„Dem besagten Jungen geht es ausgezeichnet“

Jörg Schneider. Mainz.
Nix gewiss, weiß man nicht. Oder vielleicht doch? Oder später? Nicht leicht, das Transferbemühen des FSV Mainz 05 entwirren zu wollen, wenn sich die Beteiligten dermaßen bedeckt halten wie der 05-Manager im Augenblick. Christian Heidel hat immerhin indirekt bestätigt, dass der Jairo-Wechsel vom FC Sevilla nach Mainz längst nicht vom Tisch ist. Und aus Berlin wird berichtet, dass sich der Ex-05er Sami Allagui bei seinen Kollegen verabschiedet hat, weil er von Hertha BSC an Mainz 05 ausgeliehen wird. „Nun habt doch einfach noch etwas Geduld“, bittet Heidel in der Klub-Pressekonferenz. „Ich kann allen versprechen, es wird noch einiges passieren. Wir sind ganz kurz vor den Unterschriften.“ Es könne gut sein, dass der Verein heute noch etwas vermelde.

Christian Heidel kommentierte die Meldungen von heute und den vergangenen Tagen mit einer Mischung aus Amüsiertheit und Genervtsein. Der tiefe Seufzer, mit dem sich der Manager des FSV Mainz 05 anlässlich der obligatorischen Pressekonferenz auf seinen Platz am Podium fallenließ, zeugt davon, dass der 51-Jährige mal so richtig im Stress ist. Heidel verließ zudem die Veranstaltung mit dem Schlusspfiff. Es gibt Arbeit.
„Nun habt doch einfach noch etwas Geduld“, sagt der Manager. Er wisse ja, wie brennend das Thema interessiere, aber es sei teilweise abenteuerlich, was er gelesen und gehört habe. „Ich kann allen versprechen, es wird noch einiges passieren. Wir sind kurz vor den Unterschriften, aber ich sage nichts, ehe nicht alles perfekt ist. Dafür habe ich schon zu viel erlebt“, so der 05-Manager.

Ohne Attest keine Spielgenehmigung

UWenig Neuigkeiten in Sachen Transfers von Christian Heidel in der Pressekonferenz der 05er. Von links: Der 05-Manager, Pressesprecherin Silke Bannick, Trainer Kasper Hjulmand und Teammanager Axel Schuster. Foto: Jörg Schneidernd was ist mit Jairo, dem Rechtsaußen vom FC Sevilla, der Medienberichten zufolge durch den Medizincheck geflutscht sein soll? „Ich sage das mal ganz allgemein. Es kann auch ein Stempel fehlen oder irgendetwas anderes. Das muss aber nichts mit uns zu tun haben. Das muss auch gar nichts damit zu tun haben, dass bei einem Spieler irgendetwas kaputt ist.“ Dann richtet sich Heidel an die Journalistenrunde: „Habe ich irgendwann oder irgendwo gesagt, dass wir einen Spieler aufgrund eines Medizinchecks nicht verpflichten können. Nein.“ Ohne dieses Attest der Ärzte gibt es jedenfalls keine Spielgenehmigung von der DFL. Und dann wird Heidel doch konkret: „Ich kann nur sagen, dem besagten Jungen geht es gut. Vielleicht müssen alle nur noch etwas Geduld haben.“
Klar ist, dass Jairo, der 21-jährige spanische U21-Nationalspieler am Donnerstag in Mainz angekommen ist und die medizinische Eingangsprüfung absolviert hat. Irgendetwas hat dann anscheinend gefehlt, was den Transfer gestern noch ins Stocken gebracht hat. Das scheint sich aber aufzuklären.

Die ebenfalls verbreitete Summe der Spieler, die der Bundesligist angeblich noch verpflichten wolle – die Rede war von fünf oder sechs Profis – dementiert der Manager. Heidel sagt, es gehe nicht um zwei, aber auch nicht um fünf Spieler. Bisher war meist von drei Neuverpflichtungen die Rede. Doch dann wird die Sache erneut kompliziert.

Allagui hat sich bei Hertha verabschiedet

Denn am Vormittag wird von der „BZ“ aus Berlin berichtet, dass sich Sami Allagui bei der Hertha verabschiedet hat, weil der Stürmer zum FSV Mainz 05 zurückkehrt – auf Ausleihbasis. Der 28-Jährige hat zwischen 2010 und 2012 14 Bundesligatore für die 05er erzielt und wechselte danach in die Hauptstadt. Wenn es also stimmt, dass Allagui zurückkehrt, Jairo und Pablo de Blasis, dessen Weggang inzwischen von Asteras Tripolis ohne Nennung des aufnehmenden Vereins bestätigt ist, neu kommen, ist dann noch Platz für einen weiteren Innenverteidiger? „Abwarten“, sagt Heidel stereotyp, gibt allerdings einen aktuellen Stand der Dinge, was mögliche weitere Abgänge aus dem 05-Kader angeht, bis zum Ende der Transferperiode am Montagmittag. „Wir führen im Moment keine konkreten Verhandlungen mit anderen Klubs, und es ist auch kein Spieler von uns zu mir gekommen und hat mir mitgeteilt, dass er am Wochenende noch gerne den Verein wechseln möchte.“

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