Ein Quintett als Gerüst im Testspiel

Jörg Schneider. Mainz.
Die Regenerationstage in dieser ersten Länderspielpause werden beim FSV Mainz 05 nur durch das Testspiel heute Abend (19 Uhr) in Emmelshausen gegen den FC Karbach unterbrochen. Martin Schmidt wird gegen den Südwest-Oberligisten ein Team zusammenstellen, in dem vor allem die Wenig-Spieler der vergangenen Wochen über 90 Minuten ran müssen und das komplettiert wird von vier Akteuren aus dem Drittligakader. „Wir werden da eine gute Mischung hinkriegen“, sagt der Trainer, der sich darauf freut, nach den Entlastungseinheiten ab Montag mal wieder eine komplette Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg absolvieren zu können.

 „Die Grundmüdigkeit muss raus“, sagt Martin Schmidt und fasst damit schon kurz und bündig zusammen, was beim FSV Mainz 05 in dieser ersten Woche der Länderspielpause angesagt ist: Kurze Trainingseinheiten, etwas Athletik, Behandlung, Massage und ein komplett freies Wochenende zur Regeneration. Zwischendrin, heute Abend (19 Uhr), bestreitet der Bundesligist allerdings noch ein Testspiel in Emmelshausen gegen den FC Karbach. Der 05-Trainer erklärte am Mittwoch nach dem Trainingsauftakt, dass er in der Partie beim Südwest-Oberligisten eine Mannschaft an den Start bringen werde, die sich aus den zurzeit fitten und daheimgebliebenen Profis sowie vier bis fünf Spielern aus dem Drittligakader der U23 zusammensetzen werde.

Niko Bungert gehört zu den 05-Profis, die im Testspiel gegen den FC Karbach einen 90-Minuten-Einsatz kriegen. Foto: Jörg Schneider„Einige dürfen und müssen 90 Minuten spielen“, so der 49-Jährige. Niko Bungert, José Rodriguez, Jairo, Gerrit Holtmann und André Ramalho bilden das Gerüst dieses Teams. Allesamt Spieler, die zuletzt wenig oder gar nicht gespielt oder aus einer Verletzung heraus gekommen waren. Der Rest werde reichlich durchgewechselt. „Wir werden da eine gute Mischung hinkriegen“, betonte der Trainer.

Ansonsten konzentriert sich in diesen Tagen vieles auf die Trainingseinheiten. Besonders ab kommenden Montag will der Coach das Ganze intensivieren und an vielen Dingen arbeiten, die neben der Müdigkeit zuletzt defizitär waren im Spiel. Die Englischen Wochen, die ständigen Reisen in diesem Herbst verhinderten einen geregelten Trainingsbetrieb am Bruchweg. Und das geht den 05ern ab, denn das tägliche Training ist eminent wichtig für die Entwicklung der jungen Mannschaft. „Es ist schon etwas komisch, wenn du dich bis jetzt nur zweimal in der Saison eine Woche lang auf ein Spiel vorbereiten kannst“, sagt Schmidt. „Ich will nicht sagen, dass wir mehr Punkte geholt hätten mit mehr Training, aber für die Spieler, die noch nicht ganz so weit sind, die hinten dran sind, wäre es natürlich viel besser, wenn sie jedesmal eine ganze Woche Training hätten. Die wären dann schneller dran im taktischen und fußballerischen Bereich. Uns fehlen diese Einheiten, um diese Spieler besser zu machen. Bei uns ist es jetzt so gewesen, dass diejenigen, die viel spielen, überbelastet sind. Diejenigen, die hinten dran stehen, kriegen zu wenig Training.“

Der Trainer spricht damit Spieler wie Gerrit Holtmann, José Rodriguez, Besar Halimi und Philipp Klement an. Aus diesem Grund hat der Coach diese Profis in der vergangenen Woche komplett zu Sandro Schwarz ins Drittliga-Training abkommandiert, um dort weiter an den spielspezifischen Grundlagen arbeiten zu können. Gerade für die Neuzugänge habe die Trainingsarbeit einen enormen Stellenwert, um Abläufe und Prinzipien zu verinnerlichen. Als Beispiel nennt Schmidt gerne Gaetan Bussmann. Der Franzose, im vergangenen Sommer gekommen, spielte in der Spielkader-Zusammensetzung und in den Bundesliga-Begegnungen der Vorrunde so gut wie keine Rolle. Durch intensive Arbeit und die nachfolgende Winter-Vorbereitung legte der Linksverteidiger dann den Schalter um und war in der Rückrunde Stammspieler. Einen solchen Effekt erhofft sich der Trainer auch von Holtmann und Co.

Trotz der beiden bitteren Niederlagen in Anderlecht und Leipzig vor der Länderspielpause ist die Stimmung am Bruchweg sehr gut. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Verletztenliste auszudünnen beginnt (die nullfünfMixedZone berichtete). Die Situation, dass Fabian Frei schon gegen den SC Freiburg ein Thema für den Kader werden kann, dass Yoshinori Muto und Christian Clemens nächste Woche ins Training einsteigen und dass vor allen Dingen Danny Latza wieder auf dem Platz steht, haben die 05er mit Freunde aufgenommen. „Wir hatten zwar im Prinzip nie mehr als vier Verletzte pro Spiel und immer eine Bundesliga-Mannschaft auf dem Platz, aber wir haben den ganzen Herbst ohne Latza, Frei, Muto und Clemens gespielt. Da reden wir von gestandenen Stammspielern“, sagt Schmidt. „Wenn wir solche Spieler nicht dabei haben, ist das für uns schon etwas problematisch.“ Auch das müsse in die Beurteilung der zurückliegenden Auftritte einfließen.

Er wolle die Verletzungen und die Müdigkeit eigentlich nicht zum Thema machen, betont der Coach. „Das höre ich von allen, die im Europapokal spielen, mehr als von uns. Trotzdem ist es ein Fakt, der nicht wegzudiskutieren ist. Ich will es nur nicht als Ausrede gelten lassen. Wir sehen aber, dass wir nicht die einzigen sind, die darunter leiden. Top-Klubs wie Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach haben unter der Situation noch mehr geächzt.“ Aus den fünf Bundesligaspielen des letzten Blocks holten die Mainzer sieben Punkte. Der BVB nur sechs, die Gladbacher sogar nur zwei. Bayer Leverkusen mit neun und Schalke mit elf Zählern in diesem Zeitraum zogen sich von den internationalen Startern neben den Bayern besser aus der Affäre. Doch auch die Münchner mussten in diesem Zeitraum mit drei Wettbewerben drei Unentschieden in der Liga hinnehmen.

Der 05-Trainer rechnet auch Niko Bungert zumindest teilweise zu den Ausfällen hinzu. Der Kapitän sei aufgrund anhaltender und immer wieder auftretender muskulärer Beschwerden nicht in der Lage gewesen, zwei Spiele hintereinander zu bestreiten. Zweimal 90 waren für ihn noch ein Problem. Wir müssen ihn nun dahin bringen, dass Niko wieder Woche für Woche 90 Minuten abliefern kann.“ Im Moment sei es so, dass Stefan Bell und Leon Balogun bei den Innenverteidigern einen Tick weiter seien als die anderen. Doch Alexander Hack habe die Chance genutzt. „Hack ist im Spielaufbau von hinten heraus unser bester Spieler“, sagt der Coach. „Überall, wo es um Ballbesitz geht, ist er die ideale Wahl, vor allem wenn wir einen Linksfuß auf der linken Zentrumsseite haben wollen.“

 

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