Das war’s: Christian Heidel geht zu Schalke

Jörg Schneider. Mainz.
Das war’s dann. Alle Spekulationen sind hinfällig. Das sich seit Monaten hinziehende Theater ist beendet: Christian Heidel hört nach dieser Saison nach 24 Jahren Manager-Tätigkeit definitiv beim FSV Mainz 05 auf und wechselt in der kommenden Spielzeit zum FC Schalke 04. Das bestätigten beide Klubs am Sonntag. Die 05er haben für Montagmittag (12 Uhr) eine Pressekonferenz angekündigt, in der Heidel und 05-Chef Harald Strutz über die Hintergründe sprechen.

Jetzt ist es offiziell: Christian Heidel hört Ende der Saison auf in Mainz und wechselt zum FC Schalke 04. Foto: Jörg SchneiderJetzt ist also eingetreten, was seit langem feststand, aber nicht offiziell war. Christian Heidel beendet zum Ende der laufenden Spielzeit sein Engagement als Manager bei seinem Herzensklub Mainz 05 und nimmt die Herausforderung beim FC Schalke 04 an, wo der 52-Järhige einen Vertrag bis 2020 erhält und dazu mehr Macht als der bisherige Manager Horst Heldt, der bis zum Saisonende im Amt bleibt. Heidel soll beim Ruhrpott-Klub ein Jahresgehalt von rund zwei Millionen Euro kassieren.

„Christian Heidel beendet mit der laufenden Saison 2015/16 seine Tätigkeit beim 1. FSV Mainz 05, für den er als Manager seit 24 Jahren wirkt. Ab der kommenden Saison steht der 52-Jährige als Manager und Vorstand Sport und Kommunikation in Diensten des FC Schalke 04“, heißt es in einer Presseerklärung der 05er vom Sonntagnachmittag. „Auf dieses Engagement hat sich Christian Heidel am Sonntag mit dem Aufsichtsrat des FC Schalke 04 verständigt. Mit dem Vorstand des 1. FSV Mainz 05 hatte sich Heidel bereits einvernehmlich auf die Auflösung seines noch bis 2017 datierten Vertrages geeinigt. Seine Aufgaben als Manager der Mainzer wird Heidel auf Basis des großen gegenseitigen Vertrauens bis zum Beginn seines neuen Engagements weiter wahrnehmen.“

Aus Gelsenkirchen kam eine ähnliche Erklärung. „Der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 wird Christian Heidel zur Saison 2016/17 zum Vorstand Sport und Kommunikation bestellen. Wir sind davon überzeugt, dass Christian Heidel mit seiner unbestrittenen sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen erwiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für den FC Schalke 04 ist“, erklärte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Clemens Tönnies. „Heidel tritt damit im Sommer die Nachfolge von Horst Heldt an, der das Vorstandsressort Sport und Kommunikation seit März 2011 verantwortet hatte. Heldt selbst wird seine Aufgaben vertragsgemäß bis zum Saisonende weiterführen. Dazu gehören selbstverständlich, wie bereits in den vergangenen Monaten, auch personelle Weichenstellungen für die neue Saison“, heißt es in der Schalker Stellungnahme.

Christian Heidel hatte sich am Sonntagmorgen um 11 Uhr in einem Tagungshotel in Werl im Sauerland dem Schalker Aufsichtsrat vorgestellt. Nach zweieinhalb Stunden verließ der Noch-05-Manager gemeinsam mit Team-Manager Axel Schuster, der mit seinem Chef ins Ruhrgebiet wechseln wird, das Hotel. „Es war ein sehr angenehmer und informativer Austausch“, wurde Heidel danach in diversen Medien zitiert. Der 05-Manager berichtete zudem, er habe in dem Treffen mehr sich selbst und seine Arbeitsweise vorgestellt und erklärte: „Ich finde, dass der Klub das Konzept haben und sehen muss, ob der Manager dazu passt. Ich selbst habe die Antworten bekommen, die ich mir gewünscht habe." Der Schalker Aufsichtsrat benötigte anschließend offenbar nicht lange, um einstimmig diese Entscheidung zu treffen, die Tönnies seit langem vorbereitet hatte. Ein Entschluss, der nun endgültig alle Spekulationen hinfällig werden lässt und ein merkwürdiges Theater beendet, das sich seit Monaten hinzieht.

Damit dürfte in Mainz nun die geplante Nachfolgereglung greifen, die sich zuletzt angedeutet hatte. Rouven Schröder, bisher als Direktor Profi-Fußball und Scouting bei Werder Bremen aktiv, soll Heidels Prosten am Bruchweg beerben und künftig die Kaderplanung mit Trainer Martin Schmidt übernehmen. Der 40-Jährige hatte sich vergangene Woche beim 05-Vorstand vorgestellt und wie es heißt einen guten und kompetenten Eindruck hinterlassen. Schröder war am Wochenende schon nicht mehr mit den Bremern zum Auswärtsspiel nach Ingolstadt gereist und soll, wenn alles geklärt ist, möglichst schnell in Mainz anheuern und zügig eingearbeitet werden.

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