David Wagner: Lössl passt perfekt ins Team

Jörg Schneider. Mainz.
Es ist keine große Überraschung, die der FSV Mainz 05 am Freitagabend kurz nach 20 Uhr vermeldete: Jonas Lössl wechselt zunächst für ein Jahr nach England in die Premier League und schließt sich dem Aufsteiger Huddersfield Town FC an, der sich zudem eine Kaufoption an dem dänischen Torhüter sicherte. Der 28-Jährige, der in der Schlussphase der vergangenen Saison seinen Stammplatz an Jannik Huth verloren hatte, spielt damit in der kommenden Spielzeit in dem Team, das vom Ex-05-Stürmer David Wagner trainiert wird.

Jonas Lössl (hier gegen den Leverkusener Chicharrito) wird für ein Jahr in die Premier League ausgeliehen. Foto: ImagoDiese Entwicklung war absehbar. Spätestens mit der Verpflichtung des ehemaligen National-Torhüters René Adler war klar, dass sich Jonas Lössl Gedanken darüber machen würde, welche Perspektive der dänische Torhüter in der bevorstehenden Saison beim FSV Mainz 05 noch haben würde. Der 28-Jährige ist offenbar zu dem Ergebnis gekommen, dass diese in Mainz nicht mehr besonders groß sein würde hat nun reagiert. Lössl wechselt in die englische Premier League. Sportdirektor Rouven Schröder und Huddersfield Town FC haben sich auf einen Transfer geeinigt. Wie die 05er am Abend mitteilten, wechselt Lössl für ein Jahr zu dem Klub aus Yorkshire, der sich zudem eine Kaufoption sicherte. Lössl, vor einem Jahr aus dem französischen Guingamp gekommen, schließt sich dem Team an, das von David Wagner, dem früheren 05-Stürmer aus Zweitligazeiten und engen Freund von Jürgen Klopp trainiert wird.

Es war keine Liebe auf den ersten Blick zwischen den Mainzern, vor allem den Fans und dem dänischen Nationalspieler. Lössl, der noch einen Vertrag bei den 05ern bis 2019 besitzt, kam zwar auf insgesamt 27 Bundesliga- und fünf Europaliga-Einsätze im 05-Trikot, verlor jedoch in der Schlussphase der vergangenen Saison im Abstiegskampf seinen Stammplatz an das jüngere Eigengewächs Jannik Huth. Der 05-Keeper, als Nachfolger des in Mainz überragenden Loris Karius (wechselte zum FC Liverpool) geholt, machte im Grunde genommen nicht so viel falsch, stand aber oft in der Kritik. Der lange Torhüter vermittelte seinen Vorderleuten allerdings auch selten das große Sicherheitsgefühl. Lössl fehlte die laustarke und klare Ansprache, er zeigte einige Schwächen und vermochte insgesamt nicht komplett zu überzeugen. Nicht zuletzt deshalb entschieden sich die Verantwortlichen dafür, mit Adler eine routinierte Nummer eins, eine starke Persönlichkeit und einen Top-Spieler mit Führungsanspruch zu verpflichten. Ein Profil, das der Mannschaft insgesamt etwas gefehlt hatte in der abgelaufenen Spielzeit.

„Jonas Lössl hat bei uns eine solide erste Saison gespielt und sich als vorbildlicher Sportsmann präsentiert. Aufgrund der neuen Konkurrenzsituation mit der Verpflichtung von René Adler lag für ihn aber auch für uns nahe, sich auf dem Markt zu orientieren. Wir haben nun, zunächst für ein Jahr, eine sportlich sehr reizvolle Aufgabe in einer spannenden Liga gefunden. Ihn begleiten unsere besten Wünsche, wir werden seinen Weg dort genau verfolgen“, sagt Schröder. „Wie jeder weiß, waren wir in der vergangenen Saison sehr erfolgreich mit unseren Leihspielern. Nun hatten wir die Chance, dem Klub einen weiteren hochkarätigen Profi zuzuführen”, erklärte David Wagner auf der Homepage von Huddersfield Town FC. „Lössl war Teil einer Mannschaft in Mainz, die eine schwierige Saison hatte. Deshalb haben wir diese seltene Chance erhalten, einen Spieler dieser Qualität auszuleihen. Ich vertraue und glaube an sein Talent und sein Potenzial.“ Zumindest sprachlich gibt es für den Dänen im neuen Klub keine Anpassungsschwierigkeiten. Lössl spricht nahezu perfekt Englisch. „Jonas hat alle Fähigkeiten, die ein moderner Torhüter braucht. Er ist gut auf der Linie, zeigt viel Präsenz und kann mit dem Ball am Fuß umgehen”, so der Ex-05er. „Ich weiß auch, dass er charakterlich stark ist. Er passt  perfekt in unser Team.”

Einen Schlussstrich haben die Mainzer am Freitag auch unter das Kapitel Maximilian Beister gezogen. Der Klub hat den Vertrag mit dem Stürmer, der sich weder am Bruchweg noch an seinen Ausleihstationen durchsetzen konnte, aufgelöst. Unterdessen hat auch Niki Zimling die 05er endgültig verlassen. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt ohnehin nur noch in der zweiten Mannschaft gespielt hatte, schloss sich dem dänischen Erstligaklub Sonderjyske an.   

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