Das 05-Kalenderblatt: 21. bis 24. Februar

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Heute geht es vor allem um Torjäger: Zwei der späten Vorkriegs-05er, einen aus dem Amateurfußball, der oben selten spielte, aber immer traf, einen aus der Bundesliga, der das moderne Mainz 05 erfand, einen eigenwilligen Einwechselknipser und um einen, der vor kurzem eine Menge Geld gebracht hat.

21. Februar 

Wolfgang Frank, einer der bedeutendsten 05er von allen, wäre heute 66 Jahre alt geworden.Einer der entscheidenden Wegbereiter des Mainzer Erfolgs wäre heute 66 Jahre alt geworden: Wolfgang Frank, der als Trainer nach Mainz kam, als alles für einen Abstieg aus der 2. Bundesliga sprach. Der die Bundesliga, in der er einst als Profi geglänzt hatte, selbst zwar nur noch als Zuschauer erlebte, aber schon von ihr sprach, als ihn jeder für verrückt hielt. Der die Ideen hatte, die sein Musterschüler Jürgen Klopp umsetzte, Thomas Tuchel fortführte, Martin Schmidt nun aufrechterhalten soll.

Als Profi war Frank einst ein kleiner, aber extrem kopfballstarker und wendiger Strafraumstürmer, ein ehrgeiziger Rackerer, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere (1976/77) 24 Bundesliga-Saisontore für Eintracht Braunschweig schoss, insgesamt auch für den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und den 1. FC Nürnberg in 215 Spielen 89 Mal traf. Als Trainer arbeitete Frank zunächst bei verschiedenen Vereinen in der Schweiz, dann kam er mit Rot-Weiss Essen ins DFB-Pokalfinale. Die Mainzer übernahm er 1995 als Zweitliga-Fehlstarter mit vier Punkten aus neun Spielen - den zweiten bis vierten hatte gerade erst Interimstrainer Manni Lorenz geholt. Frank fing den Absturz ein bisschen auf, ging trotzdem als Tabellenletzter in die lange Winterpause, in der Frank alles umkrempelte, den Libero abschaffte, eine der ersten italienischen Viererketten im deutschen Profifußball installierte. Die 05er wurden so der beste Zweitligist kamen: In 17 Rückrundenspielen - zwei davon vor der Winterpause - gab es 32 der 44 Saisonpunkte. Neun davon an den letzten vier Spieltagen gegen die späteren Aufsteiger aus Bielefeld, Duisburg und Bochum.

Und Frank war immer noch nicht satt. Und stellte Forderungen: Bessere Trainingsbedingungen, bessere Kabinen, Stadionausbau. Professionalisierung auf allen Ebenen. Größere Ansprüche! Oder wollt Ihr ewig gegen den Zweitliga-Abstieg spielen? Die Verhandlungen mit der Stadt, der damals noch Stadion und Gelände gehörten, waren hart. Kein Geld, kein Bedarf bei gerade mal durchschnittlich rund 4.000 Zuschauern. Frank setzte sich durch, legte damit den Grundstein zu allem, was Mainz 05 heute ist. Inspirierte nebenbei fast seine komplette Mannschaft zum Trainerberuf - Klopp ist der Erfolgreichste, aber auch Torsten Lieberknecht, Sven Demandt, Peter Neustädter, Lars Schmidt, Stephan Kuhnert, Dimo Wache, Uwe Stöver, Joe Zinnbauer, Bruno Akrapovic, Christian Hock, Adrian Spyrka, aus seiner späteren Generation Jürgen Kramny und Helgi Kolvidsson trainierten und trainieren auf höherem oder niedrigerem Niveau ihre Mannschaften, vier schafften es als Cheftrainer in die Bundesliga.

Beim 1997 knapp verpassten Aufstieg war Frank schon nicht mehr dabei. Schon im Frühjahr ging es ihm nicht schnell genug, er trat zurück. Die Mannschaft stagnierte, fiel zurück in den Abstiegskampf. Ein Jahr später war Frank wieder da, wurde beim Comebackspiel, am Gründonnerstag 1998, von den Fans als "Messias" gefeiert. Den Erfolg aus seiner ersten Zeit in Mainz konnte er jedoch nicht wiederholen. Mehr als Mittelmaß war auch bei späteren Stationen nicht mehr drin. Am 7. September 2013 verstarb Frank nach schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren.

Der pfeilschnelle Linksaußen Karl Posselmann verstarb heute vor 46 Jahren.Lange vorher, heute vor 46 Jahren, verstarb in Mainz die "Rakete". Schon der Spitzname deutet an, dass der 1911 geborene, mit 15 Jahren zu den 05ern gestoßene und 1930 erstmals in der ersten Mannschaft eingesetzte Karl Posselmann ein für seine Zeit und seine Mannschaft überdurchschnittlicher Linksaußen war. In seinem ersten Jahr brauchte Posselmann noch einige Eingewöhnungszeit, ließ aber schnell seinen Vorgänger, den Routinier Georg Kaiser, vergessen und verdrängte bald auch seinen direkten Konkurrenten, den ebenfalls in jenem Jahr erstmals eingesetzten Josef Gegenheimer aus Alzey, ins Mittelfeld.

Mit sechs Toren und zwölf Vorlagen war Posselmann 1931 eine perfekte Ergänzung zum überragenden Innensturm der 05er, der sie erstmals seit vier Jahren wieder zum Hessenmeister machte. Nach jener Saison wollte Posselmann zu Eintracht Frankfurt wechseln; der Transfer kam nicht zustande, der Angreifer kam aber erst spät in der Saison zurück zu den 05ern. Und erreichte zwar seine Quote aus dem ersten vollen Jahr nie wieder, blieb aber bis 1946 ein wichtiger Spieler der 05er, der auch in schwierigsten Zeiten in den ersten Nazi-Jahren dafür sorgte, dass wenigstens der linke Flügel gut besetzt war in der zerbrechenden Mainzer Mannschaft, der sich zu einem erfahrenen Führungsspieler entwickelte, der den vielen Jugendspielern, die zwangsläufig in die erste Mannschaft gespült wurden - darunter der späteren 05-Legende Gerd Higi -, den Einstieg in den Aktivenfußball erleichterte.

Außerdem haben einige Spieler Geburtstag, die sich alle letztlich nicht durchgesetzt haben. Der Älteste ist Neil Murray, der 44 Jahre alt wird. Der Schotte, als junger Profi Champions-League-Spieler bei den Glasgow Rangers, stellte sich 1999 als "buzzling player" vor, als Wuseler im Mittelfeld, war am Ende aber zwar ein gnadenloser Zweikämpfer, aber kein Fußballer auf Zweitliganiveau. Nach einem Jahr und elf Einsätzen - meist Einwechslungen - wechselte Murray wieder nach Großbritannien.

Die heutigen Geburtstagskinder: Oben Neil Murray und Igoris Morinas, unten Filip Trojan und Petar Sliskovic.Igoris Morinas, der 42 Jahre alt wird, hätte eine Rolle spielen können. Der litauische Nationalspieler, der 2002 von Hannover 96 nach Mainz kam, war einer der besseren Techniker in der damaligen 05-Mannschaft, ein leichtfüßiger Linksaußen mit Zug zum Tor, eigentlich ein typischer 05-Spieler. Jedoch konnte Morinas die Vision nicht umsetzen, weil er nie richtig fit wurde. In nur 16 Einsätzen schoss er immerhin ein Tor beim Auswärtssieg gegem den SSV Reutlingen 05, der durchaus so etwas wie ein Angstgegner der 05er war, aber nach einem Jahr war schon wieder Schluss. Beim Aufsteiger Jahn Regensburg hinterließ Morinas noch weniger Spuren, dann wechselte er wieder nach Litauen. In der dortigen Liga beendete Morinas 2010 seine Karriere als ein großer Torjäger: In 287 Spielen schoss Morinas 104 Tore.

Auch Filip Trojan, der 34 Jahre alt wird, scheiterte in Mainz letztlich an seinen Verletzungsproblemen. Der kleine, wendige, schnelle und als Schalker und vor allem Bochumer durchaus bundesligaerfahrene Tscheche, der sich immer ein bisschen als Spielmacher sah, aber links offensiv besser aufgehoben war, war ein guter Fußballer, der sich auf engen Räumen gut behaupten konnte, verpasste aber nach seinem Wechsel vom FC St. Pauli zu den 05ern die komplette Hinrunde der Saison 2009/10. In der Rückrunde kam Trojan nur zu vier Einsätzen - darunter einem sehr guten beim Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Mittelfristig hätte man ihn vielleicht zu einem guten 05-Spieler aufbauen können, aber auch Trojan war nach einem Jahr wieder weg. In Duisburg und Dresden spielte der Tscheche noch einige Jahre in der zweiten Liga.

Petar Sliskovic schließlich wird 26 Jahre alt und kann seinen Geburtstag wieder in Mainz feiern. Der in Sarajevo geborene Kroate kam 2008 vom FSV Frankfurt zu den 05-Junioren, wäre im zweiten U19-Jahr beinahe Torschützenkönig der Bundesliga Süd/Südwest geworden, schoss in der Regionalliga massenhaft Tore - 2010/11 zwölf in 17 Spielen, 2012/13 sogar 14 in 17, 2013/14 23 in 26 Partien, Quoten, die zwangsläufig in den gehobenen Profifußball führen. Aber trotz einiger Anläufe kam Sliskovic dort nie an. Weder beim FC St. Pauli, an den er 2011/12 ausgeliehen war, noch bei Dynamo Dresden, bei dem er die Hinrunde 2012/13 verbrachte, setzte er sich als Zweitligastürmer durch. In der Bundesliga (15 Spiele für Mainz 05 von 2010 bis 2015) bleibt neben einem bedeutungslosen Tor beim 2:4 in Köln nur der wunderbare Ausgleich im März 2011 in Dortmund stehen; die Trainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel lieferten sich damals einen schönen kleinen Streit nach dem späten Tor, bei dem die 05er keine Rücksicht darauf genommen hatten, dass der Dortmunder Mohamed Zidan angeschlagen auf dem Platz liegengeblieben war. Wahrscheinlich ist Sliskovic für Bundesligen ein bisschen zu brav; der Mittelstürmer ist fleißig, laufstark, hat einen guten Abschluss, ist auch nicht nur auf Vorlagen angewiesen, sondern spielt auch mit, aber ihm fehlt der letzte Fanatismus, dazu kamen auch bei ihm immer wieder Verletzungsprobleme. Seit wenigen Wochen ist Sliskovic wieder ein Mainzer; nach zwei eher erfolglosen Jahren beim FC Aarau, den Stuttgarter Kickers und dem Halleschen FC kam er als Leihspieler zum Drittligateam.

Ergebnisse am 21. Februar:

1932: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 1:1  
1937: FSV Mainz 05 - SV Kostheim 12 1:1  
1954: FK 03 Pirmasens - FSV Mainz 05 2:0  
1960: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 1:1  
1965: FSV Mainz 05 - SV Völklingen 2:0  
1976: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 3:1  
1988: SpVgg EGC Wirges - FSV Mainz 05 0:0  
2014: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 0:0  
2015: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:1 
 

22. Februar  

Bis auf den 18. Geburtstag des ehemaligen Mainzer U17-Spielers Giorgio del Vecchio gibt es für morgen nur die

Ergebnisse am 22. Februar:

1953: FK 03 Pirmasens - FSV Mainz 05 2:0  
1959: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 2:1  
1975: Karlsruher SC - FSV Mainz 05 3:1  
1981: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern (A) 1:2  
1998: SpVgg Greuther Fürth - FSV Mainz 05 2:2  
2008: FSV Mainz 05 - Carl Zeiss Jena 2:2  

23. Februar  

Am Donnerstag vor 109 Jahren kam in Mannheim ein großer Torjäger zur Welt. Heinrich Decker machte sich zunächst beim Waldhof einen Namen, traf unter anderem 1928/29 beim 6:6 und 6:1 gegen die 05er insgesamt dreimal, spielte bereits im nächsten Jahr selbst für die Mainzer.

Heinrich Decker war in den frühen 1930ern einer der überragenden Fußballer der 05er und nach Karl Scherms Abgang der wichtigste Torschütze.Decker war im 05-Team einer der überragenden Fußballer, das erkennt man schon an seinen Positionen: Ebenso wie später der etwas jüngere Jakob Schneider pendelte der Kurpfälzer in unregelmäßigem Rhythmus zwischen den beiden Schlüsselpositionen, war mal Sturmführer (also Offensivchef), mal Mittelläufer (also Abwehrchef). In der Offensivrolle war Decker zunächst eher ein vierter Mittelfeldspieler und Organisator, bald aber, als Schneider sich hinten etabliert hatte und vorne der "Gaukler" Karl Scherm nicht mehr dabei war, der wichtigste Torschütze der Mainzer. 1934/35 schoss der Mannheimer in 20 Saisonspielen 27 Tore, jeweils fünf beim 6:1 in Geisenheim und beim 7:2 in Okriftel. Dort dribbelte er allein beim 2:0 fünf Gegenspieler aus und hätte vielleicht sogar Paul Lipponers Rekord von sieben Treffern in einem Spiel einstellen können, wäre er nicht direkt nach seinem fünften Tor in der 69. Minute nach einem groben Foul verletzt ausgeschieden. Und wahrscheinlich hätten die 05er den direkten Wiederaufstieg in die Gauliga geschafft, hätte Decker nicht in den letzten beiden Saisonspielen gefehlt, darunter beim ungemein unglücklichen 1:2 beim direkten Konkurrenten Opel Rüsselsheim.

In späteren Jahren wurde Decker nur noch sporadisch eingesetzt, wegen seines Berufs hatte er nicht mehr so viel Zeit für den Fußball. 05er blieb er; 1947 war er einer der Wiedergründer der Altherrenmannschaft.

Am Donnerstag vor 75 Jahren kam Jürgen Lomp zur Welt. Der Stürmer kam 1960 von der FVgg Mombach 06 zu den 05ern, wurde aber erst in den letzten beiden Saisonspielen eingesetzt - und schoss prompt in beiden sein Tor. Nachdem er auch im folgenden Jahr nur einmal gespielt hatte, wechselte Lomp 1962 zurück nach Mombach.

Toni Reljic, ein ganz feiner Techniker, der an seiner Mentalität scheiterte und sich nach einem sehr guten U19-Jahr 2012/13 in der Mainzer U23 nicht durchsetzte und in der Oberliga landete, wird 24 Jahre alt.

Ergebnisse am 23. Februar:

1958: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 4:1  
1964: SV Weisenau - FSV Mainz 05 0:0  
1985: SpVgg Elversberg - FSV Mainz 05 0:4  
1991: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 0:0  
2003: SSV Reutlingen 05 - FSV Mainz 05 1:2  
2013: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1  

24. Februar  

Wegen einer langen Verletzung konnte der Kasteler Jochen Dries in seiner einzigen 05-Saison lange nicht mitspielen. Trotzdem schoss er sechs Tore.Am Freitag wird Jochen Dries 70 Jahre alt. Der gebürtige Kasteler, der 1972 mit einer gewissen Erfahrung aus der damals noch zweitklassigen Regionalliga (SpVgg Weisenau, Borussia Neunkirchen) zu Mainz 05 kam, war ein unkonventioneller Außenstürmer: Auf dem Platz ein guter Techniker mit wahnsinnigem Schuss, vielleicht ein bisschen unvollendet, was auch mit Verletzungsproblemen zusammenhing: Dries schoss schon im ersten Spiel nach acht Minuten sein erstes Freistoßtor, traf auch in der zweiten Partie, fiel aber bald nach einem Autounfall monatelang aus. In der Zwischenzeit etablierte sich ein weiterer Neuzugang, der im Mittelfeld gestartete Manfred Kipp, fest im Angriff und wurde mit 17 Saisontoren neben Herbert Renner und Gerd Klier ein Teil des berühmten 54-Tore-Sturms; für Dries wurde es schwer, wieder in die Mannschaft zurückzukommen. Seine weiteren vier Tore schoss er als Joker, jeweils zwei beim 4:0 gegen den 1. FC Saarbrücken und beim 5:1 gegen Blau-Weiß 90 Berlin in der Aufstiegsrunde. Im übrigen Leben galt Dries immer als ein bisschen eigenwillig, als Paradiesvogel, unangepasst, dabei aber dennoch seriös, pfiffig, intelligent. Nachdem er in seiner zweiten Mainzer Hinrunde gar keine Rolle gespielt hatte, wechselte Dries im Winter 1973/74 zum Freiburger FC und im folgenden Sommer zum FC Aarau in die Schweiz, wo er jahrzehntelang blieb und nach seinem Karriereende 1977 35 Jahre lang einige zumeist unterklassige Klubs trainierte, hin und wieder auch Erstligisten. 

Gegen die TSG Hoffenheim schoss Yunus Malli 2015 als dritter 05er einen Bundesliga-Hattrick. Der VfL Wolfsburg wartet noch auf den Durchbruch seines neuen Zehners. Foto: imago25 Jahre alt wird Yunus Malli, der nordhessisch-türkische Zehner, der vor ein paar Wochen erst die 05er nach fünfeinhalb Jahren verließ. Malli ist neben Stefan Bell das aktuelle Musterbeispiel für die Entwicklung, die Nachwuchsspieler in Mainz nehmen können; stammt allerdings nicht von den eigenen Junioren, sondern kam 2011 aus der U19 von Borussia Mönchengladbach nach Mainz. In Gladbach hatte er bereits als Jugendspieler in der Regionalliga gespielt, war aber nach einem internen Zwist zu den A-Junioren zurückgestuft worden. Auch in Mainz spielte der junge Malli erst einmal sehr erfolgreich im Viertligateam, schoss in acht Einsätzen fünf Tore. Leidlich regelmäßige Bundesligaspiele kamen bald; im zweiten bereitete Malli schon sein erstes Tor vor, aber es dauerte lange, bis er sich endgültig durchsetzte. Auch seine Position war lange unklar; zwar spielte er in diesem zweiten Spiel, seinem Startelfdebüt, bereits anstelle des etablierten Andreas Ivanschitz als Zehner, häufig aber auch auf dem linken Flügel, Thomas Tuchel wollte zwischendrin mal einen Sechser aus dem talentierten, aber noch nicht allzu konstanten Mittelfeldspieler machen.

Fest zum Spieltagskader gehört Malli seit November 2013; vorher schon war er oft mindestens auf der Bank, wurde häufig auch eingewechselt, fehlte aber auch immer wieder im 18er-Aufgebot. Etwa ein Jahr später wurde Malli nach und nach Stammspieler; sechs Rückrundentore in jener Saison - exakt so viele wie in den dreieinhalb Jahren zuvor - spielten dabei nicht die einzige Rolle. An den vergangenen 42 Spieltagen stand Malli genau einmal nicht in der 05-Startelf, das war bei jenem berüchtigten 1:2 gegen Hamburger SV, als er für den schwer verletzten Elkin Soto ins Spiel kam - und den Ausgleich schoss. In der Saison 2015/16 machte sich der eher als zweite Spitze als als Passgeber auftretende langjährige deutsche Juniorennationalspieler für die türkische Nationalmannschaft interessant, für die er mittlerweile neunmal spielte, ebenso für die Bundesliga-Konkurrenten. Nach acht Toren (drei gegen die TSG Hoffenheim) und nur einer Vorlage gab es bereits im Winter 2015/16 ein sehr konkretes und lukratives Angebot von Borussia Dortmund für den Spieler, der ein halbes Jahr zuvor ablösefrei hätte gehen können, aber seinen Vertrag um drei Jahre verlängert hatte. Im Januar 2017 schließlich wechselte Malli nach 129 Bundesligaspielen und 29 Toren (05-Rekord mit Mohamed Zidan, der allerdings deutlich weniger Spiele brauchte) für viel Geld zum VfL Wolfsburg.

Ergebnisse am 24. Februar:

1952: FSV Mainz 05 - VfL Neustadt/Weinstraße 5:0  
1957: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 0:2  
1980: FSV Mainz 05 - SpVgg EGC Wirges 4:0  
1997: FSV Mainz 05 - Hertha BSC 0:0  
2007: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 2:1  

► Alle Artikel zur Historie

► Zur Startseite