Das 05-Kalenderblatt: 21. bis 24. Januar

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es unter anderem um Torhüter, einen wichtigen Mittelfeldspieler der ganz alten Mainzer Erstligamannschaft, einen Nicht-Aufstiegstrainer und einen Mittelstürmer, der keine Lust mehr hatte und nach Hause ging.

21. Januar  

1962 spielte Mainz 05 erstmals im DFB-Pokal, Gegner war der große 1. FC Köln. Der FC-Kapitän und 1954er-Weltmeister Hans Schäfer (im weißen Trikot) und sein Mainzer Kollege Norbert Liebeck treffen sich hier zur Seitenwahl. Zweiter von rechts: Winfried Nothnik, der heute vor 80 Jahren zur Welt kam.

Hans Lautner, lange Zeit Torwart der 05er, würde heute 108 Jahre alt werden.

Heute vor 80 Jahren wurde Winfried Nothnik geboren. Der Rechtsfuß, meist Mittelfeldspieler, aber häufig auch mal Rechtsaußen, wurde bei den Offenbacher Kickers ausgebildet, war Stammspieler der Viktoria Aschaffenburg in der Oberliga Süd und wechselte 1960 zu den 05ern, für die er in drei Jahren 72 Mal spielte und sieben Tore schoss.

Hans Lautner würde heute 108 Jahre alt werden. Der Saarbrücker war in den späten 1920ern schon als 17-Jähriger Stammtorwart der 05er und blieb das - mit Unterbrechungen - bis 1935. Bereits 1927 verließ Lautner die Mainzer, aber nach ein paar Wochen war der Wechsel geplatzt und der Torwart wieder im Tor. 1929 war er kurzzeitig weg, ab 1930 länger, 1933 kam er zum dritten Mal zurück. Bis 1935 sind 112 Einsätze dokumentiert, davon 68 in der Bezirksliga, 31 in den süddeutschen Qualifikationsrunden zur Deutschen Meisterschaft, acht in der Gauliga und fünf nach dem Abstieg in der Zweitklassigkeit - allerdings nur ein Titel: 1926 wurde Lautner mit den 05ern Hessenmeister, 1932 und 1933 hatte er ja gefehlt.

Ohne Lautner im Tor gewannen die 05er heute vor 82 Jahren das Gauligaspiel bei den Spfr. Saarbrücken durch zwei Treffer von Karl Scherm (60., 85.) 2:0. Kurios: Saarbrückens Sturmführer Eyrich ging nach einer halben Stunde einfach nach Hause. Er hatte bis dahin nicht gut gespielt und war vom eigenen Publikum beschimpft worden.

Weitere Ereignisse am 21. Januar:

1951: FV Engers 07 - FSV Mainz 05 4:0  
1961: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 4:2  
1962: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 6:0  
1968: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:2  
1973: Gummi Mayer Landau - FSV Mainz 05 3:0  
1984: SpVgg EGC Wirges - FSV Mainz 05 3:1  

22. Januar  

Geboren am 22. Januar: Dieter Rauch (Jahrgang 1944) und Patrick Krengel (Jahrgang 1996).Am Freitag vor 72 Jahren kam Dieter Rauch zur Welt. Der Torwart aus der eigenen Jugend war 1963/64 mit 19 Jahren schon Stammkeeper der 05er, wurde aber gegen Saisonende vom erfahrenen Kasteler Kurt Planitzer verdrängt. Nach einem Jahr ohne weiteren Einsatz verließ Rauch die 05er; für den SV Weisenau und Südwest Ludwigshafen spielte er noch ein knappes Jahrzehnt in der Regionalliga, des öfteren auch gegen seinen Ex-Klub aus Mainz. 

Patrick Krengel, bis 2015 Innenverteidiger der Mainzer U17 und U19 und inzwischen beim KSV Baunatal am Ball, wird am Freitag 20 Jahre alt.

Weitere Ereignisse am 22. Januar:

1933: FSV Mainz 05 - Stuttgarter Kickers 5:4  
1950: FSV Mainz 05 - ASV Landau 2:1  
1956: FK Pirmasens - FSV Mainz 05 2:0  
1967: FSV Mainz 05 - Röchling Völklingen 1:0  
1977: FSV Mainz 05 - Südwest Ludwigshafen 1:1  
1978: FSV Mainz 05 - FK Clausen 1:0  
1983: ASC Dudweiler - FSV Mainz 05 2:1  
2005: FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 2:3  
2011: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 0:1  
2012: Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 3:2  

23. Januar  

Am Samstag vor 97 Jahren kam Erwin Herold zur Welt. Der Verteidiger hatte lange bei Wormatia Worms gespielt, ehe er sich im Winter 1948/49 den 05ern anschloss. Mit 29 Jahren war Herold schon ein alter Fußballer für die damalige Zeit, aber nicht deshalb, sondern wegen einer Verletzung beendete er 1950 nach 32 Spielen und einem Tor für die 05er seine Karriere.

Geboren am 23. Januar: Oben Erwin Herold (Jahrgang 1919) und Reinhard Saftig (1952), unten Markus Dworrak (1978) und Jonas Sela (1984).

64 Jahre alt wird am Samstag Reinhard Saftig, der 05-Trainer im Frühjahr und Sommer 1997. Saftig kam mit einiger Erfahrung nach Mainz, als Wolfgang Frank völlig unerwartet zurückgetreten war. Bereits als 27-Jähriger war der Fachmann aus der Eifel Pál Csernais und Udo Latteks Co-Trainer bei den Bayern, Ende der 1980er Cheftrainer bei Borussia Dortmund, später in Hannover, Bochum, Leverkusen, bei Kocaelispor und Galatasaray. Größten Erfolg hatte er nirgends, mit Leverkusen erreichte er immerhin das DFB-Pokalfinale, wurde aber vor dem Endspiel entlassen.

In Mainz sollte Saftig den von Frank vorbereiteten Aufstieg in die Bundesliga vollenden. Bis ins Finale in Wolfsburg bekam er das gut hin; die entscheidende Partie gegen den direkten Konkurrenten vercoachte er ein bisschen: Den großen Steffen Herzberger gegen den wuseligen Roy Präger zu stellen, ging völlig schief. Die 05er hätten nur gewinnen müssen, verloren nach Herzbergers Platzverweis 4:5, Präger war der entscheidende Spieler.

In der neuen Saison war Saftig bald nicht mehr tragbar. Es ging los mit einem 2:3 (nach 0:3) in Unterhaching; bei der Mannschaftssitzung war der Trainer unvorbereitet, verwechselte Gegenspieler bei der Zuteilung, auch so kam es zum schnellen hohen Rückstand. Zu oft war Saftig überhaupt nicht in Mainz, sondern in Dortmund bei der Familie; Christian Heidel hatte schnell keine Geduld mehr und entließ den Trainer nach vier Spieltagen. Saftig war bis dahin und wahrscheinlich auch seither der namhafteste Coach, an den sich die 05er gewagt hatten, aber auch die größte Enttäuschung; der Bundesligamann passte nicht zum Zweitligisten. Später war Saftig lange Scout für Borussia Dortmund, danach Geschäftsführer von Arminia Bielefeld.

Markus Dworrak wird am Samstag 38 Jahre alt. Dworrak war ein begnadeter Linksfuß ohne klare Position, seine Stärken hatte er in der Offensive. Technisch war Dworrak solide, er war schnell, nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln nach Mainz im Winter 2003/04 hatte er mit einer Torvorlage in jenem legendären Spiel gegen Alemannia Aachen kurz nach seinem 26. Geburtstag auch einen kleinen, aber entscheidenden Anteil am Aufstieg. Im Paket war Dworrak jedoch etwas zu limitiert. Er wollte immer gradlinig nach vorne, spielte auch aus dem Halbfeld gute Bälle, aber letztlich reichte es nicht für die Bundesliga und für die 2. Liga gerade so. Stammspieler war Dworrak in seiner neunjährigen Profikarriere nirgends, immerhin stieg er viermal in die Bundesliga auf: 2000 und 2003 mit den Kölnern, 2004 für die 05er, 2006 mit Energie Cottbus.

Jonas Sela wird am Samstag 32 Jahre alt. Der Torwart gehört zu den Spielern mit der kürzesten Bundesliga-Erfahrung als Mainzer - sieben Minuten plus Nachspielzeit, was nur unterboten wird von Félix Borja, Maximilian Beister und Fabian Schönheim. Mit Schönheim, Beister, Eugen Gopko und Alexander Hack hat Sela immerhin die beste Quote - kein Punktverlust in der höchsten Liga. Sein Einsatz war am 3. Mai 2006 und machte den Nichtabstieg der 05er im zweiten Erstligajahr mehr oder weniger fest: 2:0 führten die Mainzer in Wolfsburg, als sich Christian Wetklo verletzte. Sela übernahm und sah von seinem Tor aus sogar noch das 3:0. Grundsätzlich aber war der Rheinländer die Nummer 1 der 05-Amateure; in der Oberliga spielte er von 2005 bis 2007 44 Mal.

Weitere Ereignisse am 23. Januar:

1927: Alemannia Worms - FSV Mainz 05 0:3  
1949: SG Gonsenheim - FSV Mainz 05 0:2  
1955: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 4:0  
1960: FSV Mainz 05 - Ludwigshafener SC 1:3  
1972: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 5:4  
2010: FSV Mainz 05 - Hannover 96 1:0  

24. Januar  

Am Sonntag vor 89 Jahren wurde Hans Brendel geboren. Der über 1,90 Meter große Verteidiger hatte einst beim ASV Landau gespielt, kam aber 1952 aus Erlangen zu den 05ern. Der Pfälzer wurde allerdings kein Stammspieler und verabschiedete sich nach einem Jahr und sieben Einsätzen wieder aus Mainz.

26 Jahre alt wird Resul Zengin, der 2009 mit den 05ern Deutscher U19-Meister wurde, es aber nicht in den Profifußball schaffte.

Weitere Ereignisse am 24. Januar:

1932: SV 07 Waldhof - FSV Mainz 05 4:2  
1937: FSV Mainz 05 - FVgg Mombach 03 2:1  
1954: VfR Kaiserslautern - FSV Mainz 05 0:1  
1965: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 0:2  
1976: SV Darmstadt 98 - FSV Mainz 05 3:1  
1982: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Hasborn 4:1  
2006: Bayern München - FSV Mainz 05 3:2 n.V. (DFB-Pokal)

 

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