Der erste 05er hat sich qualifiziert

Christian Karn. Mainz.
Die Gruppe der Nationalspieler ist klein geworden bei Mainz 05. Sieben Mann sollten nur zum Einsatz kommen in in A-Länderspielen, davon hat einer vorab wegen Verletzung absagen müssen. Ein weiterer kam aus gleichem Grund schon vor dem ersten Spiel zurück nach Mainz. Bleiben fünf, von denen einer die EM-Qualifikation gesichert und einer sie wohl verpasst hat. Einer muss noch abwarten, die anderen beiden sind ohnehin keine Europäer.

Christian Heidel war im Sommer etwas unglücklich über die Grüppchenbildung im Kader. Um die Kommunikation und das Gruppengefühl zu stärken, verordnete der Manager des FSV Mainz 05 den ausländischen Spielern intensiveren Sprachunterricht und verpflichtete gezielt einige einheimische Profis. Weil gleichzeitig die U21-Nationalspieler aus Altersgründen aus der DFB-Auswahl ausschieden, einige Mainzer Stammspieler zu größeren Klubs wechselten, einige Bankspieler anderswo bessere Einsatzchancen suchten, hat sich der Kreis der A-Nationalspieler der 05er auf nur noch sieben Mann reduziert. Von denen in dieser Länderspielwoche auch noch zwei verletzt waren. Die nullfünfMixedZone fasst die Situation der internationalen 05-Profis mit ihren Nationalmannschaften zusammen.

Julian Baumgartlinger hat mit Österreich die komplette Konkurrenz abgehängt und sich als erster 05er für die Europameisterschaft 2016 qualifiziert. Foto: imago

Österreich hat sich erstmals für eine Europameisterschaft qualifiziert, ohne als Gastgeber ohnehin dabei zu sein. Die Österreicher gewannen auch das siebte und achte Qualifikationsspiel, haben als einzigen Punktverlust das 1:1 gegen Schweden zum Auftakt. Julian Baumgartlinger, der Kapitän des FSV Mainz 05, hatte beim 1:0 gegen Moldawien nichts zu tun und trug beim entscheidenden 4:1 in Schweden seinen Teil zu einer überragenden Mannschaftsleistung bei. Vor den abschließenden Partien in Montenegro und gegen Liechtenstein im Oktober haben die Österreicher auch den Gruppensieg angesichts acht Punkten Vorsprung auf Russland vorzeitig sicher.

Die Schweden müssen dagegen noch bangen um die EM-Teilnahme. Lange Zeit sahen die ebenfalls ungeschlagenen Skandinavier wie ein sicherer Zweiter aus. Durch ihre Niederlage gegen Österreich, das vorausgegangene 0:1 in Russland und das 7:0 der Russen in Liechtenstein ist der Vorsprung jetzt dahin. Die Mannschaft mit dem Mainzer Außenverteidiger Pierre Bengtsson ist auf den Relegationsplatz zurückgefallen. Angesichts der kommenden Gegner - Schweden spielt im Oktober erst in Liechtenstein und dann gegen Moldawien und haben beide im Hinspiel 2:0 geschlagen - sollten sie die einen Punkt entfernten Montenegriner hinter sich lassen können, aber sie benötigen einen Ausrutscher von Russland (im Oktober erst in Moldawien, dann gegen Montenegro), um sich den zweiten Platz zurückzuholen. 

Keine ernsthafte Chance mehr hat Todor Nedelew. Der Mainzer Bulgare verlor beide Länderspiele mit 0:1, erst gegen Norwegen, dann in Italien. Die Bulgaren sind Vierter in ihrer Gruppe, sieben Punkte hinter den Kroaten, denen aber noch der Abzug eines Zählers droht. In diesem Fall bleibt die minimale Resthoffnung, am kommenden Spieltag den direkten Vergleich mit den Kroaten zu gewinnen - das Hinspiel verloren die Bulgaren zuhause mit 0:1 -, dann Aserbaidschan zu schlagen und auf eine weitere Niederlage Kroatiens in Malta zu hoffen. Nur dann wäre Bulgarien in der Relegation dabei. Es wäre eine Überraschung.

Die Schweizer, die ohne den verletzten Fabian Frei auskommen mussten, schafften gegen Slowenien ein bemerkenswertes Comeback: Nach 80 Minuten lagen sie in Basel 0:2 zurück, in der 94. Minute schossen sie das 3:2-Siegtor. Durch die anschließende 0:2-Niederlage bei den Engländern, der einzigen Mannschaft, die immer noch keinen Punkt abgegeben hat, haben die Schweizer die Qualifikation aber noch lange nicht sicher, auch weil die Slowenen dank ihrer Auswärtstore den direkten Vergleich in der Tasche haben. Gegen San Marino sind die Schweizer Favorit - Slowenien am letzten Spieltag aber auch. Estland, der abschließende Gegner der Schweizer, hat noch Hoffnungen, spielt aber als nächstes gegen England und dürfte schon vor dem Duell mit der Schweiz ausgeschieden sein. Das Spiel zwischen Litauen und Slowenien könnte die Gruppe entscheiden.

Japan ärgert sich wahrscheinlich immer noch über das 0:0 gegen Singapur. In der Gruppe E der asiatischen WM-Qualifikation ist die Mannschaft des aktuellen 05ers Yoshinori Muto und des Ex-Mainzers Shinji Okazaki trotz des 3:0 gegen Kambodscha und des 6:0 gegen Afghanistan nur Zweiter, was unter Umständen nicht fürs Weiterkommen reichen würde. Die Spitzenspiele gegen Syrien stehen aber noch aus. Japan sollte gut genug sein, um sich den Gruppensieg zu holen.

Die WM-Qualifikation Südamerikas hat noch gar nicht angefangen. Wie immer spielen alle zehn Mitglieder des südamerikanischen Verbands in einer Zehnergruppe aus, welche vier Mannschaften sich direkt für die WM qualifizieren und welche fünfte in die Relegationsrunde gegen den Fünften Asiens, den Vierten Nord- und Mittelamerikas oder den einzigen Vertreter Ozeaniens muss. Im Oktober stehen die ersten beiden Spieltage an. Gonzalo Jara hatte daher mit Chile nur ein Testspiel.

Auch in Afrika beginnt die WM-Qualifikation erst im Oktober. Leon Balogun wird mit Nigeria sogar erst im November einsteigen. In der Qualifikation für die Afrikameisterschaft 2017 sind die Nigerianer durch das 0:0 in Tansania in einen gewissen Zugzwang gekommen, weil sich neben dem Gastgeber Gabun und den Gruppensiegern nur zwei der dreizehn Gruppenzweiten qualifizieren. Die Nigerianer haben aber noch vier Spiele, um Ägypten zu überholen. 

Die nullfünfMixedZone zeigt die Bilanzen der Mainzer Nationalspieler sowie der jüngsten Abgänge in der folgenden Bilderstrecke:

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