De Blasis: „Es ist eine Mannschaftsleistung“

Jörg Schneider. Mainz.
Pablo De Blasis dürfte seine ohnehin großen Beliebtheitswerte bei den eigenen Fans an diesem sechsten Bundesliga-Spieltag noch einmal gesteigert haben. Der kleine Argentinier schnappte sich den Ball nach dem diesmal positiv ausgelegten Video-Beweis, verwandelte den Foul-Elfmeter und bescherte dem FSV Mainz 05 den Treffer zum 1:0-Sieg in der Opel Arena gegen Hertha BSC Berlin. Ganz nebenbei war dies das 500. Mainzer Tor in der höchsten deutschen Spielklasse. „Es ist schön, nun in den Geschichtsbüchern von Mainz 05 zu stehen, aber der Sieg war wichtiger“, sagte De Blasis nach dem zweiten Saisonerfolg, der so hart erarbeitet werden musste.

Pablo De Blasis ist in Sachen Beliebtheit bei den Fans ohnehin kaum zu schlagen. Die Sympathiewerte des kleinen Argentiniers dürften an diesem sechsten Bundesliga-Spieltag weiter gestiegen sein. Der 29-Jährige erzielte per Foul-Elfmeter den Siegtreffer zum 1:0 im Heimspiel gegen Hertha BSC. Und das war ganz nebenbei das 500. Tor der Mainzer in der höchsten deutschen Spielklasse. „Es ist schön, nun in den Geschichtsbüchern von Mainz 05 zu stehen, aber der Sieg war wichtiger“, sagte De Blasis nach dem zweiten Saisonerfolg, der so hart erarbeitet werden musste. Als Schiedsrichter Tobias Stieler nach der Überprüfung des Foulspiels von Hertha-Innenverteidiger Karim Rekik an Yoshinori Muto das Viereck für den Video-Beweis in die Luft malte und anschließend auf den Punkt zeigte, schnappte sich De Blasis sofort die Kugel und ließ keinerlei Diskussion darüber aufkommen, dass er die Sache in die Hand nehmen werde.

Pablo De Blasis nimmt Maß und trifft zum 1:0 gegen Hertha BSC. Das 500. Tor der 05er in der Bundesliga. Foto: Ekkie VeyhelmannZuvor hatte sich der Argentinier bei einer Freistoßszene noch kurz mit Daniel Brosinski um die Ausführung gestritten. Beide gelten als sichere Elfmeterschützen und sind für die Strafstöße vorgesehen. „Das sind immer kleine Scharmützel mit Brosi, weil wir beide sehr motiviert sind, Tore zu schießen“, verriet der Stürmer nachher. Er habe die Verantwortung übernehmen wollen, dabei aber nicht den ganz großen Drück verspürt. „Ich war ruhig. Es ist aber nicht so einfach, wenn du anderthalb Minuten da stehst und es so lange dauert, bis du den Elfer schießen kannst. Ich bin ruhig geblieben, der Torhüter ist zwar fast noch drangekommen, aber am Ende ist es für mich gut ausgegangen“, schilderte der Angreifer die spielentscheidende Situation.

Wie das komplette Team hatte auch De Blasis in dieser Partie seine Schwierigkeiten, Produktives nach vorne zu leisten. Gegen das engmaschige Defensivgeflecht der Hertha lief sich der kleine Stürmer trotz des nie erlahmenden Engagements häufig fest. Auch ihm fehlte oft die Klarheit in seinen Aktionen. „Wir sind viel gerannt, vor allem auf den Flügeln. Es war ein intensives Spiel“, sagte er lapidar. „In der zweiten Hälftet wurde es dann besser, wir haben das in der Halbzeit etwas korrigiert.“ Ganz am Ende stand De Blasis dann noch zweimal im Mittelpunkt. Nach einem abgewehrten Ball in der Nachspielzeit und einem Pass von Danny Latza war der Argentinier vorbei an der aufgerückten Berliner Verteidigung und auf dem Weg zum Tor zusammen mit Viktor Fischer, doch der Schiri hatte die Aktion wegen einer Verletzung von Langkamp im Luftduell mit Stefan Bell bereits abgepfiffen. Dafür hatte der Argentinier dann die letzte Szene im Spiel, köpfte einen Darida-Freistoß aus dem eigenen Strafraum heraus. Feierabend. Sieg. Drei Punkte. „In den letzten 15 Minuten haben unsere Abwehrspieler 15 bis 20 Bälle rausgeköpft, es ist halt eine Mannschaftsleistung“, sagte De Blasis zurückhaltend. Und später dann vorausschauend: „Wir haben in diesem Kalenderjahr noch keine zwei Siege in Folge geschafft. Das müssen wir nun angehen.“

Überzeugendes Trio

Auch wenn die Offensive diesmal von den Berlinern weitestgehend lahmgelegt wurde, die Mainzer fahren am Wochenende zum Duell mit Ex-Trainer Martin Schmidt nach Wolfsburg in der Gewissheit, dass ihre Defensiv-Strukturen gepasst haben, dass die Abwehrarbeit sehr gut war. René Adler, der nach der Niederlage gegen Hoffenheim noch kritisiert hatte, dass die Mannschaft in der Lage sein müsse, einen Vorsprung oder wenigstens ein Unentschieden zu verteidigen, stellte seinen Vorderleuten nachher ein gutes Zeugnis aus. „Das Ergebnis steht über allem. Die Art und Weise, wie wir am Mittwoch gespielt haben, war gut. Heute war es ein ganz anderes Spiel gegen eine Mannschaft, die ein anderes System spielt, die ihre Punkte anders holt“, sagte der 05-Torhüter. „Man muss geduldig sein, darf sich nicht einschläfern lassen von ihrer Spielweise, sonst sind sie blitzschnell da. Heute mussten wir noch konzentrierter sein, waren in allen Situationen da und haben das gut gemacht, dass nichts passiert. Man darf nie abschalten. Ein langer Ball, eine Unachtsamkeit kann reichen, da muss man immer da sein und immer noch einen haben, der die Dinge hinten dran ausbügelt. Das haben war diesmal perfekt hinbekommen.“

Vor allen Dingen die hintere Dreierkette mit Jean-Philippe Gbamin, Bell und Abdou Diallo gab den 05ern Sicherheit. Die Innenverteidiger gewannen die meisten Zweikämpfe, waren vor allen Dingen in der Luft die klaren Sieger. „Unser Abwehrspiel war gut. Obwohl wir fast in jedem Spiel eine andere Kette hinten hatten, funktioniert es immer besser. Wir haben lediglich einen Weitschuss zugelassen und einmal haben sie mit einem Superpass die Schnittstelle gefunden“, sagte Bell. Vedad Ibisevic hatte dadurch eine gute Chance zum Ausgleich. „Heute geht er mal nicht rein, gegen Hoffenheim wäre er wohl locker flockig ins Tor gefallen.“

Dem 05-Kapitän gefällt diese neue Grundordnungs-Variante. „Der Vorteil  der Fünferkette ist, dass wir mit drei Leuten hinten sind und die Außenverteidiger können gegen den Ball viel höher anlaufen. Das haben wir gegen Hoffenheim das ganze Spiel über gut gemacht, heute vor allem in der zweiten Halbzeit. Daniel Brosinski ist in der zweiten Hälfte zehnmal aktiv auf Weiser angelaufen, weil er wusste, dass wir dann hinten immer noch vier sind und Diallo auf seine Position schiebt. Wenn der Ball vom Gegner ins Zentrum gespielt wird, sind wir fünf hinten auf der Linie, dann kann  einer von drei Innenverteidigern immer voll nach vorne verteidigen, weil dahinter immer noch eine Viererkette steht. Da kann man ohne groß nachzudenken mit nach vorne arbeiten“, erklärte der 26-Jährige. „Nicht so einfach in diesem System ist es, die Schnittstellen zu zu bekommen. Dieses Entscheiden, gerade für die Außenverteidiger, wann gehe ich nach vorne, wann muss ich neben dem Innenverteidiger absichern.“

Am Ende zogen die Mainzer alles zurück, um hinten dicht zu machen, den dünnen Vorsprung zu halten. „Wir haben nicht mehr nach vorne geschoben, wollten das Ergebnis über die Zeit bringen. Das sollte jeder nachvollziehen können mit dem Hintergrund der Nachspielzeit gegen Hoffenheim“, sagte Bell.

 

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