Das 05-Kalenderblatt: 26. bis 29. November

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es um einen Ex-Jungprofi und Nachwuchstrainer, drei Oberligakicker aus den 1950ern, ein Tor des Monats und eins des Jahrhunderts, um einen großen Bundesliga-Torjäger und um Siege gegen die Bayern und in Frankfurt.

26. November  

Als junger Profi spielte Michael Falkenmayer achtmal in der 2. Bundesliga. Heute wird der Co-Trainer der Mainzer U23 33 Jahre alt.Heute wird Michael Falkenmayer 33 Jahre alt. Der gebürtige Bopparder kam 2002 als 19-Jähriger von TuS Koblenz nach Mainz, war sofort ein Leistungsträger im Mittelfeld der Oberligamannschaft und spielte in der Saison 2003/04 achtmal als Rechtsverteidiger in der 2. Bundesliga. Der junge Falkenmayer war ein technisch hoch veranlagter Spieler, fußballerisch sicher stärker als viele etablierte Zweitligaprofis. Lediglich eine etwas größere Kriegermentalität hätte er sich noch aneignen müssen - aber dafür hat man in dem Alter ja noch Zeit, normalerweise. Wie gut Falkenmayer auf dem Höhepunkt seiner Karriere hätte sein können, wissen wir jedoch nicht: Im Regionalligaspiel beim SV Wehen verletzte er sich im April 2004 so schwer am Knie, dass er die Saison 2004/05 komplett verpasste. Bei Eintracht Trier tastete sich "Falke" 2005/06 in den Profifußball zurück, beim FK Pirmasens war er 2006/07 Stammspieler, beim SC Pfullendorf wurde er in den folgenden sechs Jahre geradezu eine Legende. 2013 holten die 05er ihren inzwischen zum Innenverteidiger umgeschulten Ex-Spieler zurück; als Sechser oder Verteidiger war er ein Schlüsselspieler beim Aufstieg der U23 in die Dritte Liga. Dort spielte Falkenmayer noch 15 Mal mit, dann musste er seine Karriere wegen einer weiteren langwierigen Verletzung aufgeben. Heute ist er Co-Trainer von Sandro Schwarz bei der Mainzer U23.

Weitere Ereignisse am 26. November:

1950: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern 1:7  
1960: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 0:1  
1972: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:4  
1978: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern (A) 2:0  
1988: FSV Mainz 05 - SV Darmstadt 98 1:2  
1989: SV Geinsheim - FSV Mainz 05 0:2  
1999: Stuttgarter Kickers - FSV Mainz 05 3:4  
2005: Bayern München - FSV Mainz 05 2:1  
2007: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 0:0  
2010: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 3:0  

27. November  

Erwin Köhn kam am Freitag vor 88 Jahren zur Welt......Kurt Kolb genau ein Jahr früher.Der 27. November ist der Geburtstag zweier alter Oberligaspieler der 05er. 1927, also vor 88 Jahren, kam Erwin Köhn zur Welt. Der Stürmer debütierte 1948 bei den 05ern, wurde 1949 Stammspieler ohne feste Position, setzte sich 1951 vorübergehend als Rechtsverteidiger fest und wurde schließlich, als Mittelstürmer Horst Lebefromm wegen einer Verletzung fehlte, von Trainer Hans Geiger wiederentdeckt; zunächst als Mittelstürmer, wodurch Lebefromm ins offensive Mittelfeld rückte. Nach ein paar Wochen tauschten die beiden wieder ihre Positionen. 1952 wechselte der kaufmännische Angestellte zu Fortuna Düsseldorf; für die 05er hatte er in 68 Spielen 14 Tore geschossen.

Im gleichen Sommer kam der ein Jahr ältere Kurt Kolb zu den 05ern. Der fast zwei Meter große Verteidiger hatte bei Wormatia Worms und dem 1. FC Kaiserslautern gar keine Rolle gespielt; beim VfR Frankenthal war er 1951/52 Stammspieler. Und in Mainz setzte er sich sofort als Nachfolger des nach Braunschweig gewechselten Abwehrchefs Fritz Palfner fest. Bald hatte der neue Trainer Georg Bayerer allerdings einen Sonderauftrag für Kolb: Auf dem Papier spielte er (oder der ebenso große Routinier Erich Reith oder der 1,92 Meter lange Neuzugang Hans Brendel) mit der Rückennummer 9 regelmäßig als Mittelstürmer, de facto war er der "Doppelstopper", ein zweiter Innenverteidiger neben dem klassischen Mittelläufer. Kurios: Beim 3:1 beim VfR Kaiserslautern schoss Kolb in dieser Rolle zwei seiner insgesamt fünf Tore für die 05er. Nach einem weiteren Trainerwechsel setzte sich Kolb 1953/54 als Rechtsverteidiger fest. Und nachdem er seinen Stammplatz in der Abwehr an den Jugendspieler Franz Bargon verloren hatte, spielte er 1954/55 wiederum siebenmal mit der 9 - aber diesmal nicht als Doppelstopper, sondern wirklich als Mittelstürmer. Ein Vollstrecker wurde der Routinier auf dieser ungewohnten Position nicht, aber 14 Mainzer Tore (eins von Kolb selbst) zeigen, dass er den lange vermissten Schwung ins Angriffsspiel zurückbrachte. 1955 beendete Kolb seine Karriere im Vertragsfußball und wechselte zu Alemannia Worms.

Am Freitag vor 21 Jahren schoss Thomas Ziemer das dritte Mainzer Tor des Monats - und was waren die 05er froh über diesen Treffer! Gegen Fortuna Köln hatten Jürgen Klopp und Arno Glesius (2 Tore) einen 3:0-Vorsprung herausgeschossen, der mit einem Doppelschlag in der 83. und 84. Minute auf 3:2 zusammenfiel. In der 90. Minute aber brachte Ansgar Brinkmann von der rechten Seitenlinie einen letzten Ball vors Tor, den Ziemer mit einem Fallrückzieher aus 17 Metern zum 4:2 ins Tor schlug. Und an der Trainerbank riß der verletzte David Wagner vor Freude beide Krücken in die Luft, ohne umzufallen!

Vier Jahre ist am Freitag der letzte Heimsieg gegen die Bayern her. Entscheidend war die Phase nach gut einer Stunde. 1:1 stand es durch Andreas Ivanschitz' Führungstor (11.) und Daniel van Buytens Ausgleich (56.), als aus dem Nichts, ohne dass ein erkennbarer Angriff in der Luft gelegen hätte, Marco Caligiuri den Ball einfach mal aus knapp 30 Metern ins Tor schoss. Selbst in den Wiederholungen im Fernsehen war die Torchance nicht zu erkennen, bis die Kugel auf einmal ins Netz flog (65.). Nach einem Eckball erhöhte Niko Bungert sogar auf 3:1 (74.). Van Buytens zweites Tor kam eigentlich zu früh (79.), aber die Mainzer brachten das 3:2 über die Zeit. In der Schlussphase brachte Thomas Tuchel noch den großen Verteidiger Fabian Schönheim - es waren die einzigen Bundesliga-Minuten des Pfälzers im 05-Trikot.

Der Gästeblock in Frankfurt am 27. November 2012: Zum ersten Mal hatten die 05er die Eintracht in deren Stadion geschlagen. War höchste Zeit. Foto: imagoUnd am Freitag vor drei Jahren knackten die 05er das Waldstadion. In zwölf Pflichtspielen bei Eintracht Frankfurt hatte man sich längst an Unentschieden gewöhnt, aber Mainzer Tore fielen selten und Mainzer Siege gab es nie. Bis Thomas Tuchel völlig überraschend Shawn Parker, der erst die Erfahrung von drei Bundesliga-Minuten und ein paar Spielen als Warmläufer hinter dem Tor hatte, in die Startelf stellte und der Nachwuchsstürmer prompt das 1:0 vorbereitete, das 2:0 schoss und der beste Mann auf dem Platz war. Nach der Halbzeit verwechselten möglicherweise Nikolce Noveski und Adam Szalai ihre Rollen - Noveski besorgte das 3:0, Szalai per Eigentor das 3:1, normalerweise hätte man das umgekehrt erwartet -, und dabei blieb es. Ohne große Mühe wehrten die 05er bis zum Schlusspfiff die hektischen Angriffe der Eintracht einfach ab.

Weitere Ereignisse am 27. November:

1927: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 0:0  
1932: FSV Mainz 05 - Alemannia-Olympia Worms 2:0  
1949: FSV Mainz 05 - VfL Neustadt/Wst. 0:0  
1955: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 2:1  
1966: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:0  
1976: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 0:0  
1977: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 0:3  
1982: FSV Mainz 05 - SV Leiwen 3:1  
1983: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:0  
1993: Rot-Weiss Essen - FSV Mainz 05 0:0  
2000: FC St. Pauli - FSV Mainz 05 2:2  
2001: FSV Mainz 05 - SpVgg Greuther Fürth 3:2 (DFB-Pokal)
2004: Bayern München - FSV Mainz 05 4:2  

28. November  

Fabian Gerber verewigte sich mit einem Tor gegen Schalke in den 05-Geschichtsbüchern: mit dem 1:0 nach 20 Sekunden im 100-Jahre-Jubiläumsspiel. Foto: imagoAm Samstag wird Fabian Gerber 36 Jahre alt. Der in München geborene, aber in Norddeutschland aufgewachsene Sohn des Mittelstürmers "Schlangenfranz" Gerber machte sich beim FC St. Pauli einen Namen als torgefährlicher Offensivmann; beim SC Freiburg dagegen setzte er sich nicht durch, auch weil er nach einem schweren Motorradunfall monatelang nicht spielen konnte. 2003 kam Gerber von St. Pauli zu den 05ern, wo er 2004/05 eine glänzende Bundesligasaison spielte. Der Ex-Stürmer war in Mainz ein technisch sehr guter offensiver Mittelfeldspieler, der mit sieben Treffern der beste 05-Schütze jener Saison wurde - vorne schufteten die echten Stürmer, aus der zweiten Reihe schoss Gerber nicht nur das Jubiläumstor nach zwanzig Sekunden des 100-Jahre-Spiels gegen den Tabellenführer FC Schalke 04. Anzunehmen ist freilich, dass Michael Thurk noch öfter getroffen hätte, wenn er nicht die Hinrunde bei Energie Cottbus verbracht hätte.

2005 wäre Gerber gern zu Hertha BSC gewechselt. Dass der Transfer platzte, machte dem Mittelfeldspieler zu sehr zu schaffen. In den verbleibenden beiden Jahren in Mainz fand er nicht mehr konstant zur alten Form. Nach zwei Jahren bei OF Iraklion wurde Gerber beim FC Ingolstadt 04 vorübergehend noch einmal wichtig, letztlich aber zählt er zu den vielen unvollendeten Talenten der Bundesliga.

23 Jahre alt wird Patrik Ribeiro Pais, der 2011 von den Junioren des VfB Stuttgart in die Mainzer U23 kam, oft eingewechselt wurde, wenig bewirkte und sich nach einem Jahr dem FC Homburg anschloss.

Weitere Ereignisse am 28. November:

1926: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:1  
1948: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:1  
1965: FSV Mainz 05 - Ludwigshafener SC 3:1  
1971: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 5:0  
1981: FC Ensdorf - FSV Mainz 05 0:2  
1992: FSV Mainz 05 - VfB Leipzig 1:3  
1997: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 1:1  
2009: FSV Mainz 05 - Hamburger SV 1:1  

29. November  

Walter Monetha kam am Sonntag vor 80 Jahren zur Welt.Am Sonntag vor 80 Jahren kam Walter Monetha zur Welt. Der Verteidiger spielte von 1954 bis 1957 neunmal für die Mainzer Oberligamannschaft.

Lothar Emmerich würde am Sonntag 74 Jahre alt werden. Emmerich ist jedoch bereits 2003 verstorben. Als Profi von Borussia Dortmund war Emmerich einst ein überragender Bundesliga-Torjäger; auch im Ausland (K Beerschot VAV/Belgien, Austria Klagenfurt) und in der 2. Liga (1. FC Schweinfurt 05, 1. Würzburger FV 04, Würzburger Kickers) war er noch mit weit über 30 Jahren ein gefürchteter Stürmer. Der gebürtige Dortmunder landete schließlich durch seine Heirat im Rhein-Main-Gebiet, war Spielertrainer bei Kastel 06 und schließlich nach dem Rücktritt von Herbert Dörenberg im März 1983 für die restliche Saison und die komplette folgende Spielzeit 05-Trainer. In dieser Funktion hatte Emmerich keinen großen Erfolg; mit den 05ern wurde er zweimal Achter der dritten Liga - die schlechteste Platzierung ihrer Nachkriegszeit. Vorwerfen sollte man das dem Ex-Nationalspieler nicht: 1982 waren diese von der Jughard-Affäre hart getroffen worden. Der mit veruntreutem Geld finanzierte und nach dem Auffliegen im Grunde bankrotte Klub musste sich mühevoll neu aufstellen, darunter litten die Ergebnisse.

Norman Klein wird 46 Jahre alt. Von Januar 1990 bis Sommer 1992 war der Außenstürmer ein 05er; bei seinen 29 Einsätzen wurde Klein meistens eingewechselt.

Weitere Ereignisse am 29. November:

1925: SpVgg Griesheim - FSV Mainz 05 2:3  
1931: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 1:4  
1936: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Walldorf 1:0  
1953: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 3:2  
1959: FV Speyer - FSV Mainz 05 1:3  
1964: FSV Mainz 05 - TSC Zweibrücken 3:2  
1970: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:1  
1975: FSV Mainz 05 - Stuttgarter Kickers 1:1  
1986: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 2:2  
1987: FSV Mainz 05 - FSV Saarwellingen 4:2  
2014: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 4:1  

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