Das 05-Kalenderblatt: 29.9. bis 3.10.

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Diesmal geht es um einen Briefträger, einen Zuschauerrekord, einen türkischen und einen tunesischen Nationalspieler, ein Talent, das an seinen vielen Verletzungen zumindst nicht völlig gescheitert ist, ein Tor des Monats, einen Startrekord, eine Hauerei und eine neue Zeitrechnung.

29. September  

Heute wird ein erfolgloser 05-Trainer 58 Jahre alt. Hermann Hummels kam 1992 als Co-Trainer von Josip Kuze zum FSV Mainz 05. Nach dessen Entlassung im Oktober 1994 wurde Hummels sein Nachfolger. Die Autorität innerhalb seiner Mannschaft fehlte dem Westfalen jedoch. Nach 15 Spielen (vier Siege, sieben Niederlagen, zuletzt nur ein Punkt aus sechs Partien) trat der erst 35-jährige Trainer zurück. Als langjähriger Jugendtrainer bei Bayern München bewies Hummels, dass das nicht an mangelnder Fachkompetenz lag; auch andere wären an der damaligen Mannschaft gescheitert. Hermann Hummels ist im Übrigen der Vater des Nationalspielers Mats Hummels, dessen Karriere kurz nach dem Abschied von den 05ern bei den Bayern-Junioren begann.

Drei Leistungsträger und ein unvollendetes Talent: Von links Bernd Münch, Frank Reiss, Michael Schmitt und Patrick Mohr, der heute 52 Jahre alt wird. Foto: imagoAuch Patrick Mohr hat heute Geburtstag, der ehemalige Mittelfeldspieler wird 52 Jahre alt. Der Rheinhesse aus der Verbandsgemeinde Wörrstadt, Jugendspieler bei der SG Vendersheim/Gau-Weinheim und beim 1. FC Kaiserslautern, kam 1987 mit 21 Jahren und der Erfahrung von sieben Erstligaspielen für den FCK nach Mainz. "Paddy" Mohr war ein guter Techniker mit einem feinen linken Fuß, ein Ballvirtuose, ein großes Talent, machte aber letztlich zu wenig aus seinen großen Möglichkeiten. Auf allen Positionen auf dem linken Flügel, zunächst als Stürmer, dann als klassischer Außenbahnspieler, gelegentlich auch als Verteidiger, bestritt Mohr binnen vier Jahren nur 43 Oberligaspiele (7 Tore) und 30 Zweitligaspiele (3 Tore) für die 05er, bereits ab 1989 wurde er fast nur noch eingewechselt, weil Guido Schäfer und Olaf Kirn ihn überholt hatten. Mohr beendete seine Profikarriere schon mit 25 Jahren, später wurde er Briefträger.

An Mohrs 40. Geburtstag stellte Mainz 05 einen Zuschauerrekord auf. Zum ersten Mal sahen mehr als 24.000 Fußballfreunde ein Heimspiel der 05er; der 40 Jahre alte Rekord aus dem Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg am 27. Februar 1965 war durch die 33.400 Menschen, die das Spiel gegen den FC Sevilla sehen wollten, um fast 40 Prozent überboten. Möglich wurde das freilich nur durch den Umzug in die Frankfurter Arena; in Mainz passten nur 20.300 Zuschauer ins Stadion, durch das Stehplatz-Verbot im UEFA-Pokal sogar noch deutlich weniger. Bereits die Nürnberger Zahl war nur durch eine Zusatztribüne hinter der damals noch nicht überdachten Gegengerade möglich. Mainzer Tore sahen die 33.400 ebensowenig wie die 24.000 - damals endete das Spiel 3:0 für den "Club", diesmal 2:0 für die Andalusier.

Der aktuelle Rekord liegt übrigens bei 34.000 aus den bislang 35 ausverkauften Bundesligaspielen in der Coface Arena. Es könnte sein, dass die Partie gegen Sevilla bis heute die mit den meisten 05-Fans im Stadion ist, es gibt jedoch einen weiteren Kandidaten: Gegen den VfL Wolfsburg waren im März des 2015 32.236 Zuschauer da und die wenigsten drückten den Gästen die Daumen. Auch die Spanier hatten 2005 nicht die größte Entourage, aber die Dunkelziffer der neutralen Besucher lässt sich nicht mal seriös schätzen.

Elf Jahre nach dem Spiel gegen Sevilla gewann Mainz 05 zum zweiten Mal ein europäisches Auswärtsspiel - 3:2 beim Qäbälä FK.

Weitere Ereignisse am 29. September:

1935: FSV Mainz 05 - FVgg Mombach 03 0:0  
1957: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 3:0  
1968: FSV Mainz 05 - SV Alsenborn 3:2  
1974: FSV Mainz 05 - 1. FC Schweinfurt 05 1:2  
1996: FSV Mainz 05 - FSV Zwickau 1:1  
2003: FSV Mainz 05 - Karlsruher SC 1:1  
 

30. September  

Der Meister und sein doppelter Musterschüler: Wolfgang Frank, der am Freitag vor 21 Jahren erstmals die 05er in einem Ligaspiel betreute, mit Jürgen Klopp.Am Samstag vor 22 Jahren begann bei Mainz 05 eine neue Zeitrechnung - nur ahnte das damals noch keiner. Die 05er spielten in Wolfsburg und holten am zehnten Spieltag ihren fünften Punkt jener Zweitligasaison; Abdul Ouakili und Christian Hock trafen bei jenem 2:2 zum Ausgleich und zur Führung der Mainzer. Ein Punkt im Abstiegskampf, dem ein 3:1 gegen Haching, ein 1:6 in Jena, ein 4:2 gegen Chemnitz, ein 0:2 in Bielefeld folgten. 

Erst im Rückblick bekam die Partie in Wolfsburg ihre Bedeutung. Gar nicht mal, weil es das erste Spiel von Lars Schmidt war, der in der 70. Minute eingewechselt wurde und erst im November zum zweiten Mal eingesetzt wurde. Sondern weil es das Debüt von Wolfgang Frank als 05-Trainer war, der erste Einsatz des Visionärs, der es zwar selbst nicht schaffte, die Mainzer in die Bundesliga zu bringen, sie nicht mal dauerhaft aus dem Zweitliga-Abstiegskampf herausholte, der aber die ein paar Jahre später von seinem Musterschüler Jürgen Klopp weitergeführte Entwicklung anstieß, die aus dem genügsamen, selbst innerhalb der Stadt nicht allzu attraktiven Zweitliga-Klub einen ambitionierten, nach Größerem strebenden Verein machte. Nichts von dem, was Mainz 05 heute im Fußball bedeutet, würde es wahrscheinlich heute geben, hätte nicht am Samstag vor 22 Jahren erstmals dieser kleine Mann aus Reichenbach die 05er dirigiert.

Genau 17 Jahre später übrigens kamen die 05er wieder mal nach Wolfsburg und gewannen - was dort öfter mal passierte. Andreas Ivanschitz bereitete beim 2:0-Sieg die Tore von Junior Diaz und Adam Szalai vor.

Weitere Ereignisse am 30. September:

1928: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 2:1  
1934: FSV Mainz 05 - Germania Okriftel 3:3  
1951: SV Weisenau - FSV Mainz 05 2:4  
1956: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 4:2  
1973: FC Ensdorf - FSV Mainz 05 0:0  
1989: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken (A) 6:1  
1990: TSV Havelse - FSV Mainz 05 1:2  
1993: Fortuna Köln - FSV Mainz 05 1:2  
2001: SV Babelsberg 03 - FSV Mainz 05 0:1  
2002: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 0:0  
2006: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 1:1  
2007: TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05 1:0  
 

1. Oktober  

Am Sonntag hat eine ganze Reihe großer Talente Geburtstag; die erhoffte Karriere haben nicht alle geschafft.

Der Älteste ist Hans-Joachim "Bubi" Krämer, der 1975 aus Rüsselsheim zu den 05ern kam und in der ersten Mannschaft debütierte, als diese in der Schlussphase der chaotischen Rückzugs-Saison 1975/76 auseinander fiel. In der Amateurliga war Krämer von Anfang an Stammspieler im Mittelfeld, auch immer mal wieder als Linksaußen. Erst ab 1980 wurde die Konkurrenz zu groß; 1982 verließ Krämer die 05er nach sieben Jahren, 122 Ligaspielen und 20 Toren als zweimaliger Südwestmeister, zweimaliger SWFV-Pokalsieger und Deutscher Amateurmeister - letzteres allerdings mit Einschränkung; in den fünf Wettbewerbsspielen wurde er nicht eingesetzt. Krämer wird 64 Jahre alt.

Die größte Karriere hatte wohl Engin Özdemir. Der türkische Stürmer kam 1987 als 18-Jähriger aus der Jugend des SV Raunheim zu den 05ern, war aber noch nicht reif für die Oberliga und spielte nur sechs Mal. Bereits nach seiner ersten Saison in Mainz wechselte Özdemir zu Türk Gücü München, wo er sich für den Profifußball empfahl: Von 1992 bis 2003 spielte Özdemir 215 Mal in der ersten türkischen Liga für Genclerbirligi, Istanbulspor, Adanaspor und Antalyaspor, außerdem absolvierte er zwei A-Länderspiele für die Türkei. Engin Özdemir wird 49 Jahre alt.

Die Sonntags-Geburtstagskinder - von links "Bubi" Krämer, Engin Özdemir, Nejmeddin Daghfous, Benjamin Kessel und Jan Kirchhoff.31 Jahre alt wird Nejmeddin Daghfous. Der Kasseler mit tunesischen Vorfahren war im Ober- und Regionalligateam der 05er ein technisch feiner Angreifer, der jederzeit den Gegner verrückt machen konnte, in 111 Spielen 43 Tore schoss und 44 vorbereitete. In höheren Ligen hatte Daghfous jedoch keinen Erfolg: Beim Drittligisten Preußen Münster setzte er sich nicht durch, bei den Zweitligisten SC Paderborn 07 und VfR Aalen auch nicht. Bereits für die 05er hatte er 16 Zweitligaspiele absolviert, nicht nur als Einwechselspieler, ohne an einem Tor beteiligt zu sein. Auch sein einziges Bundesligaspiel - zwölf Minuten beim 2:4 der 05er gegen Borussia Mönchengladbach - war unauffällig. Daghfous ist inzwischen wieder in der 2. Bundesliga angekommen, spielte für die Würzburger Kickers und jetzt für den SV Sandhausen und wurde tatsächlich für die tunesische Nationalmannschaft nominiert.

Benjamin Kessel wird 30 Jahre alt. Der Verteidiger aus der Nachbarschaft Bad Kreuznachs war ab 2008 zwei Jahre lang Stammspieler im Regionalligateam der 05er, schaffte es aber nicht zu den Profis. 2010 wechselte Kessel zu Eintracht Braunschweig und stieg bis in die Bundesliga auf, in der er zwanzig Spiele als Rechtsverteidiger machte. Im Sommer 2014 schloss sich Kessel dem Braunschweiger Zweitliga-Konkurrenten Union Berlin an, 2017 seinem Ex-Klub 1. FC Kaiserslauter; die Profikarriere hat er.

Der drei Jahre jüngere Jan Kirchhoff musste um seine Laufbahn hingegen bangen; es wäre ein Jammer, wenn eines der vielversprechendsten Talente seiner Generation so früh scheitern würde. Als 16-Jähriger war der große Verteidiger bei Eintracht Frankfurt aussortiert worden; bei den 05ern entwickelte er sich zu einem überragenden Talent. Bereits als A-Jugendlicher debütierte Kirchhoff in der 2. Bundesliga, ein paar Wochen später wurde er Deutscher Juniorenmeister 2009.

Allerdings zeigte sich im Endspiel schon das große Problem Kirchhoffs: Seine frühe Verletzung war zwar für die Titelambitionen nicht die große Katastrophe, die Thomas Tuchel vermutet hatte, nahm den Verteidiger aber für über ein Jahr aus dem Spielbetrieb. Erst im Dezember 2010 schaffte Kirchhoff sein Comeback - als Bundesligaspieler. In der Innenverteidigung und als Sechser zeigte er bis 2013 sein großes Potenzial, aber schon in der Rückrunde 2012/13 gingen die Sehnenprobleme wieder los. Dennoch wechselte Kirchhoff als erster und bisher einziger 05-Spieler zu Bayern München - ablösefrei. Die Bayern hatten allerdings wenig Freude an ihrem Neuzugang, verliehen ihn bald an Schalke 04, bekamen ihn inzwischen zurück, konnten ihn aber zunächst - mal wieder wegen Verletzungen - wollten ihn auch anschließend nicht mehr einsetzen. Nun wird Kirchhoff 26 Jahre alt, in etwas mehr als fünf Bundesligasaisons spielte er immerhin 80 Mal. Von Januar 2016 an bis zu einer neuen Verletzung war Kirchhoff beim Sunderland AFC mehr oder weniger Stammspieler, momentan ist er ohne Verein.

Weitere Ereignisse am 1. Oktober:

1950: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 2:0  
1961: FSV Mainz 05 - VfR Kaiserslautern 1:1  
1967: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 3:1  
1972: Eisbachtaler Sportfreunde - FSV Mainz 05 1:1  
1988: Blau-Weiß 90 Berlin - FSV Mainz 05 2:3  
1994: FSV Mainz 05 - Fortuna Düsseldorf 0:2  
2000: Chemnitzer FC - FSV Mainz 05 0:2  
2005: Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:0  
2011: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 3:3  
 

2. Oktober  

Am Montag sind keine Geburtstage dokumentiert, aber drei bemerkenswerte Spiele. Zunächst gab es vor 85 Jahren die Hauerei in Lorsch. Beim SC Olympia war das Mainzer Siegtor in der 81. Minute gefallen - ein Eigentor zum 0:1. Die Lorscher drängten auf den Ausgleich und warfen schließlich dem erfahrenen Frankfurter Schiedsrichter Störner vor, drei Minuten zu früh abgepfiffen zu haben. "Der Schiedsrichter, die Mainzer Mannschaft tauchen in einem rasenden Haufen unter", berichtete der Mainzer Anzeiger tags drauf. "Man sieht den Lorscher Mittelläufer Lohrbacher hart gegen seine Landsleute kämpfen." Gemeinsam mit dem Eigentorschützen schleppte der Abwehrchef den hart verdroschenen und fast bewusstlosen Störner in die Kabine. Die Mainzer Spieler Josef Gegenheimer und Karl Engelhardt wurden bei den Ausschreitungen schwer genug verletzt, dass sie das erst vierzehn Tage später folgende Spiel in Urberach verpassten.

Weniger dramatisch war das Heimspiel gegen den FSV Salmrohr exakt 50 Jahre später. Die immer noch sehr unter der Jughard-Affäre leidenden, verunsicherten Mainzer verloren durch Tore ihres Ex-Spielers Karl-Heinz Halter und des Salmrohrer Torjägers Klaus Toppmöller 1:2. In den Geschichtsbüchern der 05er steht die Partie wegen Ludwig Scherhags Anschlusstor. Der harte Seitfallzieher von linksaußen wurde in der Sportschau zum ersten Mainzer Tor des Monats gewählt.

Nach sieben Auftaktsiegen hatte selbst der sonst so zurückhaltende Thomas Tuchel keine Chance; die 05-Fans bestanden darauf, dass der Trainer nach dem 4:2 gegen Hoffenheim die Humba ansagte. Foto: imagoFür den Montag vor sieben Jahren schließlich dachten sich die 05-Fans eine der schönsten Steigerungen auf, die der Bruchweg je erlebt hat: Von "Nie mehr zweite Liga!", "Europapokal, Europapokal!", "Wir steigen auf, auf, auf in die Champions League!" ging es in der Schlussphase des Spiels gegen die TSG Hoffenheim bis zum "Wir holen 102 Punkte!"-Gesang. Sami Allagui hatte die 05er schon in der zweiten Minute nach einem perfekten Konter über Adam Szalai in Führung gebracht. Kurz vor der Halbzeit glich Hoffenheim aus, kurz nach der Halbzeit traf Szalai selbst zum 2:1. Nach Luiz Gustavos Eigentor kam Hoffenheim noch einmal auf 3:2 heran, dann entschied André Schürrles Foulelfmeter in der 74. Minute die Partie. Es war am siebten Spieltag der siebte Mainzer Saisonsieg, damit stellten die 05er den (inzwischen überbotenen) Bundesliga-Startrekord von Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern ein. Den Europapokal erreichten sie am Ende der Saison, die Champions League nicht. Anstelle von 102 Punkten holten sie sogar 105 - freilich muss man dazu die vorherige Saison mitzählen.

Weitere Ereignisse am 2. Oktober:

1927: FSV Mainz 05 - Alemannia Worms 2:2  
1955: FSV Mainz 05 - Phönix Ludwigshafen 3:0  
1960: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 1:0  
1971: FC Homburg/Saar - FSV Mainz 05 1:1  
1977: FSV Mainz 05 - ASV Idar-Oberstein 4:1  
1983: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 3:1  
1999: Karlsruher SC - FSV Mainz 05 1:2  
2004: SC Freiburg - FSV Mainz 05 1:2  
2016: VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 0:0
 

3. Oktober  

Am Dienstag haben zwei Zweitligaspieler Geburtstag, die sich bei den 05ern nicht durchsetzten.

Helmut Gabriel ist der Ältere der beiden, ein kleiner, läuferisch guter, technisch nicht schlechter Linksverteidiger, ein Spieler, der in allen Bereichen eine Grundfähigkeit hatte, aber im Paket nicht genug, um nach seinem Transfer von Rot-Weiss Essen zu den 05ern im Sommer 1996 eine große Rolle zu spielen. Der Sauerländer war einst einer von wenigen Westdeutschen, die nach dem Fall der Mauer in die DDR-Oberliga wechselten; 16 Mal spielte Gabriel für Stahl Brandenburg. Nach deren Abstieg aus der 2. Bundesliga wechselte er zum VfB Leipzig, stieg mit diesem in die Bundesliga auf und war dort Stammspieler. In Mainz reichte es aber - auch wegen Verletzungen - nur für 16 Einsätze in zwei Jahren. Stammspieler wurde Gabriel nur kurzzeitig am Saisonende 1996/97, als Torsten Lieberknecht und Adrian Spyrka verletzt fehlten, was die ganze Mannschaftsstatik durcheinander brachte und letztlich möglicherweise den Aufstieg kostete. Gabriel spielte noch lange im saarländischen Amateurfußball und ist jetzt Jugendtrainer des 1. FC Saarbrücken. In diesem Jahr wird er 49 Jahre alt.

Geburtstagskinder am Montag: Helmut Gabriel (links) und Bernard Schuiteman44 Jahre alt wird Bernard Schuiteman. Der Niederländer kam im Winter 2000/01, als der junge Manuel Friedrich noch nicht unumstrittener Nebenmann des Routiniers Peter Neustädter war, von Sturm Graz nach Mainz und wurde als Topneuzugang für die Innenverteidigung angekündigt. Letztlich war der Transfer jedoch ein Reinfall. Schuiteman, der immerhin schon 27 Jahre alt war, als ganz junger Profi geringe Bundesligaerfahrung in Leverkusen sammelte und später Stammspieler bei Feyenoord Rotterdam mit Einsätzen in allen drei Europapokalen war, hatte eine gute Technik, aber kein adäquates Zweikampfverhalten. In die Viererkette passte er nicht, er wirkte wie ein Libero, den es zu dieser Zeit nicht mehr gab. Nach nur acht Zweitliga-Einsätzen wechselte Schuiteman im folgenden Winter nach Unterhaching, wo er ebenfalls nicht oft spielte, dann nach Zypern und zurück in die Niederlande.

Und am Dienstag vor 41 Jahren eskalierte ein Derby gegen Weisenau. Die SpVgg war böse auf die gerade aus der 2. Liga in die Amateurliga zurückgestuften 05er, die mit Peter Sambale, Peter Hermonies und Helmut Selmikeit (der beim Spiel in Weisenau debütierte und als einziger dieser drei später regelmäßig eingesetzt wurde) drei Leistungsträger von der Bleichstraße abgeworben hatte. Das Spiel artete schon in den ersten Minuten in eine üble Treterei aus. In der 17. Minute sah Weisenaus Libero Anstatt Rot für ein Foul an Franz-Peter März; der SVW führte gerade 1:0. In der 40. Minute flog auch der 05er Helmut Zahn vom Platz; der Mittelfeldspieler hatte gegen den Weisenauer Torwart Jungmann durchgezogen und diesem die Hand gebrochen. Jungmann kassierte bis zur Halbzeit das 1:1 und das 1:2 und kam dann ins Krankenhaus, ebenso wie später zwei weitere Weisenauer. Das Spiel endete 5:2 für die 05er.

Und Zahn wurde zunächst gesperrt. Die 05er protestierten zwar, trauten der Sache aber nicht und ließen den 20-Jährigen sicherheitshalber beim folgenden Spiel in Worms auf der Bank. Weil aber der ebenfalls eigentlich gesperrte Wormser Jürgen Nachtmann sogar das 1:0 schoss, wagten sie es, Zahn einzuwechseln. Trotzdem verloren sie 0:3 - und Zahn wurde in zweiter Instanz endgültig für drei Spiele aus dem Verkehr gezogen.

Weitere Ereignisse am 3. Oktober:

1926: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 3:5  
1948: SG Weisenau - FSV Mainz 05 2:2  
1954: Saar 05 Saarbrücken - FSV Mainz 05 3:2  
1965: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 3:0  
1987: FSV Mainz 05 - SV Leiwen 1:0  
1992: FSV Mainz 05 - SV Meppen 3:0  
1997: FSV Mainz 05 - Stuttgarter Kickers 3:3  
2009: FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim 2:1  

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