Das 05-Kalenderblatt: 3. bis 6. Dezember

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es unter anderem um den ehemaligen Rekordtrainer, ein Nebelspiel, einen Ägypter und entweder einen Lastwagen oder ein Pfund Butter.

3. Dezember  

Am heutigen Donnerstag vor 96 Jahren kam in Andernach Willi Perse zur Welt. Der Stürmer - für die SpVgg Andernach ein großer Oberliga-Torjäger - war in den Kriegsjahren in Mainz stationiert und spielte für die 05er, bis er nach Paris abkommandiert wurde und im besetzten Frankreich in einer Stadtauswahl deutscher Soldaten kickte.

17 Jahre alt wird heute Joel Richter. Der Rechtsaußen war in der vergangenen Saison ein wichtiger, torgefährlicher Spieler in der Mainzer U17 und ist inzwischen zur U19 aufgerückt.

Weitere Ergebnisse am 3. Dezember:

1933: FSV Mainz 05 - SV Wiesbaden 3:2  
1950: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 8:2  
1961: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 2:1  
1967: FSV Mainz 05 - SSV Mülheim 2:0  
1972: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 3:1  
1983: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 1:3  
1989: FSV Mainz 05 - Südwest Ludwigshafen 5:0  
1994: FSV Mainz 05 - FSV Zwickau 2:2  
2000: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 2:0  
2007: Alemannia Aachen - FSV Mainz 05 0:3  
2011: VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 2:2  

4. Dezember  

Am Freitag vor 78 Jahren wurde Herbert Reske geboren. Der Verteidiger aus der eigenen Reserve schloss von 1958 bis 1960 gelegentliche Lücken in der Abwehr der ersten Mannschaft. Insgesamt spielte der stille Kämpfer 16 Mal für die 05er in der Oberliga.

Weitere Ergebnisse am 4. Dezember:

1927: FSV Mainz 05 - VfL Neu-Isenburg 2:0  
1932: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 2:2  
1955: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 4:0  
1960: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 0:0  
1966: FC Homburg/Saar - FSV Mainz 05 0:4  
1977: FSV Mainz 05 - VfR Kirn 2:1  
1993: FSV Mainz 05 - Stuttgarter Kickers 4:0  
2005: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 5:1  
2010: Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 2:1  

5. Dezember  

Geburtstagskinder am 5. Dezember: Timo Schlabach (links) und Gamal Hamza.

Am Samstag vor 92 Jahren kam in Mannheim Paul Lipponer junior zur Welt. Der Sohn des Mainzer Vorkriegs-Torjägers Paul Lipponer senior war selbst für den Waldhof ein überragender Stürmer, B-Nationalspieler und zweimal nominiert in den Kader der A-Nationalmannschaft, dort allerdings nie eingesetzt. Direkt nach dem 2. Weltkrieg spielte Lipponer einmal für die 05er. Unter welchen Umständen der Stürmer so schnell nach Mannheim zurückkehrte, wurde nie so ganz eindeutig aufgeklärt; je nach Variation soll Waldhof ihm das mit Geld, einem Mercedes-Lastwagen oder einem Pfund Butter schmackhaft gemacht haben. 

35 Jahre alt wird am Samstag Timo Schlabach. Der Offensivmann aus Siegen bereitete 2004/05 neun Tore der Mainzer U23 vor, die dennoch aus der Regionalliga abstieg, und verließ die 05er schon nach einem Jahr.

Nicht einmal so lange war Gamal Hamza am Bruchweg. Der ägyptische Nationalspieler, der am Samstag 34 Jahre alt wird, kam 2009 von az-Zamalik Kairo zu den 05ern, stand im Pokalspiel in Lübeck schon in der Startelf, wurde danach in Pflichtspielen aber nie wieder gesehen. Hamza war gar kein schlechter Stürmer, aber körperlich zu weit entfernt von den Bundesliga-Anforderungen. Nach ein paar Wochen lösten die 05er den Vertrag mit dem Ägypter wieder auf, der seither in seinem Heimatland, in Georgien und in Irak spielte.

Weitere Ergebnisse am 5. Dezember:

1926: 1. FC Idar - FSV Mainz 05 4:1  
1948: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 5:1  
1954: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:6  
1965: BSC Oppau - FSV Mainz 05 2:3  
1976: FSV Mainz 05 - VfR Kirn 4:1  
1981: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 0:2  
1982: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 3:3  
1992: FSV Mainz 05 - Wuppertaler SV 0:1  
1999: FSV Mainz 05 - VfL Bochum 0:1  
2004: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 2:0  
2008: FSV Mainz 05 - SpVgg Greuther Fürth 0:1  
2009: Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 2:0

6. Dezember  

Am Sonntag vor 62 Jahren kamen die 05er bei der TuS Neuendorf (heute TuS Koblenz) unter die Räder. 8:0 stand es nach 73 Minuten, dann erst verkürzten die 05er noch auf 3:8. Ihr Trainer erfuhr das nur aus zweiter Hand: "Bei einer Sicht auf höchstens 40 Meter war es mir nicht vergönnt, unsere drei Tore zu sehen", erklärte Emil Izsó - zumindest für sein Team wäre es sicherlich besser gewesen, das Nebelspiel auf dem Oberwerth gar nicht anzupfeifen. Auf den Tag genau 22 Jahre zuvor, am 6. Dezember 1931, war das Auswärtsspiel der 05er bei Wormatia Worms unter ähnlichen Bedingungen nach 42 Minuten abgebrochen worden.

Heinz Baas und seine Mannschaft in der Saison 1965/66. Von links: Horst Schuch, Charly Tripp, Carlo Storck, Manfred Nehren, Gerhard Görlach, Kurt Planitzer, Helmut Müllges, Kurt Sauer, Uli Meyer, Heinz Wassermann und Günther Dutiné.Vor 21 Jahren verstarb im Alter von 72 Jahren der langjährige 05-Trainer Heinz Baas. Der Rheinländer, als Aktiver Torjäger bei Eintracht Frankfurt und den Offenbacher Kickers, wurde am Bruchweg 1959 Nachfolger von Josef Kretschmann. Baas war ein Reformer, ein Revolutionär, in Mainz allerdings seiner Zeit deutlich voraus. Zwar führte der neue Trainer sofort ein modernes, lateinamerikanisch geprägtes 4-2-4-System ein, mit dem die 05er theoretisch den meisten Gegnern hoch überlegen waren. Bis er aber auch den Kader beisammen hatte, der dieses Überzahl-vorne-überzahl-hinten-Umschaltspiel beherrschte, dauerte es Jahre. Immerhin hielt Baas die 05er damit lange aus dem Abstiegskampf der Oberliga Südwest heraus. Und machte sie in der 1963 gegründeten Regionalliga zu einem Spitzenteam, dem jedoch die Krönung versagt blieb: Beste Platzierung war der dritte Rang 1965/66, zwei Punkte hinter dem zweiten Qualifikationsplatz zur Bundesliga-Aufstiegsrunde. Im Pokal hingegen brachte Baas die 05er mit Siegen gegen Werder Bremen und den TSV München 1860 erstmals (und bis 1999 zum einzigen Mal) ins Viertelfinale. Vor der Bruchweg-Rekordkulisse von 24.000 Zuschauern - ermöglicht durch eine Zusatztribüne hinter der damals noch nicht überdachten Gegengerade - unterlagen die 05er dem 1. FC Nürnberg 0:3.

Im Frühjahr 1966 eskalierte ein Streit um den Trainer. Dieser hatte wie jedes Jahr seinen Vertrag fristgerecht gekündigt, um einen neuen, in der Regel besser dotierten Kontrakt auszuhandeln. Der Vorstand akzeptierte aber diesmal schlicht die Kündigung und machte sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Die Mannschaft schrieb einen offenen Brief, um Baas zu behalten. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Anfang März, bei der der Trainer für seine Erörterung langanhaltenden Applaus bekam, wäre der Vorstand beinahe gestürzt worden; die Mitglieder warfen diesem (sicher nicht zu Unrecht) vor, die Kündigung zu nutzen, um den beliebten, aber teuren Trainer elegant von der Gehaltsliste zu bekommen, und zogen den Abwahlantrag erst nach stundenlangen Debatten zurück. Nach sieben Jahren war die Ära Baas daher tatsächlich vorbei; bis Jürgen Klopp ihn 2008 überbot, war der Solinger der 05-Trainer mit der längsten Amtszeit.

Seine weiteren Trainerstationen waren der FSV Frankfurt (1966-68), der SV Wiesbaden (1968/69, 1974/75), Hessen Kassel (1969-71, 1973/74), der Karlsruher SC (1971-73) und zuletzt nach dreijähriger Pause der SC Freiburg (1978/79).

Weitere Ergebnisse am 6. Dezember:

1925: TSG Höchst - FSV Mainz 05 4:0  
1936: SV Flörsheim - FSV Mainz 05 5:0  
1959: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 0:1  
1964: FSV Mainz 05 - BSC Oppau 1:3  
1970: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 4:0  
1975: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 2:4  
1987: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 0:0  
1996: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 0:0  
1998: Tennis Borussia Berlin - FSV Mainz 05 3:0  
2002: VfB Lübeck - FSV Mainz 05 1:3  
2013: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 1:1  

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