"El Naricita" will den Durchbruch schaffen

Christian Karn. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat den dritten Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet: Vom Galatasaray SK wechselt der spanische Mittelfeldspieler José Rodríguez Martínez an den Bruchweg. Der 21-Jährige, der schon als 17-Jähriger für Real Madrid in der Champions League debütierte, unterschrieb einen Vierjahresvertrag. Rodríguez, genannt "el Naricito", "das Näschen" schaffte in der Hauptstadt den Durchbruch nicht, ist für 05-Sportdirektor Rouven Schröder auch noch kein fertiger Spieler, sammelte aber bei Deportivo La Coruña und beim türkischen Pokalsieger weitere Erstliga-Erfahrung und glaubt, sehr gut zum Mainzer Spiel zu passen.

Der dritte Neuzugang ist da, und diesmal hat der FSV Mainz 05 es nicht absolut geheimhalten können: Den bevorstehenden Wechsel des Spaniers José Rodríguez Martínez vom Galatasaray SK zu den 05ern haben türkische Medien schon seit einigen Tagen angekündigt. Die 05er bestätigten heute, den 21-jährigen Mittelfeldspieler für die kommenden vier Jahre unter Vertrag genommen zu haben. Und es klingt, als hätten sie ein zwischenzeitlich steckengebliebenes Toptalent bekommen, das mit der Ambition kommt, nach einem zwischenzeitlichen Rückschritt den Durchbruch in den hochklassigen Profifußball zu schaffen. Das ist in Mainz schon anderen gelungen.

Saúl Ñíguez von Atlético erfährt, wie es sich anfühlt, von José Rodríguez abgegrätscht zu werden. Der neue Mittelfeldspieler des FSV Mainz 05 kann seine Physis, aber auch seinen Überblick künftig in der Bundesliga zeigen. Foto: imagoRodríguez stammt aus dem Strand- und Schokoladenstädtchen Villajoyosa, knapp hundert Kilometer südlich von Valencia. Ausgebildet wurde er zunächst vor Ort, später in der Nachbarschaft beim spanischen Zweitligisten Hércules Alicante, ab seinem 15. Lebensjahr schließlich bei Real Madrid. Dort muss der junge Gitano - Rodríguez gehört der großen spanischen Volksgruppe der Roma an - ein überdurchschnittliches Talent gewesen sein. Der dünne Straßenfußballer, genannt "El Naricita", "das Näschen", der als Flügelspieler angefangen hatte, dafür nicht schnell genug war, aber das Talent, die Physis und die Spielübersicht hatte, die ihn fürs zentrale Mittelfeld prädestinierten, spielte lange mit älteren Jahrgängen. Einige seiner Jugendtrainer lobten seine Furchtlosigkeit gegenüber älteren Gegenspielern. Vor fünf Jahren muss sich Arsene Wenger sehr darum bemüht haben, den damals 16-Jährigen zu Arsenal zu holen. Der traute es sich nicht zu, in Madrid den Sprung zur ersten Mannschaft zu schaffen, blieb dann doch, debütierte tatsächlich noch vor seinem 18. Geburtstag. "Man hat immer gesehen, dass er mehr Talent hatte als die anderen", urteilte damals sein letzter Juniorentrainer gegenüber der großen spanischen Tageszeitung "El País".

Allerdings blieb's in der ersten Mannschaft bei vier Einsätzen, alle noch mit 17 Jahren: Zwei in der Copa gegen den Drittligisten CD Alcoyano - im Hinspiel schoss Rodríguez das 3:0, im Rückspiel stand er neben Mesut Özil und Luka Modric in der Startelf. Einer in der Liga - das 2:0 im Derby gegen Atlético stand bei seiner späten Einwechslung schon fest. Und einer in der Champions League, ebenfalls eine Einwechslung beim 4:1 gegen Ajax Amsterdam.

Für mehr reichte es auf dem allerhöchsten Niveau doch nicht. José Rodríguez spielte noch eineinhalb Jahre für die zweite Mannschaft Real Madrids in der Segunda División, wurde dann an den Erstligisten Deportivo La Coruña ausgeliehen. Bei den letztlich erfolgreichen Abstiegskämpfern sammelte der damals 20-, 21-Jährige 25 Einsätze - zwei Drittel in der Startelf, sehr wenige über 90 Minuten. Die vergangene Saison bestritt Rodríguez in Istanbul bei Galatasaray, Stammspieler beim türkischen Pokalsieger war er nicht.

"José Rodríguez hat eine ausgezeichnete fußballerische Ausbildung durchlaufen und verfügt als zentraler Mittelfeldspieler über beachtliche technische und strategische Eigenschaften", sagt 05-Sportdirektor Rouven Schröder. "Diese hat er auch schon als Kapitän der spanischen U21-Nationalmannschaft unter Beweis gestellt. Er ist ein hoch veranlagter und ob seines Alters auch entwicklungsfähiger Spieler."

Dieser selbst, so melden die 05er, habe schon von der Türkei aus einen Eindruck von Mainz 05 bekommen: "Ich freue mich sehr auf die Bundesliga, die ich schon immer sehr intensiv verfolgt habe", zitieren die 05er den Spanier. "Im vergangenen Jahr habe ich auch einige Spiele von Mainz 05 gesehen. Die Mannschaft hat einen klaren Plan, die Handschrift von Trainer Martin Schmidt ist deutlich erkennbar. Beides passt sehr gut zu mir."

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