Drei Tore und ein neuer Partner

Christian Karn. Emmelshausen.
Das 3:0 des FSV Mainz 05 im Testspiel beim Oberliga-Spitzenreiter FC Karbach wird in der Vereinschronik des Bundesligisten keine große Rolle spielen. Für die zuletzt zu kurz gekommenen Profis gab es eine nette Praxiseinheit, für die 1.500 Zuschauer in Emmelshausen drei Tore durch Jairo Samperio, Philipp Klement und Jhon Córdoba. Weiterreichende Folgen dürfte die neu vereinbarte Kooperation des 05-Nachwuchsleistungszentrums mit dem Jugendförderverein Rhein-Hunsrück haben, die am Rande des Spiels vereinbart wurde. Den Torjäger der JFV-U17 haben die 05er bereits verpflichtet, für weitere Transfers haben sie nun ein zusätzliches Argument.

Philipp Klement schoss in Emmelshausen das zweite Tor. Der Mittelfeldspieler hat eine lange Verletzung hinter sich und schaffte erst am Samstag das Comeback in der 3. Liga. Foto: imagoDas Nachwuchsleistungszentrum des FSV Mainz 05 hat sein Netzwerk mit den Jugendabteilungen regionaler Amateurvereine in den Hunsrück ausgedehnt und eine Kooperation mit dem Juniorenförderverein Rhein-Hunsrück vereinbart. Der Zusammenschluss aus den Nachwuchsprogrammen von mehreren Dutzend kleinen Klubs aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis um Boppard, Simmern und Kastellaun ist neben dem ehemaligen Rheinhessenrivalen Wormatia Worms, dem 1. FC Meisenheim (Nahe), den Eisbachtaler Sportfreunden (Westerwald), dem VfB Marburg (Mittelhessen) sowie Phönix Schifferstadt und der Unicorn Soccer Academy des ehemaligen FCK-Regionalligaspielers Sebastian Schächter (beide: Pfalz) die siebte Jugendfußballschule im Programm der 05er.

Stefan Hofmann, der Sportchef des Mainzer Nachwuchsleistungszentrums, begründet die Partnerschaft mit dem "guten und nachvollziehbaren Konzept" und der "sehr guten praktischen Umsetzung" des in Simmern ansässigen JFV, dessen "talentierte Spieler den Weg in große Nachwuchsleistungszentren gefunden haben", außerdem mit dem sehr interessanten Einzugsgebiet". Tatsächlich holten die 05er erst im Sommer den Toptorjäger der U17-Regionalliga vom JFV an den Bruchweg; Lars Oster (26 Tore in 25 Regionalligaspielen) ist im U17-Bundesligateam der 05er derzeit mit zwei Toren und vier Vorlagen der zweitbeste Scorer. Osters ehemaliger Sturmpartner Nicolas Bruchmann wechselte nach Freiburg, der jüngere Torwart Tizian Christ zum FCK, weitere vielversprechende Talente sind vorhanden und die 05er haben jetzt Argumente, sie zu bekommen.

Den Kooperationsvertrag unterzeichneten die 05er und der JFV am Rande des Testspiels der Mainzer Profis gegen den Oberliga-Spitzenreiter FC Karbach; der Klub aus Emmelshausen ist am JFV beteiligt. 3:0 (1:0) gewannen die 05er, die auch ohne die Nationalspieler eine weitgehend erfahrene Bundesligamannschaft auf den Platz brachten; einziger Startelf-Spieler ohne Erstliga-Einsatz war der Torwart Jannik Huth, gegen Ende der Partie wechselte 05-Trainer Martin Schmidt eine Reihe von Drittliga- und Juniorenspielern ein.

Die Gastgeber schwächelten zuletzt in der Oberliga ein bisschen, holten aus drei Spielen nur zwei Punkte bei 9:10 Toren, zogen sich jedoch am Samstag mit einem 8:0 gegen den überforderten Tabellenletzten SpVgg Burgbrohl aus der beginnenden Krise; der TSV Schott hat inzwischen nach Punkten zwar aufgeschlossen, hat aber die schlechtere Tordifferenz. Das Spitzenspiel gegen die Mainzer hatten die Karbacher am ersten Spieltag 3:0 gewonnen.

FC Karbach - FSV Mainz 05 0:3 (0:1)

Donnerstag, 10. November 2016, 1.500 Zuschauer.

FSV Mainz 05: Huth - Donati (70. Breitenbach), Bungert, Bell (46. Brosinski), Hack (70. Bussmann) - Rodríguez, Ramalho (57. Mörschel) - Jairo (70. Trümner), Klement (70. Seydel), Holtmann - de Blasis (70. Córdoba).

Tore: 0:1 Jairo (19., de Blasis), 0:2 Klement (53., Rodríguez), 0:3 Córdoba (87., Seydel).

Auch die Mainzer Profis hatten es vor 1.500 Zuschauern zunächst nicht leicht. Karbach stand tief, bot keine Räume an, lauerte auf Konter, hielt fast 20 Minuten lang das 0:0, bis Jairo Samperio eine Flanke von Pablo de Blasis volley nahm - die erste Torchance brachte den 05ern das erste Tor. Die Mainzer spielten auf dem weichen Platz geduldig, bekamen bis zur Halbzeit weitere Möglichkeiten, die Alexander Hack, de Blasis, Jairo und Philipp Klement vergaben. Erst in der achten Minute der zweiten Hälfte erhöhte der Zehner der U23 mit einem feinen Lupfer von der Strafraumgrenze auf 2:0. Jhon Córdoba traf in der 87. Minute zum Endstand.

Martin Schmidt freute sich vor allem über die Möglichkeit, den zuletzt zu kurz gekommenen Spielern etwas Praxis geben zu können, vor allem den Neuzugänge José Rodríguez und Gerrit Holtmann, denen durch den engen Spielrhythmus wertvolle Profi-Trainingseinheiten entgingen, die weiterhin taktischen Nachholbedarf haben, auch André Ramalho, der nach langer Verletzung erst am Sonntag sein Comeback hatte. "In der Anfangsphase haben wir recht unkonzentriert agiert", sagte Schmidt, "der motivierte Gegner kam drei, vier Mal gefährlich vor unser Tor. Danach waren wir das bessere Team und hätten mehr Tore schießen können. Es war ein guter Test in einer tollen Atmosphäre."

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