Das 05-Kalenderblatt: 20. bis 22. Juni

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Eingangs der zweiten Juni-Hälfte geht es tatsächlich immer noch um Fußballspiele, außerdem haben neben weiteren Spielern ein Westernheld, ein FCK-Aufsichtsrat und ein Stammtorwart Geburtstag.

20. Juni  

Heute ist das 0:0 gegen Fortuna Köln in der Bundesliga-Aufstiegsrunde 43 Jahre her. Die 05er hätten sehr hoch gewinnen müssen, um die minimalen Aufstiegshoffnungen noch aufrechtzuerhalten. Dennoch sahen sich 12.000 Zuschauer das auch ohne Tore hochklassige Spiel an. Es war das zweitspäteste Pflichtspiel in der Historie der 05er.
 

21. Juni  

Miroslav Karhan gegen "Django" Metzen, den Mann, der schneller Gelb zieht als sein Schatten. Foto: imagoAm Dienstag haben vier Ex-05er Geburstag. 40 Jahre alt wird Miroslav Karhan, der grimmige Schweiger aus der Slowakei. Als Rekordnationalspieler seines Landes und Rekord-Bundesligaspieler des VfL Wolfsburg kam Karhan 2007 zu den gerade abgestiegenen 05ern. Drei Jahre lang war er eine große Autoritätsperson im zentralen Mittelfeld, ein Arbeiter, ein Organisator, aber auch ein Elfmeterschütze und ein Mann, der gute Pässe aus dem finsteren Wald spielen konnte. In seinem ersten Zweitligajahr schoss Karhan fünf Tore und bereitete zehn vor, im zweiten sind ebenfalls fünf Tore und sieben Vorlagen notiert - außerdem galt dem Slowaken eine Hälfte des berüchtigten Simultan-Doppel-Gelbs von "Django" Metzen. In der Bundesliga trat Karhan offensiv kaum noch in Erscheinung; legendär wurde sein Pass ins Leere beim Heimspiel gegen die Bayern: Das Spiel war fast vorbei, die 05er waren müde, es stand 2:1 und weil es keine Anspielstation mehr gab für Karhan, spielte dieser den Ball etwa von der Mittellinie mit einem präzisen langen Pass kurz vor die Eckfahne der Bayern. Diesen Ball wieder einzusammeln, kostete wertvolle Sekunden. Jene Saison endete für Karhan mit einer gewissen Tragik: Mit dem Ziel der ersten slowakischen WM-Teilnahme vor Augen hatte der nicht mehr ganz junge Mittelfeldspieler nochmal bemerkenswerte Leistungen gebracht - aber wegen einer Verletzung in der WM-Vorbereitung konnte er in Südafrika nicht mitspielen. In der folgenden Bundesliga-Hinrunde war Karhan noch eine Art Stammspieler, aber im Winter kam Malik Fathi und der Slowake wurde nicht mehr gebraucht.

Weitere Geburtstagskinder am 21. und 22. Juni: Simon Goldhammer, Luka Tankulic Mathias Abel und Nikita Rukavytsya.Zehn Jahre jünger ist Simon Goldhammer, der von 2005 bis 2007 13 U19-Bundesliga- und 30 Oberligaspiele für die 05er bestritt. Dogan Cevik, noch ein Jahr jünger, spielte zehnmal in der Junioren-Bundesliga für die Mainzer, Luka Tankulic, der 25 Jahre alt wird, in der Saison 2011/12 26 Regionalligapartien.
 

22. Juni  

29 Jahre alt wird am Mittwoch Nikita Rukavytsya. Der aus der Ukraine stammende Australier spielte 2012/13 achtmal für die 05er, erreichte aber zu selten Bundesliganiveau. In diesem Sommer wechselt Rukavytsya als zweitbester Torjäger der israelischen Liga von Beitar Jerusalem zu Makkabi Haifa.

Am gleichen Tag wird der bisherige Mainzer Stammtorwart 23 Jahre alt: Loris Karius, der 2011 von Manchester City in die Regionalligamannschaft der 05er wechselte, im zweiten Jahr erstmals in der Bundesliga gebraucht wurde und im dritten Jahr Heinz Müller und Christian Wetklo überholte. Karius entwickelte sich seither in 91 Spielen für die 05ern zu einem überragenden Bundesligatorwart, der wie erwartet nicht lange zu halten war: Für viel Geld wechselte der Oberschwabe zum Ex-05-Trainer Jürgen Klopp und zum Liverpool FC. Und wird doch in der Saisonvorbereitung wieder in Mainz auftauchen: Die 05er verkündeten heute ein Testspiel gegen die "Reds" am 7. August.

Loris Karius, seit November 2013 05-Stammtorwart, künftig wohl Nummer 1 in Liverpool, wird 23 Jahre alt. Foto: imagoAuf einem noch direkteren Weg als Karius kam 2002 Mathias Abel von den 05-Amateuren zu den Profis. Der Verteidiger aus Kaiserslautern rückte schon nach wenigen Vorbereitungstagen in die erste Mannschaft auf, spielte zunächst selten, wurde aber nach der Verletzung von Spasoje Bulajic im November 2002 Stammspieler in der 2. Bundesliga. Mal als Innenverteidiger, mal als Rechtsverteidiger war Abel bis zur Winterpause 2003/04 ein wichtiger Leistungsträger bei den 05ern. Im zweiten Rückrundenspiel riss sein Kreuzband - es war ein Glücksfall für die 05er, dass sie gerade erst Manuel Friedrich von Werder Bremen zurückgeholt hatten. In der Bundesliga war Abel wieder dabei, wenn auch nicht immer als Stammspieler - und gut genug offenbar, um für größere Vereine interessant zu werden: 2006 wechselte der Verteidiger zu Schalke 04. Es war ein Bruch in seiner Karriere: Wegen mehrerer Kreuzbandrisse bestritt Abel in vier Jahren für Schalke, den HSV und den 1. FC Kaiserslautern nur acht Ligaspiele. Erst 2010 schaffte er ein Comeback in der Bundesliga; er wurde gar Kapitän des FCK. Seit dem November 2014 gehört Abel dem FCK-Aufsichtsrat an. Am Mittwoch wird er 35 Jahre alt.

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