Der Mainzer verlängert bis 2021

Christian Karn. Mainz.
Am Morgen nach der Niederlage in Frankfurt verkündete der FSV Mainz 05 die zweite Vertragsverlängerung des Winters. Sieben Tage nach Daniel Brosinski unterschrieb Aaron Seydel einen neuen Kontrakt; der 20-jährige gebürtige Mainzer, der gerade seine ersten Profieinsätze im 05-Angriff sammelt, band sich bis 2021 an die 05er. "Neben seinem fußballerischen Talent gibt ihm seine Körpergröße ein hochinteressantes Spielerprofil", sagt 05-Sportdirektor Rouven Schröder. Drei 05-Profis gibt es nun noch, deren Verträge am Saisonende auslaufen; der Verein hat in zwei Fällen eine Verlängerungs- bzw. Kaufoption.

Nein, ein Weihnachtsgeschenk ist es nicht, was Aaron Seydel so kurz vor den Feiertagen bekam. Der Stürmer hat es sich erarbeitet, dass er in diesen Tagen in einer schönen schwarzen und roten Mappe einen Profivertrag zur Unterschrift vorgelegt bekam. Mit seiner Unterschrift band sich der 20-Jährige, dessen alter Kontrakt am Saisonende ausgelaufen wäre, um vier weitere Jahre an den FSV Mainz 05. Das Interesse von Werder Bremen an einer Verpflichtung Seydels, das seit dem Wochenende kolportiert wurde, hat sich damit erst einmal erledigt.

Seinen ersten Profi-Einsatz hatte Aaron Seydel im Europapokal beim französischen Rekordmeister. Drei Bundesligaspiele später unterschrieb der große Stürmer seinen ersten Profivertrag bei den 05ern. Foto: imagoSeydel, der einzige gebürtige Mainzer im 05-Kader, lernte die ersten Fußballgrundlagen ein Stück rheinaufwärts beim FSV Oppenheim, kam aber schon 2005 als Neunjähriger zu den 05ern. Bereits als U16-Stürmer schoss der gelegentliche Juniorennationalspieler sein erstes Tor in der U17-Bundesliga, drei Wochen vor dem 18. Geburtstag debütierte er bei den Profis im Winter-Testspiel gegen den dänischen Esbjerg fB - "wer ist eigentlich der kleine Dunkelhäutige auf Linksaußen", fragte sich der spätere 05MixedZone-Reporter in der zweiten Hälfte und erkannte dann Maxim Choupo-Moting, dessen 190 Zentimeter neben dem 1,99-Mittelstürmer Seydel nur klein wirkten - und im Aufstiegs-Rückspiel gegen die TSG Neustrelitz auch in der U23.

Ein Überflieger wie André Schürrle oder Jan Kirchhoff war Seydel nie, ein Torjäger in der U23 ist er mit sechs Toren in 39 Drittligaspielen nicht. Er ist einer, der auch deswegen in der Bundesligamannschaft angekommen ist, weil es ohne Emil Berggreen und Yoshinori Muto keine Alternativen mehr zu Jhon Córdoba gab; nur theoretisch wären außerdem Jannik Mause und Ilker Yüksel aus der U19 in Frage gekommen, weil beide nicht für die Europa League gemeldet waren. Er ist noch lange kein fertiger Spieler, er - und seine Trainer - stehen vor der nächsten Entwicklungsaufgabe. In der Bundesliga kam der Stürmer bisher durchaus gut zurecht, soweit man das nach 118 Einsatzminuten sagen kann. Aaron Seydel hat das Führungstor in Berlin geschossen, er hat das zu Unrecht nicht gewertete Ausgleichstor in Gladbach vorbereitet. Das ist ein guter Anfang. Nicht mehr. Auch nicht weniger. In dieser frühen Phase seiner Profikarriere reiht sich Seydel ein zwischen den jungen Shawn und Devante Parker, Patrick Pflücke, Suat Serdar, vielleicht auch Alex Hack und Yunus Malli, vielleicht eher nicht Stefan Bell, der ja einst als fertiger Zweitligaspieler nach Mainz zurückkam. Er wird seine Fußballkarriere eines Tages beenden und vielleicht auf zehn, vielleicht auf 200 Bundesligaspiele zurückblicken, vielleicht auf ein Tor, vielleicht auf 50. Die Frage ist offen und wird noch eine Weile offen bleiben; auf dem Weg zumindest ist Seydel.

"Wir freuen uns, dass er seinen bei uns begonnenen Weg auch bei uns fortsetzt, das ist eine für beide Seiten logische Entscheidung", sagt Rouven Schröder zur nun verkündeten Vertragsverlängerung. Der 05-Sportdirektor begründet das damit, dass dem Stürmer "neben seinem fußballerischen Talent seine Körpergröße ein hochinteressantes Spielerprofil gibt, das wir gerne in unserem Kader haben."

Seydel selbst spricht in den 05-Medien von einem "besonderen Moment": "Das ist mein erster Profivertrag. Ich bin seit elf Jahren im Verein, ich habe lange auf diesen Tag hingearbeitet. Diese positive Energie nehme ich mit ins nächste Jahr. Ich möchte mich jetzt weiter den Anforderungen der Bundesliga in punkto Spielhärte und Tempo anpassen, dann werden meine nächsten fußballerischen Entwicklungsschritte automatisch kommen."

Innerhalb des Profikaders der 05er laufen nun noch drei Verträge zum Saisonende aus, die vom inzwischen dritten Torwart Gianluca Curci, von Linksverteidiger Gaetan Bussmann und von Leihspieler André Ramalho. Bei Bussmann und Ramalho haben die 05er eine Verlängerungs- bzw. Kaufoption.

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