Das 05-Kalenderblatt: 5. bis 8. Juli

Christian Karn. Mainz.
Auch in dieser Woche hat die nullfünfMixedZone wieder tief in die Vereinschronik gegriffen, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche weiteren Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Auf dem Platz war noch nicht viel los, lediglich diverse Amateurteams wurden teils zweistellig abgeschossen. Ein großer Linksverteidiger hat Geburtstag, ein offensiver Hoffnungsträger, vor allem aber ein legendärer Rebell.

5. Juli

Heute hat Ansgar Brinkmann Geburtstag...Heute wird Ansgar Brinkmann 48 Jahre alt. Der selbsternannte "Letzte Rebell" - der Spitzname "Weißer Brasilianer" ist eine Erfindung der Medien, die Brinkmann gar nicht so sehr mag - müsste vom Talent her eigentlich 400 Bundesliga- und 80 Länderspiele absolviert haben, machte aber viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Brinkmann sagt selbst, er sei viel zu spät auch im Kopf ein Profi geworden. In der Tat war der Angreifer ein Spieler, der sich gern ein bisschen nonkonformistisch verhielt, sich als Antipode zum Trainer gefiel, immer wieder für einen Skandal gut war, nie länger als nötig bei einem Verein verweilen wollte. Mit drei Vereinen in der Jugend und 15 als Erwachsener zählt er zu den Profis mit den meisten Stationen in seiner Karriere und seine größten Erfolge sind nur zwei Bundesliga-Aufstiege: 1998 mit Eintracht Frankfurt, 2002 mit Arminia Bielefeld. Passend: Als Brinkmann mit 29 Jahren endlich die Bundesliga erreichte, kam er direkt vom absoluten Tiefpunkt seiner Karriere: Beim Oberligisten BV Cloppenburg war er nur ein halbes Jahr zuvor in die A-Klasse zur Reserve degradiert worden.

Ansgar Brinkmann war von Haus aus ein dribbelstarker, fintenreicher Rechtsaußen, wurde aber 1987 mit Bayer Uerdingen (und Oliver Bierhoff) als Verteidiger Deutscher U19-Meister. Mit 18 Jahren kam er in die 2. Bundesliga - dreieinhalb Jahre beim VfL Osnabrück waren seine längste Zeit bei einem Verein. Über Preußen Münster kam Brinkmann 1993 zu den 05ern, für die er in zwei Jahren und 55 Zweitligaspielen sieben Tore schoss. Bei seinen weiteren Vereinen (noch einmal Münster, FC Gütersloh, SC Verl, wieder Gütersloh, Cloppenburg und Frankfurt, Tennis Borussia Berlin und erneut Osnabrück, Bielefeld, LR Ahlen, FC Kärnten, Dynamo Dresden und zum Schluss noch einmal Preußen Münster) wurde Brinkmann im Laufe der Jahre auf dem Platz immer weiter nach hinten geschoben.
 

6. Juli  

...morgen Sven Eichinger.Am Donnerstag wird Sven Eichinger 46 Jahre alt. "Eiche", bereits Jugendspieler der 05er, kam 1997 über den SV Wiesbaden, den SV Weisenau, den SV Edenkoben, die TSG Pfeddersheim und RWO Alzey 1997 zurück zu den 05ern, deren zweite Mannschaft gerade in die Verbandsliga aufgestiegen war. Sechs Jahre lang war Eichinger ein unumstrittener Führungsspieler im zentralen Mittelfeld der 05-Amateure, mit denen er 1999 die Ober- und 2003 die Regionalliga erreichte sowie dreimal den Südwestpokal gewann. Nach dem Aufstieg verabschiedete sich Eichinger von seinem Verein; sein Beruf ließ sich nicht mit Drittligafußball vereinbaren. Eichingers Karriere-Höhepunkt war das erste DFB-Pokalspiel der 05-Amateure: Der Gladbach-Fan hielt mit seinen Kollegen 120 Minuten lang ein 0:0 gegen die Borussia und schoss im Elfmeterschießen das 1:1 - verlor allerdings 2:4.
 

7. Juli

Am Freitag vor 81 Jahren kam Albert Neunecker zur Welt. Der Angreifer stand in den frühen 1960ern lange an der Schwelle zwischen der ersten und zweiten Mannschaft der 05er, wurde aber von 1959 bis 1964 nur zehnmal eingesetzt. Sein einziges Tor schoss Neunecker 1961 beim 2:4 in Frankenthal.
 

8. Juli

Mainz 05 1956/57 zu Gast in Aue. Vorne rechts: Alfred Höfer.Die Geburt von Alfred Höfer liegt am Samstag 89 Jahre zurück. In der Oberligazeit der 05er war der Koblenzer, der 1951 vom VfL Kesselheim zur zweiten Mannschaft der 05er gewechselt war und 1952 Hermann Ronde ins Mittelfeld verdrängte, ein ungeheuer wichtiger Mann auf der linken Abwehrseite, offensiv fast ohne Wirkung, defensiv aber unumstritten; von gelegentlichen Verletzungen abgesehen (ein Meniskusriss kostete ihn die komplette Saison 1957/58) war Höfer bis zu seinem Karriereende 1959 immer Stammspieler. Sein einziges Tor für die 05er schoss Alfred Höfer im drittletzten Spiel seiner Laufbahn in seiner Heimatstadt: Beim 4:3 bei der TuS Neuendorf brachte Höfer die 05er mit 3:2 in Führung; die Niederlage bedeutete den Abstieg der einstigen Spitzenmannschaft aus der Oberliga.

Ebenfalls am Samstag sollte ein Neuzugang an seinem Geburtstag zum ersten Mal für die 05er spielen. Alexandru Iulian Maxim, der vom VfB Stuttgart nach Mainz gewechselte Offensivspieler, wird 27 Jahre alt.

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