Ein hartes Stück Brot kauen

Jörg Schneider. Mainz.
Der Sieg gegen Lazio Rom am Bruchweg war der Testspiel-Höhepunkt der Saisonvorbereitung des FSV Mainz 05. Nun folgt die Generalprobe für die Mannschaft von Martin Schmidt. Am Samstag, 15 Uhr deutscher Zeit, stehen die 05er beim englischen Zweitligisten Rotherham United auf der Matte. Der letzte Härtetest vor dem Pokalspiel in Cottbus gegen einen ähnlich unbequemen Gegner. „Da haben wir dann noch einmal ein hartes Stück Brot zu kauen“, sagt der Schweizer.

Letzter Härtetest für die 05er vor dem Pokalspiel: Martin Schmidt und die 05er erwartet ein unbequemer Gegner in England. Foto: ImagoDer 3:0-Sieg gegen Lazio Rom war wichtig für die Psyche der Profis des FSV Mainz 05. Der erste Sieg im Programm der internationalen Testspiele gegen namhafte und in der Tabelle weit oben angesiedelte Erstliga-Teams aus starken europäischen Ligen. Nach dem ordentlichen 1:1 gegen AS St. Etienne und der deftigen 1:5-Niederlage gegen Monaco nun also der erste Erfolg gegen eine Mannschaft, die das italienische Supercup-Finale gegen Juventus Turin bestreitet und Mitte August in die Play-offs zur Champions League einsteigt. Das gibt Selbstvertrauen und liefert Belege dafür, dass die Arbeit in der Vorbereitung zielführend war, dass Martin Schmidt mit seinem Ansatz auf dem richtigen Weg ist.

Deshalb habe er das Vorbereitungsprogramm bewusst so geplant, sagt der 05-Trainer. Zunächst die leichten Übungen gegen unterklassige Gegner, danach die Möglichkeit sich schon früh gegen solche Kaliber zu messen, um Wettkampfform zu finden. Deshalb sei es auch wichtig gewesen, dieses vorletzte Spiel der Saisonvorbereitung zu Hause zu gewinnen, nach den Mühen der vorausgegangenen Wochen. Schmidt muss bei seinen Planungen damit gerechnet oder sogar erwartet haben, dass seine Mannschaft die Partie gegen die Römer vor eigenem Publikum am Bruchweg gewinnen würde, denn für den Schweizer war Lazio nicht der letzte Härtetest. „Ich hatte so das Gefühl, wenn wir die Vorbereitung mit einem Heimsieg gegen die Römer beenden, verlieren wir das Pokalspiel in Cottbus“, erklärt der 05-Coach.

Beispiele für solche Entwicklungen gibt es genügend, dass eine Mannschaft ihren Testspiel-Höhepunkt erfolgreich absolviert und dann, wenn‘s um was geht, einbricht und verliert. Der Schweizer schickte also seinen Teammanager Axel Schuster los, um einen Gegner für einen abschließenden Härtetest zu finden, in dem die 05er den Ernstfall simulieren. Schuster wurde in England fündig beim dortigen Zweitligisten Rotherham United FC. Ein Klub, der als Aufsteiger Platz 21 (von 24) in der Zweitliga-Saison erreichte.

„Ich wollte zum Abschluss noch einmal einen richtig unbequemen Gegner, eine harte Truppe, gegen den wir viel Verteidigungsarbeit leisten müssen“, sagt Schmidt. Dazu eine längere Anreise mit Hotel-Aufenthalt, ein Publikum, das nicht auf der Seite der 05er steht. Eine echte Generalprobe unter Bedingungen, die denen ähneln, die den Bundesligisten am Sonntag in acht Tagen im Erstrundenspiel des DFB-Pokal beim Drittligisten FC Energie Cottbus erwarten.

Rotherham unterlag Okazaki-Klub

In Deutschland sei ein solches Spiel nicht möglich gewesen, weil sowohl die Zweite als auch die Dritte Liga bereits im Meisterschafts-Modus sind. Also sei man auf England gekommen und habe die optimale Lösung gefunden. „Da haben wir am Samstag dann noch einmal ein hartes Stück Brot zu kauen“, weiß Schmidt. Um 15 Uhr unserer Zeit spielen die 05er im New York Stadion von Rotherham in der nordenglischen Grafschaft South Yorkshire, vor den Toren Sheffields, gegen die „Millers“, wie das eigene Team dort genannt wird. Rotherham United hat im Übrigen unter der Woche ein Testspiel gegen Leicester City mit 1:2 verloren. Shinji Okazaki stand allerdings nicht im Kader seines neuen Klubs.

Genau wie eine Woche später, werden etliche 05-Profis zu Hause bleiben müssen. Schmidt hat angekündigt, dass er diesmal einen reinen Spielkader nominiert und nur 16 Feldspieler sowie zwei Torhüter mit auf die Reise nach England nimmt. „Da gibt es zum ersten Mal traurige Gesichter“, sagt der Coach. Doch das sei unumgänglich im Konkurrenzkampf. Der Leistungsdruck müsse groß bleiben. Heute, am späten Nachmittag, geht‘s los mit einer Chartermaschine vom Flughafen Hahn aus zum Robin Hood Airport Doncaster/Sheffield. Unmittelbar nach der Partie in Rotherham erfolgt am Samstag der Rückflug nach Deutschland.  

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