Der Sportvorstand ist der neue starke Mann

Jörg Schneider. Mainz.
Rouven Schröder ist der erste hauptamtliche Vorstand in der Geschichte des FSV Mainz 05. Der bisherige Sportdirektor wechselt aus einem Angestellten-Verhältnis heraus in den Vorstand, ausgestattet mit einer großen Machtfülle und einem Dreijahresvertrag. Bis auf weiteres bildet der 41-Jährige eine Doppelspitze mit dem vor zwei Wochen von der Mitgliederversammlung neu gewählten Johannes Kaluza, der in seiner Funktion als ehrenamtlicher Vereinschef gleichzeitig die Rolle des Vorstandsvorsitzenden innehat. Das erklärte der ebenfalls neue Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Höhne am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz am Bruchweg.

Mit dem Start der Fußball-Profis in die Saisonvorbereitung hat der FSV Mainz 05 nun auch auf der Führungsebene des Vereins einen wichtigen Schritt vollzogen: Rouven Schröder ist der erste hauptamtliche Vorstand in der Geschichte des Klubs. Der bisherige Sportdirektor wechselt aus einem Angestellten-Verhältnis heraus in den Vorstand,  ausgestattet mit einer großen Machtfülle und einem Dreijahresvertrag. Bis auf weiteres bildet der 41-Jährige eine Doppelspitze mit dem vor zwei Wochen von der Mitgliederversammlung neu gewählten Johannes Kaluza, der in seiner Funktion als ehrenamtlicher Vereinschef gleichzeitig die Rolle des Vorstandsvorsitzenden innehat. Das erklärte der ebenfalls neue Aufsichtsratsvorsitzende Detlef Höhne am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz am Bruchweg.

Das aktuelle Führungstrio des FSV Mainz 05: Vereinsvorsitzender Johannes Kaluza, Sportvorstand Rouven Schöder und Aufsichtsratschef Detlev Höhne (von links). Foto: Jörg Schneider„Der Aufsichtsrat hat einstimmig Rouven Schröder als Vorstand gewählt. Wir haben uns gemeinsam auf drei Jahre geeinigt. Für uns ist es ein besonderes Zeichen, weil wir damit die Position von Schröder deutlich stärken, da sich mittlerweile zeigt, dass Mainz 05 und Rouven Schröder zusammen passen. Dadurch gewinnt er Handlungsspielraum und Handlungsgeschwindigkeit für seine Entscheidungen. Er ist neben Johannes Kaluza das zweite Vorstandsmitglied. Damit ist der Verein, wie es die Satzung vorsieht, mit zwei Vorständen geschäftsfähig“, sagte Höhne.

„Für mich ist diese Entwicklung nicht selbstverständlich, auch wenn viele davon ausgegangen sind“, erklärte Schröder. Die Tatsache, dass der bisherige Sportdirektor, der in Transferangelegenheiten bisher schon freie Hand hatte, künftig auch in anderen Bereichen mehr zu sagen und zu entscheiden habe, ändere für ihn wenig. „Das Tagesgeschäft läuft genauso weiter. Da muss man sich nicht ein Hemd mehr anziehen, nur weil man jetzt im Vorstand ist“, sagte Schröder. „Ich danke dem Verein für das Vertrauen. Es ist für mich ein nächster Schritt nach einem Jahr. Ich habe immer gesagt, Herausforderungen nehme ich gerne an, ich stelle mich diesen Herausforderungen. Ich war angetan von den Gesprächen, die geführt worden sind. Sie waren klar, sie waren strategisch, sie waren auf dem Punkt. An mich geht der Auftrag, den Verein, was das Sportliche betrifft, weiter nach vorne zu bringen. Es gibt jetzt diesen Neuanfang, den gehen wir ganz konsequent an. Ich bin stolz darauf, dass ich diesen Schritt gehen darf.“

Vetorecht für den Sportvorstand

Rouven Schröder, der vor einem Jahr als Nachfolger von Manager Christian Heidel nach Mainz gekommen war, ist damit nun der starke Mann in der Führung der 05er. Wie Höhne erklärte, kann der Sportvorstand, ungeachtet der Zahl der Vorstandsmitglieder, nicht überstimmt werden. „Ein besonderes Recht hat der Sportvorstand, der ein Vetorecht besitzt. Rouven Schröder hat den Hut auf. Im Sportbereich ist es quasi eine Oligarchie.“ Nur bei nicht zu lösenden Streitpunkten innerhalb der Führungsspitze müsse notfalls der Aufsichtsrat entscheiden. „Wenn sich die Vorstände nicht einigen, kann jeder von beiden den Aufsichtsratsvorsitzenden anrufen, der entscheidet dann, ob er mit dem Thema in den Aufsichtsrat geht oder nicht“, betonte Höhne. Schröder sieht sich allerdings nicht als alleiniger Machthaber. „Ich denke nicht in Hierarchien. Und dass ich keine Dinge mache, die nicht sinnig sind oder den Verein in Gefahr bringen, das versteht sich von selbst.“ Für die bisherigen Entscheidungen in der Kaderplanung, die Neuverpflichtungen und Vertragsauflösungen mit abgehenden Spielern, die der 41-Jährige in den vergangenen Wochen vorgenommen hat, gab es im Übrigen eine rechtliche Grundlage. Wie Höhne erläuterte, habe der Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Mitgliederversammlung eine Bevollmächtigung unterschrieben, die dem bisherigen Sportdirektor Handlungsfreiheit garantiert habe.

Auf Schröder kommen in den nächsten Wochen neben den sportlichen Angelegenheiten neue und viele Aufgaben dazu. Der Sportvorstand muss künftig gemeinsam mit Johannes Kaluza auch alle anderen Themen abdecken, für die noch keine Vorstände berufen sind. Denn bis das geschieht, wird noch eine Weile ins Land gehen, wie am Montag deutlich geworden ist. Kaluza bat darum, „den Verantwortlichen 100 Tage Zeit zu geben, intern die Gespräche zu führen, sich zu finden, in die neuen Rollen hineinzufinden, um die Strategien und die Aufgaben, die wir vor uns haben, entsprechend darzustellen. Meine Aufgabe ist es jetzt, den Verein wieder zusammenzuführen und den einzigartigen 05-Teamgeist wieder zu beleben und zu stärken“, sagte Kaluza.

Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, neben dem von der Mitgliederversammlung gewählten Vorsitzenden drei hauptamtliche Vorstandsmitglieder zu bestellen. Schröder ist nun der Erste. „Es wird zunächst für eine überschaubare Zeit bei zwei Vorständen bleiben“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende. „Wir haben uns die 100 Tage genommen, um mal zu überlegen wie ein Organisationsmodell bei Mainz 05 in Zukunft aussehen kann“, sagte Höhne. Im Raum stand die ganze Zeit, dass die Geschäftsführer Dag Heydecker (Vertrieb, Marketing, Ticketing, Mitgliederservice und Fan-Betreuung) sowie Christopher Blümlein (Finanzen und Controlling) als künftige Vorstände bestellt werden. Das ist nicht vom Tisch, aber „wir wollen jetzt keinen Schnellschuss machen, sondern gemeinsam überlegen, wie es mit dem Vorstand weitergehen soll“, sagte Höhne. „Vorläufig werden also erst einmal Johannes Kaluza und Rouven Schröder in der Funktion des Vorstandes, begleitet durch den Aufsichtsrat, diesen Verein führen.“

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