit Eintracht Frankfurt; Gegner im Finale war sein Ex-Klub, den er erst ein Jahr zuvor verlassen hatte, der Nachbar aus Offenbach. 1960 schließlich stand Oßwald mit der Eintracht im Europapokal-Finale (3:7 gegen Real Madrid). Außerdem war er der Mitbegründer des Bundes Deutscher Fußballlehrer. Oßwald verstarb am 10. November 1993 im Alter von 88 Jahren.

30 Jahre alt wird Christian Grimm. Der Mittelfeldmann aus Frankenthal spielte von Januar 2008 bis 2011 für die Mainzer U23, schloss sich dann nach 95 Ober- und Regionalligaspielen und 14 Toren der SV Elversberg an. Inzwischen spielt Grimm für den FK Pirmasens.

Pablo de Blasis warf Mainz 05 2014 mit Asteras Tripolis aus dem Europapokal. Wenige Tage später war der Argentinier selbst ein 05er. Foto: imagoPablo de Blasis wird am 29 Jahre alt. Das Los brachte den kleinen Argentinier im Juli 2014 zum ersten Mal mit Mainz 05 in Verbindung: De Blasis spielte als dauerrennender Mittelstürmer beim Mainzer Europapokalgegner Asteras Tripolis, schoss im Rückspiel (3:1 für die Griechen) eher zufällig mit einer abgerutschten Flanke das 1:0 und bereitete das 2:1 vor. Und obwohl sich das Mainzer Publikum eher in den belgischen Rechtsaußen Zigui Badibanga verliebt hatte, verpflichteten die 05er kurz nach dem Ausscheiden dessen Kollegen, einen der vielen Argentinier im Asteras-Team.

Eine Rolle spielte de Blasis in Mainz erst einmal gar nicht. Dreimal war er nur eingewechselt worden, ehe er zum Hinrundenfinale gegen Bayern München überraschend in der Startelf stand, mit den 05ern äußerst unglücklich durch einen Treffer von Arjen Robben in der Nachspielzeit 1:2 verlor, aber mit seinem unkonventionellen Spiel überzeugte. De Blasis ist auf dem Flügel eher ein offensiver Mittelfeldspieler als ein Außenstürmer, ein Kombinationsspieler, Dribbler und Hakenschläger, einer, der seine Gegenspieler verrückt machen kann, einer, der in manchen Aspekten an einen etwas geradlinigeren, etwas weniger verrückten, etwas tiefer spielenden Mohamed Zidan erinnert. Trotz seiner gerade mal 165 Zentimeter Körperlänge ist de Blasis bemerkenswert kopfballstark, wie der ägyptische Torjäger jederzeit unberechenbar, allerdings nicht so überragend effizient wie dieser: In der ersten Saison gelanten de Blasis immerhin schon ein Tor und vier Vorlagen in 20 Spielen, insgesamt sind es in 71 Spielen schon elf Tore und 13 Vorlagen. Seinen Stammplatz hatte der Argentinier noch nie absolut sicher, aber zumindest als Einwechselspieler ist er fast immer dabei.

19 Jahre alt wird der ehemalige Mainzer U17-Offensivspieler Nico Möller. Und 18 Jahre lang der Neuzugang Marin Sverko, der badische Kroate, der vom Karlsruher SC zu den 05ern wechselte und in Ruhe zum Bundesligaprofi reifen soll.

Elf Jahre liegt heute schließlich eins der schlimmsten Mainzer Bundesligaspiele zurück. Dabei hatte die Partie in Bremen überragend begonnen: Keinem Geringeren als dem von Werder ausgeliehenen Mohamed Zidan gelang nach 13 Sekunden die 05-Führung. Dann aber verletzte sich der Mainzer Torwart Dimo Wache schwer. Zwar fiel Sekunden nach der langen Spielunterbrechung gar das 2:0 durch Niclas Weiland. Aber als in der langen Nachspielzeit der ersten Hälfte auch noch Nikolce Noveski minutenlang eine Platzwunde genäht bekommen musste, drehte Werder das Spiel mit Toren in der 39., 45+3. und 45+5. Minute. In der zweiten Hälfte fiel nur noch das 4:2.

Weitere Ergebnisse am 4. Februar:

1934: FSV Mainz 05 - FSV Frankfurt 3:1  
1962: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 5:1  
1973: FV Speyer - FSV Mainz 05 1:1  
1984: FC St. Wendel - FSV Mainz 05 2:2  
2008: TuS Koblenz - FSV Mainz 05 1:1  
2012: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 1:1 
 

5. Februar  

Gut waren die Bedingungen nicht beim 05-Spiel in Ludwigshafen, heute vor 61 Jahren. Die Mainzer aber hatten die bessere Ausrüstung, daher feierten Torwart Otto Schedler, Abwehrchef Heinz Kirchner (in Schedlers Schwitzkasten) und die 05-Legende Walter Sonnenberger (Bildmitte) den höchsten 05-Sieg, den es je an der Mundenheimer Straße gab.Am Sonntag vor 61 Jahren spielten die 05er bei Phönix Ludwigshafen, waren eine Woche nach ihrem 1:10 gegen den 1. FC Saarbrücken nicht gerade Favorit, gewannen aber 6:2 durch Tore von Lothar Buchmann, Richard Schiffmann, Willi Hollerbach (2), Bernd Christ und Seppel Meinhardt. Sie hatten ihre Lehren aus dem Fiasko gegen den FCS gezogen, ebenso wie die Saarländer diesmal selbst mit spitzen Metallstollen gespielt, die Abwehrchef Franz Mattes unter der Woche an seinem Arbeitsplatz im Mombacher Panzerwerk vorbereitet hatte. Auf dem vereisten Spielfeld hatte der Phönix keine Chance gegen die viel standfesteren Mainzer. Wenig später verbot der DFB die spitzen Stollen - die Verletzungsgefahr war dem Verband viel zu hoch.

Chinedu Ede wird 30 Jahre alt. Der offensive Mittelfeldspieler aus Berlin, der vor allem bei Hertha BSC zum Bundesligaspieler ausgebildet wurde, kam 2012 mit der Empfehlung einer ausgezeichneten Zweitligasaison mit Union Berlin zu den 05ern. In Mainz setzte Ede sich nicht durch. Fußballerisch war er sicherlich gut genug für die Bundesliga, allerdings nicht dominant genug für einen Zehner und nicht schnell genug für die Flügel. Letztlich scheiterte der talentierte Sänger und Songwriter an einem Aspekt, der zeigt, wie schwierig es ist, Erstligaspieler zu werden. Wie so vielen fehlte ihm die absolute Besessenheit. Nach neun Spielen und einem Tor liehen die 05er Ede zunächst an den 1. FC Kaiserslautern aus, wo er gar nicht auf die Beine kam, dann nach Zypern zu Anorthosis Famagusta. Nach seiner Rückkehr im Sommer 2015 war Ede zunächst ein wertvoller Spieler für die Mainzer Drittligamannschaft, in die er sich sofort integrierte; nach vier Spieltagen wechselte er zu Twente Enschede, wo er durchaus eine Rolle spielt.

Da lacht der Mainzer - und der Fachmann wundert sich. Giulio Donati ist (ebenso wie Bussmann) einer von 27 05-Spielern (denn Niko Bungert war bei beiden Partien dabei), die mal ein Bundesligaspiel bei Bayern München gewannen. Foto: imagoGiulio Donati wird am Sonntag 27 Jahre alt. Der italienische Rechtsverteidiger kam für erstaunlich kleines Geld Anfang 2016 von Bayer Leverkusen nach Mainz und war schnell Stammspieler; zweimal nur saß Donati seither auf der Bank. Die 05er bekamen von Bayer einen Zweikämpfer, einen Antreiber und Anführer, einen Außenverteidiger mit Offensivgeist, allerdings noch ohne die große Offensivwirkung - zwei Tore immerhin hat er schon direkt vorbereitet, das eine oder andere indirekt. Eine gewisse Reizbarkeit relativiert den sportlichen Wert Donatis jedoch hin und wieder; zwei seiner drei Platzverweise waren jedoch übertrieben bzw. gänzlich unberechtigt, vor dem ersten jedoch hat sich der Italiener vom Fachmann Sandro Wagner zu leicht provozieren lassen. Etwas mehr Gelassenheit würde Donati gut tun.

26 Jahre alt wird Mounir Bouziane. Der Angreifer aus Saint-Louis - nicht in Missouri, sondern in Frankreich, direkt angrenzend an die schweizer Metropole Basel - war in der U19 und U23 des SC Freiburg ein Torjäger, bei Mainz 05 II ab 2013 eher ein Einwechselspieler, der nicht oft traf. Und ein Aufstiegsheld: In den Relegationsspielen gegen die TSG Neustrelitz (2:0 und 3:1) schoss Bouziane das 1:0 bzw. 2:0. In der vergangenen Saison spielte Bouziane für Energie Cottbus, nach deren Abstieg kam er zurück nach Mainz, wo er tatsächlich zum (wahrscheinlich auch dauerhaft einmaligen) Bundesligaspieler wurde; gegen den 1. FC Köln wurde Bouziane mangels Alternativen für eine Viertelstunde eingewechselt.

Weitere Ergebnisse am 5. Februar:

1928: VfL Neckarau - FSV Mainz 05 4:6  
1950: FSV Mainz 05 - VfR Kaiserslautern 1:1  
1961: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 2:2  
1972: Pegulan Frankenthal - FSV Mainz 05 0:0  
2005: FSV Mainz 05 - Hertha BSC 0:3  
2011: FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:1  

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