„Die Uhr wird auf null gestellt“

Jörg Schneider. Mainz.
Für die Fußballprofis des FSV Mainz 05 geht heute die zweieinhalb-wöchige Pause zu Ende. Am Vormittag versammelt der Trainer seinen Bundesligakader zur ersten Trainingseinheit am Bruchweg. Morgen früh geht es dann mit dem Flieger nach Andalusien. Bis Dienstag, 10. Januar bereiten sich die Mainzer im Trainingslager in Marbella auf die Rückrunde, beziehungsweise das letzte Vorrundenspiel am 21. Januar zu Hause gegen den 1. FC Köln vor. 23 Feldspieler und drei Torhüter, so ist es geplant, fahren mit nach Spanien. Nicht dabei ist Keeper Gianluca Curci, der ein Probetraining beim englischen Drittligisten Bristol Rovers absolviert.

Die Pause war kurz, aber notwendig und geht nun nach zweieinhalb Wochen Auszeit zu Ende. Ab heute rollt am Bruchweg wieder der Ball. Allerdings auch nur kurz, denn nach dem Trainingsstart geht’s für die Profis des FSV Mainz 05 schnell weiter nach Andalusien. Gestern schon waren Martin Schmidt und dessen Trainerstab zusammengekommen, um die anfallenden Themen der Vorbereitung zu besprechen und die entsprechenden Pläne fertigzustellen. Heute Vormittag folgt das erste Training des neuen Jahres. Am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr startet dann in Frankfurt der Flieger, der die Delegation des Bundesligisten nach Málaga bringt, von wo es mit dem Bus ins Quartier nach Marbella geht. Wie in den Jahren zuvor absolvieren die Mainzer ihr Winter-Trainingslager an der Costa del Sol. Der 05-Trainer hat die erste Einheit für Mittwoch, 17 Uhr im kleinen Stadion von San Pedro angesetzt. Dort bereiten sich die 05er dann bis Dienstag, 10. Januar auf die Rückrunde, besser gesagt, auf das letzte  Vorrundenspiel am 21. Januar in der Coface Arena gegen den 1. FC Köln vor. Auf dem Programm in Marbella stehen zudem zwei Testspiele gegen die holländischen Erstligisten ADO Den Haag sowie Feyenoord Rotterdam.

Gianluca Curci fährt nicht mit den 05ern ins Trainingslager. Der Torhüter absolviert ein Probetraining in England. Foto: Imago23 Feldspieler, so ist es geplant, nimmt Schmidt mit nach Spanien. Dazu drei Torhüter. Nicht dabei ist Gianluca Curci, der vom 5. bis 12. Januar ein Probetraining beim englischen Drittligisten Bristol Rovers absolviert. Der 31-jährige Torhüter aus Italien, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, ist im Moment ohnehin nur noch die Nummer vier am Bruchweg. Jonas Lössl, Jannik Huth und der Nachwuchskeeper Florian Müller streiten sich um den Platz zwischen den Pfosten.

Natürlich ist auch der jüngste Neuzugang nicht dabei. Marin Sverko, der Nachwuchsspieler vom Zweitligisten Karlsruher SC, den Rouven Schröder am Montag verpflichtete, wechselt bekanntlich erst im Sommer ablösefrei zu den 05ern und erhält dann einen Vierjahresvertrag. „Wir hatten Marin schon länger auf dem Zettel, haben ihn immer wieder beobachtet, auch in Testspielen gegen uns“, sagt der Sportdirektor, „wir sind froh, dass wir ihn überzeugen konnten, zu uns zu wechseln.“ Sverko, der kroatische U19-Nationalspieler, habe sich auf der sensiblen Position des Linksverteidigers, auf die alle Klubs ihre Augen richten, angeboten. „Weil er ein Linksfuß ist, mit 1,87 Metern auch die Größe stimmt und er mehrere Positionen spielen kann“, sagt Schröder. Ein Kriterium sei auch gewesen, dass keine Ablöse fällig wird. Der 18-Jährige kommt als Perspektivspieler, soll in Mainz seine nächsten Schritte machen im Profifußball und werde am Bruchweg behutsam aufgebaut. „Wer gute Leistungen zeigt, kriegt bei uns immer eine Chance“, betont der Sportdirektor.

Dass auf die Schnelle noch ein neues Gesicht den 05-Kader nach Marbella begleitet, wollte Schröder am Montag ausschließen. „Alles wird sich ergeben“, sagt der 41-Jährige vielsagend. „Mal sehen, wie sich das Trainingslager und alles andere entwickelt.“ Schröder erhofft sich einiges von den Tagen in Andalusien. „Die Mannschaft kann sich dort konzentriert vorbereiten. In erster Linie ist es mal wichtig, dass alle gesund bleiben. Das ist wichtig, um den Konkurrenzkampf weiter und richtig zu schüren. Jeder hat die Möglichkeit sich zu zeigen. Der Trainer hat es angedeutet, die Plätze sind nicht fest vergeben. Die Uhr wird auf null gestellt. Jeder im Kader ist eingeladen Vollgas zu geben.“ Das Team solle ausgeruht und mit einer guten Vorbereitung in die Runde starten. „Wir freuen uns darauf, denn wir haben viel Potenzial im Kader“, sagt Schröder.

Martin Schmidt hat die Themen für die Tage in Marbella bereits vorgegeben. Ein Schwerpunkt der Arbeit betrifft die Offensive, die Effizienz im Abschluss. Das Team habe die einzelnen Werte wie die Anzahl der Angriffe, die Anzahl der Torschüsse pro Spiel alle verbessert, allerdings nicht im gleichen Maße seine Effizienz. „Wir werden in dieser drei-wöchigen Vorbereitung alle Abläufe stärken und ganz gezielt an allem arbeiten“, sagt der Trainer. Das Kernprogramm dieser Trainingseinheiten im Süden wird jedoch zunächst die  Defensivarbeit, das Spiel gegen den Ball, Pressing, Gegenpressing, Balleroberung beinhalten. „Wir wollen und müssen unsere defensive Stabilität verbessern. Wir haben nun Spieler wie Danny Latza, André Ramalho oder Jean-Philippe Gbamin gesund dabei, die in der Vorbereitung im Sommer nicht verfügbar waren. Wir wollen die Defensiv-Abläufe über viele Trainingseinheiten einstudieren. Das Ziel ist, die Gegentore zu halbieren, dann werden wir auf dem richtigen Weg sein. Denn die Anzahl unserer Tore werden wir nicht diametral steigern können. Mit 26 geschossenen Treffern liegen wir auf Platz fünf in der Liga. Aber 30 Gegentore, das ist der drittschlechteste Wert der Liga. Letztes Jahr haben wir 21 Gegentore im Herbst bekommen, 20 im Frühling. So in etwa muss es wieder aussehen.“

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