Das 05-Kalenderblättchen: 23. bis 26. Juni

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Ende Juni war das nicht mehr viel - es geht immerhin um das späteste Spiel von allen, einen Mann, dem 13 Spiele reichten, um ein Held zu werden, und zwei gnadenlose Linksverteidiger.

23. Juni  

Der 23. Juni kommt in den Aufzeichnungen der 05er bislang kaum vor. Es gab mal einen 18:0-Testspielsieg in Bischofsheim, das ist alles.
 

24. Juni  

Am 24. Juni hingegen spielten die 05er 1973 ihr spätestes Saisonspiel aller Zeiten. Es ging seinerzeit nicht mehr um den Aufstieg in die Bundesliga. Auf den hatten die 05er vor 44 Jahren durchaus gehofft, aber ein paar Tage vor jener Partie bei Blau-Weiß 90 Berlin hatten sie mit einem 0:0 gegen den Favoriten Fortuna Köln auch die letzte, längst unrealistische Chance verspielt. Das 2:3 bei den Berlinern, die bis dahin in der Aufstiegsrunde nicht einen Punkt geholt hatten, war daher nicht mehr allzu tragisch, verzerrte nur noch die Tabelle ein bisschen: der FC St. Pauli nutzte die Chance und verdrängte die 05er auf den dritten Platz, ohne selbst jemals Chancen gehabt zu haben, Fortuna Köln anzugreifen.

Ein Jahr zuvor war in Nordhausen ein Mann zur Welt gekommen, der ein paar Wochen vor seinem 24. Geburtstag bewies, dass man nicht lange bei einem Verein sein muss, um ein Held zu werden: Marco Weißhaupt. Der offensive Mittelfeldspieler war nur ausgeliehen vom Hamburger SV, machte nach seinem halben Jahr als 05er vor allem beim SC Freiburg  Karriere. Weißhaupt schoss aber am 9. Juni 1996 eines der wichtigsten Tore der Mainzer Vereinsgeschichte. Im letzten Spiel des größten Abstiegskampfs von allen schlugen die 05er durch seinen Treffer den VfL Bochum 1:0. Eine Woche zuvor hatten sie zum ersten Mal in jener Saison auf einem Nichtabstiegsplatz gestanden. Der Heimsieg gegen den Zweitliga-Meister krönte die überragende Rückrunde, die die 05er im folgenden Jahr ins Aufstiegsrennen schickte. Weißhaupt wird morgen 45 Jahre alt.
 

Omar Njie, der hartnäckigste Linksverteidiger von allen, wird 21 Jahre alt.25. Juni

Am Sonntag wird Omar Njie 21 Jahre alt. Der kleine, freundliche, aber als Gegenspieler ungeheuer anstrengende Linksverteidiger, gegen den ein Zweikampf mit dem Anpfiff begann und erst mit dem Abpfiff vorbei war, war von 2011 bis 2013 ein Schlüsselspieler in der Mainzer U17, verlor dann durch Verletzungen den Anschluss. Inzwischen spielt Njie für den TSV Schott.
 

Stürmer und Torhüter der Regionalliga Südwest fürchteten in den 1960ern Heinz Wassermann, den scharfkantigen Felsbrocken in der Mainzer Abwehr.

26. Juni

Am Montag wird Heinz Wassermann 78 Jahre alt. Der gebürtige Oberhausener war von 1964 bis 1970 ebenfalls ein furchtloser Kämpfer auf der linken Abwehrseite der 05er: Hart, wie ein Manndecker in jenen Jahren nun mal war, konsequent und unverwüstlich. Vom 18. Oktober 1964 bis zum 22. September 1968 verpasste Wassermann nicht eine einzige Spielminute; die Serie von 10.888 Minuten am Stück wurde erst 2004 von Dimo Wache übertroffen. Aber auch bei den Torhütern war der Verteidiger gefürchtet als ein erstklassiger Distanz- und Elfmeterschütze. 1965 bildete Heinz Wassermann mit Stopper Norbert Liebeck und den Manndecker-Kollegen Carlo Storck und Helmut Müllges die Defensive, mit der die 05er bis ins Pokal-Viertelfinale kamen. Ab 1970 ließ der inzwischen 31-Jährige nach 180 Spielen und 15 Toren für die 05er seine Karriere beim VfR Groß-Gerau ausklingen.

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