Einsatz von Malli und Donati gefährdet

Jörg Schneider. Mainz.
Die Mission Auswärtssieg hat begonnen: Am Mittag startete der FSV Mainz 05 mit einer Chartermaschine vom Flughafen Hahn aus in Richtung Südfrankreich. Dort, bei AS Saint-Etienne, steht am Donnerstagabend (21.05 Uhr) das entscheidende Gruppenspiel in der Europaliga auf dem Programm. „Das Team hat die klare Marschroute, auf Sieg zu gehen, aber nicht blind rein, sondern so, dass man am Schluss alles in den Händen halten kann“, sagte Martin Schmidt vor der Abreise. Der 05-Trainer sorgt sich jedoch um Yunus Malli und Giulio Donati, deren Einsatz wegen einer Erkältung gefährdet ist.

Der Einsatz von Yunus Malli in Saint-Etienne ist gefährdet. Der Top-Scorer konnte wegen einer dicken Erkältung nicht trainieren, reiste aber am Mittag mit der Mannschaft nach Frankreich und hofft auf Besserung. Foto: Ekkie VeyhelmannDie Bundesliga-Profis des FSV Mainz 05 sind am Mittwochmorgen zu ihrer wichtigsten Mission in der Gruppenphase der Europaliga gestartet. Mit einer Charter-Maschine reiste die 05-Delegation vom Flughafen Hahn aus zum letzten Auswärtsspiel der Gruppe C, das am Donnerstagabend (21.05 Uhr) beim französischen Tabellenachten AS Saint-Etienne angepfiffen wird. Mit an Bord des 05-Fliegers waren auch Yunus Malli und Giulio Donati, hinter deren Einsatz in Frankreich allerdings noch dicke Fragezeichen stehen. Außerdem gehörte der 193 Zentimeter lange U23-Mittelstürmer Aaron Seydel zum 05-Kader.

Beim Dienstag-Training am Bruchweg joggte Malli nur ein paar Runden im Stadion. Den Top-Scorer plagte eine dicke Erkältung mit Halsschmerzen. Unwesentlich besser fühlte sich der Mainzer Rechtsverteidiger, der aber wenigstens im Training Teile der Einheit absolvieren konnte. Die 05er hoffen, dass die beiden Leistungsträger für das entscheidende Spiel in Südfrankreich rechtzeitig einsatzfähig werden. Der Trainer übte jedoch mit seinem Kader vorsorglich einige taktische Alternativ-Varianten ein und sperrte deswegen für eine Weile das Publikum vom öffentlichen Training aus, um sich nicht in die Karten schauen zu lassen. 19 Profis traten dann am Morgen die Reise an.

„Es ist ein Halbfinale. Wenn wir das gewinnen, haben wir noch ein Finale“, sagte der 05-Coach vor der Abreise. „Es gibt noch andere Konstellation, die ja recht kompliziert sind. Aber wir werden auf Sieg spielen, das ist das Einfachste. Wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir eine gute Ausgangslage. Sollten wir unentschieden spielen, 2:2 oder höher, dann muss gerechnet werden. Dem wollen wir entgehen. Ganz klar, wir müssen die Partie so angehen, wie man ein Final-Spiel anzugehen hat. Das Team hat die klare Marschroute, auf Sieg zu gehen, aber nicht blind rein, sondern so, dass man am Schluss alles in den Händen halten kann.“

Mit einem vorzeitigen Ausscheiden wollte sich der 49-Jährige im Vorfeld erst gar nicht beschäftigen. „Den Gedanken hat man nicht. Man geht in das Spiel rein und will gewinnen“, sagt Schmidt. „Klar, der Realismus sagt, wenn wir nicht gewinnen, haben wir im Frühling vielleicht nur noch die Bundesliga. Daran wollen wir aber nicht denken. Wir wollen nicht realistisch sein, sondern immer mehr Träume haben als der Realismus zulässt. Deshalb glauben wir fest ans Weiterkommen und wollen dort entsprechend auftreten.“

Der 05-Sportdirektor fährt ebenfalls guten Mutes nach Saint-Etienne. „Ich glaube, dass wir in der Rolle des Herausforderers sind und uns auswärts nicht viele etwas zutrauen. Das Schöne ist aber, dass wir noch zwei Spiele haben und aus eigener Kraft noch die Gruppenphase überstehen können“, sagt Rouven Schröder. „Das ist eine tolle Herausforderung für uns und ich glaube, dass wir der gewachsen sind. Wir haben am Wochenende mit dem Sieg gegen die Freiburger einen tollen Start hingelegt. Von daher gehen wir das Ganze mit viel Zuversicht an. Ich sehe die Außenseiterrolle für uns als Mannschaft sehr positiv. Wir sind konkurrenzfähig. Wir wissen, dass uns international die letzte Erfahrung fehlt, haben auch aus dem Spiel in Anderlecht gelernt. Nicht viele setzen auf uns, aber die wollen wir alle überzeugen, dass wir auch anders können.“

Eine Niederlage in Frankreich und das damit verbundene Ausscheiden aus dem Europapokal hätte sicherlich Auswirkungen auf die Kaderplanung am Bruchweg. Schröder hält es jedoch für verfrüht, sich nun schon öffentlich konkret damit zu befassen. Zunächst geht der 40-Jährige unvermindert davon aus, dass sein Team die K.o.-Runde im neuen Jahr erreicht. „Wir haben den Kader für die Dreifach-Belastung aufgestellt. Anfangs haben wir schon überlegt, ob der Kader nicht vielleicht zu groß ist. Dann aber kamen verschiedene Verletzungen hinzu. Jetzt sind wir fast komplett. Der Kader ist jetzt ausgewogen“, erklärt Schröder. „Trotzdem werden wir die Situation wie eh und je, mit oder ohne Europa League, neu bewerten. Wir müssen im Winter betrachten, wie viele Spieler fit sind und fit werden, ob neue Verletzungen dazu kommen. Wenn wir wirklich aus allen Pokal-Wettbewerben raus wären, wovon wir nicht ausgehen wollen, müssen wir das bewerten, besprechen und ergründen, ob dann der eine oder andere Spieler zu viel im Kader ist und wir über Ausleihen nachdenken müssen.“

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