Ein gebrauchter Tag

Jörg Schneider. Gelsenkirchen.
Der Trainer brachte es nachher treffend auf den Punkt: „Das defensive Umschaltspiel war nicht gut. Das offensive allerdings auch nicht.“ Wenn diese zwei elementaren Komponenten seines Spiels fehlen, dann sieht’s für den FSV Mainz 05 in der Bundesliga ziemlich düster aus. Beim stark aufspielenden FC Schalke 04 gab es als Quittung dafür eine deutliche 0:3-Niederlage. So weit weg von einem Punktgewinn wie an diesem achten Spieltag vor knapp 60.000 Zuschauern in der Veltins Arena waren die 05er schon lange nicht mehr. Die Stimmen dazu.

Max Meyer stellte mit diesem Treffer zum 2:0 die Weichen auf Sieg für den FC Schalke 04. Die 05er hatten nicht nur in dieser Szene zu wenig entgegenzusetzen. Foto: ImagoAm achten Spieltag dieser Bundesligasaison hat es den FSV Mainz 05 erstmals so richtig erwischt. Die Mannschaft von Martin Schmidt kassierte vor 59.357 Zuschauern in der Veltins Arena eine deutliche 0:3-Niederlage gegen den FC Schalke 04 und war schon lange nicht mehr so weit weg von einem Punktgewinn wie bei diesem Auftritt beim wiedererstarkten Top-Klub, der den 05ern in allen Belangen überlegen war und mit hoher Effizienz seine bisher unbefriedigende Tabellenposition verbesserte. Für die Mainzer war es die achte Niederlage im elften Liga-Spiel in Gelsenkirchen.

„Das ist eine verdiente Niederlage“, sagte Harald Strutz nach dem Abpfiff. „Schalke war für uns heute zu stark und wir nicht gut genug für unsere Möglichkeiten. Wir hatten vielleicht auch zu viel Respekt. Die Schalker wollten unbedingt gewinnen und ihr Sieg ging auch in der Höhe in Ordnung“, sagte der 05-Präsident.

„Im Endeffekt ein verdienter Sieg der Schalker an einem gebrauchten Tag für uns“, stimmte auch Rouven Schröder zu. „Das lief absolut nicht so, wie wir uns das vorgestellt und vorgenommen hatten. Wir hatten am Anfang Offensivszenen, die wir nicht gut ausgespielt haben, ebenso einige Standards, da hatte der Gegner Respekt. Dann bekommst du das erste Tor rein, und der Gegner wird sofort selbstbewusster. Wir haben die Räume nicht zu bekommen, die zweiten Bälle nicht gewonnen. In der zweiten Hälfte wollten wir das besser machen und dann ist das denkbar Schlechteste passiert: Zwei weitere Gegentore. Dann ist es schlecht an so einem Tag nochmal zurückzukommen“, erklärte der 05-Sportdirektor. „Wenn überhaupt, hätten wir nur dann eine Chance gehabt, wenn Jhon Cordoba das Anschluss-Tor macht, dann kann es noch mal ein anderes Spiel, die Schalker vielleicht nochmal nervös werden. Heute müssen auch wir nun auch mal sagen, dass dies kein gutes Spiel von uns war. Wir hatten ein sehr unsauberes Passspiel, haben zu viele Bälle verloren. Wir hätten konzentrierter nach vorne spielen und nach hinten besser umschalten müssen. So läuft manchmal ein Spiel. Der Gegner geht in Führung, wird selbstbewusster und dann kommt auch die Qualität zum Vorschein.“

Martin Schmidt sagte nach dem Abpfiff: „Da haben wir uns wirklich mal eine klare Niederlage eingehandelt, die wir schon früh eingeleitet haben. 20 Minuten lang war das am Anfang das Schlechteste, was ich von uns in dieser Saison gesehen habe. Schalke hat uns sofort dominiert, wir waren davon überrascht. Ich weiß nicht, was die Gründe dafür waren. Vor allem, weil wir direkt Offensivszenen hatten, die aber so dermaßen ungenau gespielt haben und dann noch genauso unsauber nach hinten umgeschaltet haben. Da haben wir die ersten Bälle so richtig verhünert“, sagte der 05-Trainer. „Und so kriegen wir auch das 0:1. Wir wollten das dann in der zweiten Hälfte aggressiver angehen, das ist teilweise gelungen, wir waren auch bereit, aber dann kriegen wir wieder so ein Tor. Wir hatten einen einzigen Moment, um zurückzukommen. Wenn Jhon das Ding reinmacht, gibt’s vielleicht nochmal Zunder, und wir können nochmal was versuchen. So aber kriegen wir noch das 0:3 und mussten uns nachher irgendwie aus der Affäre ziehen. Man muss aber auch sagen, dass der Gegner wirklich sehr gut war heute. Wir nehmen viel Arbeit mit nach Hause, die wir schnellstens abarbeiten müssen. Wir haben drei Punkte verloren. Das passiert im Fußball. Wir müssen den Kopf oben behalten und uns schnell, aber ruhig wieder sammeln. Insgesamt muss ich sagen: Wir waren zu naiv, zu euphorisch. Das defensive Umschaltspiel war nicht gut. Das offensive allerdings auch nicht. Vielleicht tut uns ein solcher bitterer Dämpfer auch mal ganz gut. Jetzt müssen wir schnell einen Neustart hinkriegen.“

Markus Weinzierl war natürlich hinterher sehr zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. „Ein hochverdienter Sieg. Wir haben sehr gut gespielt und waren von Anfang an präsent. Und wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen, dann haben wir die Partie dominiert“, sagte der Schalker Trainer. „Ich freue mich, dass wir die Dinge so gut umgesetzt haben. Wir haben uns viele Gedanken vorher gemacht. Unsere Tendenz ist steigend. Wir haben aus den fünf letzten Spielen inklusive Europapokal vier Siege und ein Unentschieden geholt. Jetzt gilt es, so weiterzuspielen.“

 

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