Emotionalität und Flutlicht-Atmosphäre

Jörg Schneider. Mainz.
Es ist eine richtungsweisende Woche für den FSV Mainz 05. Die beiden Heimspiele heute Abend (20.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim und am Samstag gegen Hertha BSC Berlin geben Aufschluss darüber, wohin der Weg der Mannschaft von Sandro Schwarz in dieser Vorrunde führt. Der 05-Trainer kann in seiner Startformation wieder auf Yoshinori Muto zurückgreifen, ist trotz einiger Verletzungsausfälle vor allem in der Offensive und im zentralen Mittelfeld gut aufgestellt und will gegen die Hoffenheimer nun den zweiten Heimsieg einfahren. „Es ist das erste Flutlichtspiel der Saison. Diese besondere Atmosphäre sollte man uns anmerken, aber wir brauchen auch die Unterstützung unseres Publikums“, sagt der 38-Jährige.

Drei Punkte aus vier Spielen hat der FSV Mainz 05 bisher eingesammelt. Wohin der Trend in der Tabelle geht für die Mannschaft von Sandro Schwarz steht in dieser Woche auf dem Prüfstand. Die beiden bevorstehenden Heimspiele, heute Abend (Anpfiff 20.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim und am Samstag (15.30 Uhr) in der Opel Arena gegen Hertha BSC Berlin sind richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Vorrunde. Geht’s für die 05er nach vorne ins Mittelfeld, wie alle Beteiligten hoffen, oder bleibt die Gesamt-Situation in den kommenden Wochen kompliziert?

Yoshinori Muto wird heute Abend gegen die Hoffenheimer wieder in der Startaufstellung der 05er stehen. Auch Levin Öztunali hat gute Chancen, von Beginn an dabei zu sein. Foto: Ekkie VeyhelmannIm ersten Abendspiel dieser Saison will der 05-Trainer mit seinem Team einen entscheidenden Schritt nach vorne gehen. „Es ist das erste Flutlichtspiel der Saison. Diese besondere Atmosphäre sollte man uns anmerken, aber wir brauchen auch die Unterstützung unseres Publikums“, sagt der 38-Jährige, der aufzählt, was sich seine Profis vorgenommen haben, um das nötige Signal dafür zu geben. „Viel Emotionalität, extrem hohe Laufbereitschaft, Vorwärtsverteidigung, große Zweikampfbereitschaft,  mutig im Spiel sein, an die Leistung vom 3:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen anknüpfen, schnell in die Spitze spielen. Das sind die Attribute, die wir brauchen.“ Denn die Hoffenheimer werden dieselben Dinge entgegensetzen. Seine Mannschaft wolle sehr aktiv im Spiel sein und zeigen, dass sie diese Partie mit aller Macht gewinnen wolle. „Ich gehe davon aus, dass es ein sehr schnelles Spiel sein wird auf beiden Seiten mit schnellem Spiel in die Spitzen“, sagt Schwarz.

Wie das Ganze auf dem Platz und von der personellen Zusammensetzung aussehen soll, muss sich noch kurzfristig entscheiden. Der Einsatz von Abdou Diallo ist fraglich. Der Innenverteidiger hat sich in München eine Beckenprellung zugezogen und steht höchstwahrscheinlich nicht zur Verfügung. Robin Quaison hat vom 0:4 bei den Bayern eine Sprunggelenkverletzung davon getragen und muss wohl ebenfalls passen. Karim Onisiwo fehlt wegen einer Rückenprellung. Gaetan Bussmann ist nach wie vor nicht einsatzberiet, Niko Bungert fällt mit einem Muskelfaserriss aus. Alexander Hack ist inzwischen zwar wieder nach langem Verletzungsausfall ins Mannschaftstraining eingestiegen, kommt aber für einen Einsatz noch nicht in Frage.

Aufstellungssorgen hat Schwarz dennoch keine. „Wir gehen nicht auf dem Zahlfleisch oder haben eine Notsituation. Wir haben einen 16er-Kader plus zwei Torhüter. Wir haben einen guten und ausgeglichen besetzten Kader. Von der Anzahl der Spieler und der nötigen Qualität ist genügend vorhanden“, sagt Schwarz. Tatsächlich ist der Coach vor den beiden wichtigen Heimspielen gerade in der Offensive und im zentralen Mittelfeld wieder gut aufgestellt. Yoshinori Muto kehrt zurück in die Startformation. Kenan Kodro steht wieder als zusätzlicher Stürmer zur Verfügung. Alexandru Maxim wird wieder von Beginn an spielen. Mit Pablo De Blasis, Levin Öztunali, Viktor Fischer und Jairo Samperio stehen genügend offensive Optionen bereit. Im zentralen Mittelfeld ist Danny Latza wieder fit und einsatzbereit. Ebenso wie Fabian Frei, Suat Serdar und Jean-Philippe Gbamin, der zudem auch als Innenverteidiger in Frage kommt und ebenfalls von Anfang an spielen dürfte. Der Franzose war in München in der Schlussphase der Partie als zusätzlicher Abwehrspieler gekommen und hatte trotz der Umstände eine gute Leistung angeboten. „In erster Linie war es bei den Bayern die Lösung in der Abwehr, weil Diallo raus musste und wir Brosinski ausgewechselt haben. Wir sehen Gbamin auf beiden Positionen im zentralen Bereich. Wir wissen, dass er Innenverteidiger spielen kann, sowohl in der Dreierkette als auch in der Viererkette, aber auch sehr gut auf der Sechserposition heraus ist. Er ist im Zentrum sehr flexibel einsatzbar und am Mittwoch in jedem Fall eine Option von Anfang an“, betont der Trainer.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Mainzer zu Hause die  Hoffenheim-Aufgabe erneut mit einer Dreier-Fünfer-Kette angehen, auch wenn der Trainer sagt, diese in den beiden vergangenen Spielen eingesetzte Grundordnung sei nicht in Stein gemeißelt. „Es wird immer unterschiedlich sein von Spiel zu Spiel. Wir müssen gucken, wen wir zur Verfügung haben und wie das auf den Gegner passt. Hoffenheim spielt auch eine Dreierkette. Wir müssen sehen, wie sich das Gesamtbild aus unserer Sicht ergibt, was am besten von der Anordnung passt“, erklärt der 05-Trainer.

Sollte sich Schwarz für diese Grundordnung entscheiden, wird vor allem Maxim andere Aufgaben haben als bisher. Das in München praktizierte 5-4-1 oder das offensivere 3-5-2 sieht keinen klassischen Zehner vor. Das könnte Maxim sogar gelegen kommen, denn der Neuzugang hatte mit seiner flexiblen Spielwiese bisher seine Stärken hauptsächlich dann, wenn der Rumäne von außen in die Halbräume vorstieß. „Alexandru kann auf der sechs und der acht spielen, er kann auf der Bahn spielen und in die Halbräume einrücken. Es gibt definitiv gute Möglichkeiten Maxim auf den Platz zu bringen“, sagt Schwarz.  

► Alle Artikel zum Spiel gegen die TSG Hoffenheim

► Zur Startseite